Sie befällt vor allem Ahornbäume und kann auch dem Menschen gefährlich werden: Die sogenannte Rußrindenkrankheit bereitet sich im Freistaat aus. Nach Unterfranken sind laut Bayerischer Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) nun auch Mittelfranken und Oberfranken betroffen.

Demnach ist die Rußrindenkrankheit in 20 fränkischen Gemeinden festgestellt worden, berichtet das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten(StMELF) inFranken.de. Vor allem zum Schutz der Gesundheit müsse die Ausbreitung des Pilzes unbedingt eingedämmt beziehungsweise reduziert werden, heißt es. Besonders schlimm ist die Situation im Wald bei Biebelried (Kreis Kitzingen): Ein Pilz setzt dem Ahorn zu.

In diesen Städten und Gemeinden sind Bäume von Pilz befallen

 

  • Arnstein (Kreis Main-Spessart)
  • Bamberg
  • Bergrheinfeld (Kreis Schweinfurt)
  • Biebelried (Kreis Kitzingen)
  • Donnersdorf (Kreis Schweinfurt)
  • Euerbach (Kreis Schweinfurt)
  • Geldersheim (Kreis Schweinfurt)
  • Giebelstadt (Kreis Würzburg)
  • Grafenrheinfeld (Kreis Schweinfurt)
  • Neustadt a. d. Aisch
  • Prosselsheim (Kreis Würzburg)
  • Rottendorf (Kreis Würzburg)
  • Schwanfeld (Kreis Schweinfurt)
  • Üchtelhausen (Kreis Schweinfurt)
  • Volkach (Kreis Kitzingen)
  • Waigolshausen (Kreis Schweinfurt)
  • Wasserlosen (Kreis Schweinfurt)
  • Werneck (Kreis Schweinfurt)
  • Willanzheim (Kreis Kitzingen)
  • Winterhausen (Kreis Würzburg)

 

Ausbruch in Bayern? Untersuchung stimmt Experten pessimistisch

In 23 bayerischen Gemeinden sei die Baumkrankheit aufgetaucht, sagte Ludwig Straßer von der LWF in Freising. "Der Schwerpunkt liegt auf der Fränkischen Platte um Würzburg, Schweinfurt, Karlstadt und Kitzingen", erklärte Straßer. Aber auch im oberfränkischen Bamberg und im mittelfränkischen Uffenheim gebe es Funde. Es sei denkbar, dass sich der Pilz weiter ausbreite, vor allem in warmen Gegenden. "Möglicherweise schlummert die Krankheit noch irgendwo", so Straßer.

Auf den Untersuchungsflächen starben 50 bis 90 Prozent der befallenen Bäumen, berichtet das Bayerische Forstministerium. Dies deute darauf hin, dass die Pflanzen relativ rasch erkranken und anschließend absterben. "Die Gefahr einer weiteren Zunahme und Ausbreitung ist gegeben", erklärt das Ministerium auf Anfrage. Befallene Bäume werden eingeschlagen und verbrannt.

Rußrindenkrankheit: Unter folgenden Symptomen leiden betroffene Menschen

 

 

Wer die Sporen einatmet, muss sechs bis acht Stundenspäter mit folgenden Symptomen rechnen:

 

  • Reizhusten
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Atemnot

 

Die Sporen können eine Entzündung der Lungenbläschen hervorrufen, teilt das Landratsamt mit. Die Symptome halten in der Regel mehrere Stunden an. Bei Beschwerden sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen.

Das Gesundheitsamt des Landkreises Würzburg rät Spaziergängern, Verdachtsgebiete zu meiden. Hinweise auf betroffene Regionen erhielten Bürger in den Amtsblättern und auf den Internetseiten der Gemeinden. Bei Symptomen wie Atemnot und Fieber sollten Patienten den Arzt auf eventuelle Waldbesuche und Baumkontakte hinweisen.

Wind verbreitet schwarze Sporen

Hinter der Krankheit steckt der Pilz namens "Cryptostroma corticale". Dieser liebt die Wärme und kann den Bäumen vor allem in langen, heißen Sommern schaden, wenn sie zu wenig Wasser bekommen oder durch andere Stressoren geschwächt sind. Er wächst unter der Rinde als dunkles Geflecht und bildet dort teilweise zentimeterdicke Sporenbeläge aus, die wie Ruß aussehen - daher der Name "Rußrindenkrankheit".

Bei einem infizierten Baum welken die Blätter von oben nach unten und fallen ab, später reißt die Rinde längs auf und es tritt Schleim aus, schließlich platzt die Borke in großen Teilen ab und legt die schwarzen Sporen frei, die mit dem Regen abgewaschen und über den Wind verbreitet werden.

Befallene Bäume sollen gemeldet werden

Der Pilz befällt derzeit hauptsächlich den Bergahorn, kann aber auch Spitz-, Silber- und Feldahorn infizieren. Noch gibt es keine bekannten wirksamen Gegenmaßnahmen, aber die Bestände in Mitteleuropa gelten laut der LWF, der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, nicht als grundsätzlich gefährdet. Zur Prävention eignen sich eine ausreichende Bewässerung und die Vermeidung von Stress für die Bäume.

Ein erkrankter Ahorn sollte gemeldet werden: Fälle im Wald dem Forstamt in Hersbruck unter 09151/ 7270, Bäume außerhalb eines Waldes dem Sachgebiet 55 des Landratsamts, Landschaftspflege und Gartenbau, unter der Nummer 09123/ 9506531. Das Holz muss dann unter Schutzmaßnahmen gefällt und abgedeckt abtransportiert werden, um eine weitere Ausbreitung nicht zu begünstigen; als Brennholz kommt es nicht mehr infrage.

Nach dem Ausnahmesommer 2018 sind die Bedingungen gut für den Pilz - er kann vermehrt auftreten. Seit dem Jahr 2003 gab es immer wieder lokale Funde in mehreren deutschen Bundesländern. Der Erreger stammt vermutlich aus Nordamerika und wurde 1945 erstmals unter dem Namen "sooty bark desease" beschrieben.