Dass manche unserer Lebensmittel - vor allem Fertiggerichte - sehr viel Zucker enthalten, ist hinlänglich bekannt. Doch auch viele andere alltägliche Lebensmittel sind wahre Zuckerbomben. Welche das sind und wie viel Zucker sie wirklich enthalten, erfahren Sie hier.

Zucker ist sehr lecker, aber verdammt ungesund. Und er ist überall. Ob im Krautsalat oder in der Tomatensoße, an vielen Orten versteckt sich Zucker in rauen Mengen, wo wir ihn gar nicht vermuten würden. Wir verraten Ihnen, in welchen Lebensmitteln ein wahrer Zuckerschock auf Sie wartet, ohne dass Sie es wissen.

In diesen Lebensmitteln versteckt sich mehr Zucker, als Sie denken

Zucker in Brot, Zucker im Joghurt, Zucker im Rotkohl? Viele Zuckerbomben sind als diese eher unbekannt.

Pro Jahr essen die Deutschen ungefähr 34 Kilogramm Zucker, fand die Statistikplattform "statista" heraus. Zucker ist Bestandteil vieler Lebensmittel und Getränke und wird in der Ernährungsindustrie gerne als Geschmacksverstärker eingesetzt. Daher befindet sich auch in vielen Lebensmitteln, die wir nicht damit in Verbindung bringen, jede Menge Zucker. Diese Lebensmittel sind die heimlichen Zuckerbomben - und so viel Zucker enthalten sie wirklich.

Fruchtjoghurt

Fruchtjoghurt gilt als gesunder Fitness-Snack, weil er viel Eiweiß enthalten und schlank machen soll. Tatsächlich ist Fruchtjoghurt gar nicht ohne, wenn es um Kalorien geht: Ein normaler 150 Gramm- Becher Fruchtjoghurt enthält je nach Sorte bis zu 20,25 Gramm Zucker. Umgerechnet sind das 6,8 Zuckerwürfel in nur einem Becher.

Dabei stammt der Zucker meist nicht nur aus dem Obst, sondern wird zusätzlich hinzugefügt. Bei vielen Fruchtjoghurt-Sorten steht Zucker an zweiter Stelle der Zutatenliste - noch vor den eigentlichen Früchten. 

Laut der Verbraucherzentrale ist Fruchtjoghurt eher als Süßigkeit denn als gesunder Snack zu verstehen: Viele Fruchtjoghurts aus dem Supermarkt decken bereits die Hälfte des täglichen Zuckerbedarfs für Erwachsene.

Tomatensoße

Dass Ketchup sehr viel Zucker enthält, ist kein Geheimnis mehr - erfahren Sie hier, von welchem Ketchup sie besser die Finger lassen sollten. Doch auch ganz normale Tomatensoße für Nudeln enthält mehr Zucker, als Sie vielleicht denken. 

Foodwatch hat in einem großen Tomatensoßen-Test herausgefunden, dass auch ganz normale Fertig-Tomatensoßen aus dem Glas teilweise eher als Süßigkeiten gelten könnten. Einem Hersteller für Bio-Kindertomatensoße hat Foodwatch daher sogar den Goldenen Windbeutel, den Negativpreis der Verbraucherorganisation, verliehen.

Nudeln Kochen, Tomatensoße heiß machen und fertig ist das leckere Nudelgericht. Doch leider nicht ganz ohne Abstriche: Ein Glas Fertig-Tomatensoße enthält bis zu 33,2 Gramm Zucker - das sind umgerechnet 11,1 Zuckerwürfel. Tipp: Eine Tomatensoße ist schnell gekocht - wenn Sie die Soße selber zubereiten, haben Sie die Kontrolle über die Zutaten.

Orangensaft

Ein Glas Orangensaft deckt nicht nur den Tagesbedarf an Vitamin C (wie es in einer bekannten Werbung heißt), sondern es deckt auch mehr als die Hälfte des Zucker-Tagesbedarfs eines Erwachsenen. Ein Glas Orangensaft enthält ungefähr 22 Gramm Zucker - umgerechnet sind das 7,3 Zuckerwürfel.

Das Problem an der Sache ist, dass man bei Fruchtsäften oft nicht merkt, wie viel Zucker man wirklich zu sich nimmt. Denn prinzipiell sind Fruchtsäfte nicht ungesund. Sie sollten bei Fruchtsäften immer darauf achten, dass sie möglichst hohe Fruchtanteile haben - am besten natürlich 100 Prozent.

Obst ist prinzipiell gesund. Fruchtsaft jedoch enthält sehr viel Fruchtzucker  (Fructose), der in zu hoher Konzentration krank machen kann, so berichtet der NDR. Fruchtsaft sollten Sie aber immer nur in überschaubaren Mengen trinken. Tipp: Verdünnen Sie den Saft mit etwas Wasser, so sparen Sie Zucker und Kalorien und haben auch noch länger etwas davon.

Rotkohl

Ist Rotkohl eine Zuckerbombe? Aber hallo! Hier geht es allerdings nicht um den Rotkohl an sich, sondern vielmehr um den eingelegten Rotkohl aus dem Glas oder dem Beutel. Dieser enthält nämlich sehr viel Zucker, damit er länger hält. Eine Alternative für alle, die aus gesundheitlichen Gründen mehr Gemüse essen wollen, ist der eingelegte Rotkohl daher mit Sicherheit nicht.

Ein Glas eingelegten Rotkohls enthält unglaubliche 54 Gramm Zucker, das sind 17,5 Zuckerwürfel. Der Grund dafür ist der Glucose-Fructose-Sirup, welcher dem Kohl hinzugefügt wird, um ihn haltbar zu machen. Dieser Zucker lagert sich auch im Rotkohl ab, sodass ein abwaschen nicht hilft. Auch hier gilt: Selber machen schmeckt nicht nur besser, sondern ist auch gesünder.

Lese-Tipp: Für mehr Informationen um Zucker in unseren Lebensmitteln und wie er potenziell krank macht, empfiehlt sich das Buch von Dr. Robert H. Lustig "Die bittere Wahrheit über Zucker: Wie Übergewicht, Diabetes und andere chronischen Krankheiten entstehen und wie wir sie besiegen können"*.

Fruchtriegel und Müsli

Viele Sportler schwören auf sie: Fruchtriegel und Müsli. Eine gesunde Snack-Alternative zu ungesunden Schokoriegeln und Cornflakes? Leider ist das nicht ganz so einfach. 

Fruchtriegel, die zum Großteil aus getrockneten Früchten bestehen, haben oft einen sehr hohen Zuckeranteil. Ein Mangoriegel mit fast 90 Prozent Fruchtanteil besteht zu circa 50 Prozent aus Zucker. Etwas über 20 Gramm Zucker enthält der durchschnittliche Fruchtriegel, das sind etwa 7,3 Zuckerwürfel.

Auch Fertig-Müsli hat nur einen gesunden Anstrich: Viele gesund aussehende Fruchtmüslis mit Haferflocken, Gojibeeren, Rosinen etc. enthalten pro Packung bis zu 140 Gramm Zucker - umgerechnet 45 Zuckerwürfel.

Das liegt daran, dass beim vermeintlich gesunden Fertig-Müsli sowohl die Trockenfrüchte als auch die Hafer- und Cornflakes oft extra gezuckert werden. Aus diesem Grund wurde etwa das Vitalis Früchtemüsli von Dr. Oetker von der Verbraucherzentrale Hamburg zur Mogelpackung des Jahres gewählt. Auch bei Müsli ist es daher gesünder, es selber zusammenzustellen.

Krautsalat

Auch der Krautsalat hat es in sich, wenn es um den Zuckergehalt geht. Das beliebte Mitbringsel für den Grillabend bei Freunden entpuppt sich als etwas, das den Namen "Salat" nicht zweifelsfrei verdient. Wie beim Rotkohl trügt hier der Schein von gesundem Gemüse.

Bei vielen, vor allem billigeren Krautsalaten stellt Zucker eine der Hauptzutaten dar. In 100 Gramm Fertig-Krautsalat stecken ungefähr 14 Gramm Zucker, das sind umgerechnet circa 4,7 Zuckerwürfel.

Zwar ist dies nicht so eine schockierend hohe Zahl wie beim Rotkohl, dennoch erwartet man auch hier eigentlich etwas anderes. Auch beim Krautsalat gilt die Regel: Selbst gemacht schmeckt besser und ist am gesündesten.

Süße Getränke wie Joghurt- oder Energydrinks

Verbraucherorganisationen wie Foodwatch schlagen Alarm: Süße Getränke gefährden die Gesundheit massiv und die Deutschen sind Europameister im Konsum süßer Getränke. Der regelmäßige Konsum von süßen Getränken fördert Übergewicht, Fettleibigkeit und lebensgefährliche Krankheiten wie Diabetes. Doch das Problem sind nicht nur Cola & Co.

Denn auch in Joghurt-Drinks beispielsweise, die ähnlich wie der Fruchtjoghurt einen Ruf als gesunder Snack für zwischendurch haben, befinden sich hohe Mengen an Zucker. Joghurt-Getränke enthalten auf 100 Gramm ungefähr 11 Gramm Zucker, umgerechnet etwa 3,6 Zuckerwürfel. Da die meisten Joghurt-Drinks aber größer sind, enthalten sie entsprechend mehr Zucker.

Auch Energydrinks enthalten große Mengen an Zucker: Pro 500 Milliliter-Dose enthalten die süßen Wachmacher etwa 78 Gramm Zucker, das sind umgerechnet etwa 26 Zuckerwürfel.

Auch interessant: Die Bundesregierung will unsere Lebensmittel gesünder machen, ist in Fertigprodukten daher mittlerweile weniger Zucker enthalten als vorher?

Balsamico-Creme

Viele Lebensmitteln, von denen man es gar nicht erwartet, enthalten große Mengen an Zucker. So auch die Balsamico-Creme. Das beliebte Dressing aus Traubenmostkonzentrat hat es ganz schön in sich. Etwa 115 Gramm Zucker enthält eine Flasche Balsamico-Creme - ungefähr 38 Zuckerwürfel.

Wer sein Dressing zuckerärmer gestalten möchte, sollte zu Essig und Öl greifen. Wussten Sie, dass Balsamico-Creme gar kein echter Balsamico-Essig ist? Lesen Sie hier unseren Artikel rund um den beliebten italienischen Essig.

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