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Darmkrebs frühzeitig erkennen: Auf diese Warnsignale solltest du achten

Darmkrebs ist besonders tückisch, das sich die Erkrankung meist nur durch leichte Symptome bemerkbar macht. Experten sind sich deshalb sicher: Prävention ist die beste Medizin. Alle Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten stellen wir dir hier vor.
Erste Anzeichen für Darmkrebs
Mehr als 40 Prozent der Menschen weltweit haben Magen- oder Darmerkrankungen. Foto: Pixabay/JimCoote
  • Anzeichen für Darmkrebs: Das sind die Ursachen für einen Tumor
  • Die "Fünffingerregel": So kannst du vorbeugen
  • Darmkrebs erkennen: Symptome und Behandlung der Erkrankung
  • Darmkrebs-Prävention: Wie kannst du dich schützen?

Wenn man ihn bemerkt, kann es bereits zu spät sein: Darmkrebs. Mit etwa 33.100 Männern und rund 27.900 Frauen, die pro Jahr neu an Darmkrebs erkranken, zählt die Krankheit deutschlandweit zu den häufigsten Krebsarten. Hinzu kommen jährlich ungefähr 27.000 Todesfälle. Der Tumor tötet - deswegen sollte man stets auf seinen Körper hören und bei möglichen Symptomen nicht zögerlich handeln. 

Darmkrebs - das steckt dahinter

<strong>Darmkrebs</strong> gilt als eine der häufigsten Tumorerkrankungen. Darmkrebs entsteht, wenn sich im Darm tumoröse Wucherungen bilden. In der Regel beginnen diese Wucherungen als kleine gutartige Zellklumpen, sogenannte Polypen, die sich an der Darminnenwand bilden. Das Gefährliche daran: Polypen rufen, wenn überhaupt, nur sehr wenige und leichte Beschwerden hervor.

Wachsen die Polypen, werden sie Adenome genannt. Fortgeschrittene Adenome können sich dann verändern und zu bösartigem Darmkrebs entwickeln. Meist sind der Dickdarm oder der Enddarm davon betroffen.

Außerdem steigt die Erkrankungsgefahr statistisch gesehen mit zunehmendem Alter. Zwar kann der Tumor auch schon in jungen Jahren auftreten - grundsätzlich sind jedoch mehr ältere als jüngere Menschen betroffen. 

Darmkrebs-Erkrankung: Die Ursachen des Tumors 

Die Ursachen für eine Erkrankung sind nicht immer eindeutig, verschiedene Faktoren können ein Auftreten begünstigen. Ein wichtiger Faktor sind die Darmkrebsfälle innerhalb der eigenen Familie. Eine Erkrankung innerhalb der Familie bedeutet statistisch gesehen ein erhöhtes Risiko zur Selbsterkrankung.

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Zudem beeinflusst die Ernährung das Darmkrebsrisiko: Eine unausgewogene Ernährung mit viel rotem Fleisch, wenig Ballaststoffen oder wenig Obst und Gemüse bringt eine höhere Gefahr der Erkrankung mit sich.

Auch Übergewicht, intensiver Konsum von Alkohol und Tabak begünstigen Darmkrebs. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung dem Erkrankungsrisiko entgegengewirkt werden kann. 

Die "Fünffingerregel" verringert das Risiko 

Eine publizierte Veröffentlichung im Fachmagazin "Gastroenterology" untersucht ebenfalls die Risikofaktoren. Dabei wurden die Auswirkungen von fünf Faktoren untersucht: Rauchverhalten, Alkoholkonsum, Ernährung, Bewegung und Körpergewicht.

Für die Studie wurden 4092 Darmkrebspatienten und 3032 Kontrollpersonen untersucht und in Gruppen geteilt. So konnten die möglichen Einflussfaktoren untereinander verglichen werden.

Dabei zeigte sich, dass sich das Darmkrebsrisiko mit einer gesünderen Lebensweise reduziert. Es mache keinen Unterschied, welcher Faktor beachtet werde: Alle haben etwa gleich starke Auswirkungen auf das Darmkrebsrisiko. Die Kombination aller "Lifestyle-Faktoren" reduziere das Risiko am meisten. Die genetischen Merkmale seien unabhängig davon und beeinflussen das Ergebnis nicht. 

Darmkrebs - Symptome und Behandlung

Im frühen Stadium treten häufig keine größeren Beschwerden auf, was den Tumor oft unbemerkt lässt. Aber gerade das ist es, was ihn so gefährlich macht. Denn leichte Symptome werden oft einfach schnell abgetan. Symptome wie blutiger Stuhlgang, Veränderung in der in den Stuhlganggewohnheiten und Darmbeschwerden wie Völlegefühl und Blähungen sind Anzeichen, die sich auch schon in frühen Stadien von Darmkrebs bemerkbar machen. In fortgeschrittenen Stadien können heftigeren Symptome wie Blutarmut, Gewichtsverlust oder Darmverschluss hinzukommen. Diese Symptome solltest du kennen:

  • abwechselnd auftretend Durchfall und Verstopfung
  • Veränderung in der Stuhlkonsistenz, beispeilsweise weicher oder harter Stuhl
  • Blut im Stuhl
  • helles Blut beim Stuhlgang, das aus dem Rektum kommt
  • ständiges Gefühl bzw. Bedürfnis, Stuhl entleeren zu müssen
  • Bauchschmerzen, Krämpfe, Völlegefühl oder Blähungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwächegefühl und Müdigkeit
  • ungewollte Gewichtsabnahme
  • Appetitverlust
  • Reizdarmsyndrom
  • Eisenmangel

Untersuchung und Behandlung: Wird der Tumor bei einer Untersuchung entdeckt und die Diagnose Darmkrebs gestellt, so sitzt der Schock beim betreffenden Patienten erstmal tief. Die gute Nachricht ist aber: Darmkrebs ist kein medizinischer Notfall, was bedeutet, dass er nicht sofort behandelt werden muss. Bei einer Behandlung wird der Tumor meist operativ entfernt, wobei zusätzlich eine Chemo- oder Strahlentherapie eingesetzt werden kann.

Prävention? Wo, wann und wie?

Um das Risiko einer möglicherweise tödlichen Erkrankung zu senken und gleichzeitig die Heilungschancen zu erhöhen, können Präventionsmaßnahmen -also Maßnahmen zur Vorsorge- ergriffen werden. Mit einer Vorsorgemaßnahme wie der Darmspiegelung soll Darmkrebs in einem frühen Stadium erkannt und behandelt werden.

Anspruch auf eine bezahlte Darmkrebsfrüherkennung haben dabei alle gesetzlich Versicherten im Alter von mindestens 50 Jahren. Ab einem Alter von 50 Jahren gilt der Anspruch auf einen immunchemischen Stuhltest, ab einem Alter von 55 Jahren der Anspruch auf Darmspiegelung, die Vorsorgekoloskopie.

Bei gesetzlich Versicherten im Alter von 25 bis 49 Jahren ist die Lage anders: Sie haben keinen Anspruch auf eine bezahlte Darmkrebsvorsorge.

"Präventiophobie": Die Angst vor der Vorsorgeuntersuchung - was steckt dahinter?

Vorsorgeangebote werden leider nur in geringem Maße genutzt: Über 98 Prozent der Anspruchsberechtigten nutzen jährlich die Vorsorgekoloskopie nicht, weil sie eigenen Angaben zufolge "keine Probleme mit dem Darm" haben.

Ergebnisse eines studentischen Forschungsprojekts, die im Januar 2020 veröffentlicht wurden, zeigen außerdem, dass es eine Angst vor der Untersuchung gibt. "Präventiophobie" ist der inoffizielle Begriff, mit dem das Hinauszögern und die Angst vor einer Vorsorgeuntersuchung gemeint ist. 

Laut einer Umfrage des Forschungsprojekts gaben 32 Prozent der Befragten über 45 Jahren an, dass Sie erst zur Vorsorge gehen würden, wenn Symptome und Anzeichen von Darmkrebs auftreten. Häufig ist eine Prävention dann nicht mehr möglich und eine operative Behandlung unumgänglich.

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