57 Jahre lang ein Gotteshaus: Jetzt wird aus fränkischer Kirche eine Sporthalle

1 Min

Fast sechs Jahrzehnte lang wurden in der Kirche Gottesdienste abgehalten. Nun gibt das Bistum Würzburg das Gebäude auf. Ab Sommer 2027 sollen Sportler dort eine neue Heimat finden.

Es war ein emotionaler Tag für die Gläubigen: Am Sonntag (26. Juli 2026) haben sich die Türen der katholischen Pfarrkirche Sankt Andreas in Unterfranken nach fast sechs Jahrzehnten für immer geschlossen - zumindest als Ort des Glaubens. Im Auftrag von Bischof Franz Jung vollzog Domkapitular Dekan Stefan Gessner bei einer Messe die offizielle sogenannte Profanierung des Kirchengebäudes.

Symbolreich wurde am Ende des Gottesdienstes in Sankt Andreas im Würzburger Stadtteil Sanderau das eucharistische Brot aus der Kirche getragen. Künftig setze die Gemeinde ihr kirchliches Leben gemeinsam mit der Pfarrei Sankt Adalbero in deren Kirche fort, so das Bistum, das sich in seiner Pressemitteilung erfreut darüber zeigt, dass das Gebäude weiter genutzt werden soll.

Bistum selbst gibt Impuls zur Nachnutzung des Würzburger Kirchengebäudes

Pfarrer Tobias Fuchs war beim Abschiedsgottesdienst spürbar ergriffen. "Dieser Gottesdienst steht unter einem besonderen Vorzeichen", erklärte er. Für viele Menschen in der Äußeren Sanderau sei die Sankt-Andreas-Kirche über Generationen hinweg geistliche Heimat gewesen.

In einem Schreiben, das im Gottesdienst verlesen wurde, drückte Bischof Jung seine Dankbarkeit dafür aus, dass das Kirchengebäude mit seiner markanten Architektur künftig erhalten bleibe. Als Kirche am 30. November 1968 geweiht, hat das Gebäude nun als Gotteshaus ausgedient. Den entscheidenden Anstoß zur ungewöhnlichen Nachnutzung habe Jürgen Emmert, Leiter der Abteilung Kunst im Bischöflichen Ordinariat, gegeben.

Emmert habe Anfang vergangenen Jahres den Kontakt zu den Betreibern der Boulderhalle Würzburg hergestellt, berichtete Fuchs. Und diese waren offenbar überzeugt von der Idee, aus der Kirche eine Boulderhalle zu machen.

Sankt Andreas soll als Boulderhalle unter neuem Namen eröffnen

Nach einer umfassenden Umbau- und Modernisierungsphase soll die ehemalige Sankt-Andreas-Kirche unter dem Namen "Rock Inn" als Boulderhalle im Sommer kommenden Jahres wiedereröffnet werden.

Pfarrer Fuchs sprach den Geschäftsführern Andreas Schmitt und Thomas Meyer seinen Dank für deren mutigen Schritt und den spürbaren Respekt gegenüber dem Bauwerk aus. Weitere Nachrichten aus Würzburg und Umgebung findest du in unserem Lokalressort.

Vorschaubild: © Bistum Würzburg