Vergessene Tradition: Warum jetzt Sauermilch in der modernen Küche glänzt

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Sauermilch war früher in der Küche ganz selbstverständlich im Einsatz. Heute ist sie ein guter Ersatz für Buttermilch - aber in der modernen Küche fast vergessen.

  • Nicht schlecht, sondern lecker: Das ist Sauermilch
  • Ähnlich, aber doch besonders: der Unterschied zu Buttermilch
  • Mal etwas anderes probieren: weitere Alternativen zu Buttermilch

In deutschen Küchen ist Buttermilch ein verbreiteter Geschmacksträger. Sie wird beim Backen von Pfannkuchen, Marinieren von Fleisch oder für Dressings genutzt und sorgt für Säure, Feuchtigkeit und einen angenehmen Geschmack. Aber was tun, wenn keine Buttermilch im Kühlschrank steht? Eine Lösung lautet Sauermilch. Sie ist ein traditionelles Milchprodukt, das viele der Eigenschaften von Buttermilch mitbringt und in vielen Küchen früher selbstverständlich war. Wir erklären die Unterschiede zwischen beiden Milchsorten und geben praktische Tipps für den Einsatz zu Hause.

Das ist Sauermilch

Milch, die etwas länger im Kühlschrank steht, wird sauer. Die meisten Menschen schütten die Milch in diesem Stadium weg. Dabei kannst du mit Sauermilch in der Küche noch arbeiten. Denn Sauermilch bezeichnet Milch, die säuerlich geworden ist – entweder durch natürliche Fermentation mit Milchsäurebakterien oder durch gezielte Säuerung mit Säure wie Zitronensaft oder Essig.

Du kannst Sauermilch auch selbst herstellen, wenn du sie für deine Rezepte benötigst. Es gibt sie in Form von fermentierter Sauermilch, die durch Bakterien entsteht, die Milchzucker, also Laktose, in Milchsäure umwandeln. Das sorgt für Geschmack, Haltbarkeit und Bekömmlichkeit.

Die zweite Variante ist säuerlich hergestellte Sauermilch. Sie entsteht, wenn du frischer Milch zusätzlich Säure beifügst. Auch dabei verändern sich Geschmack und Konsistenz der Milch deutlich. Sauermilch ist folglich kein Synonym für verdorbene Milch. Sie kann gezielt erzeugt und auch sicher verzehrt werden.

Der Unterschied zu Buttermilch

Warum ist Sauermilch eine gute Alternative zu Buttermilch? Schauen wir uns die Unterschiede zwischen den Milchsorten an. Obwohl Sauermilch und Buttermilch ähnlich sind, sind sie nicht identisch. Buttermilch war ursprünglich das flüssige Nebenprodukt, das bei der Herstellung von Butter anfällt. Heute wird sie meist industriell hergestellt durch die gezielte Beigabe von Milchsäurebakterien.

Dadurch entstehen ein bestimmter Säuregrad und die typisch dickliche Konsistenz von Buttermilch. Auch Sauermilch kann durch Fermentation oder durch eine Beigabe von Säure hergestellt werden und ist nicht zwingend das Ergebnis einer natürlichen Fermentation.

Trotz dieser Unterschiede besitzen beide Milchprodukte eine ähnliche Säure und können daher in vielen Rezepten, zum Beispiel als Säurequelle in Teigen oder Marinaden, eingesetzt werden. Unter anderem bei Backrezepten mit Backpulver oder Natron sorgen beide Milchvarianten für eine gute Triebwirkung. Beim Backen von Pfannkuchen, Muffins oder Kuchen kannst du Sauermilch meist 1:1 anstelle von Buttermilch verwenden.

Weitere Alternativen zu Buttermilch

Sauermilch ist nur eine von vielen Alternativen, die du nehmen kannst, wenn dir Buttermilch im Kühlschrank fehlt. Um die richtige Säure für deine Rezepte zu bekommen, kannst du neben Sauermilch auch Joghurt oder Magerquark sauer machen. Kefir funktioniert in vielen Rezepten ebenfalls sehr gut. 

Wenn du die leicht dickliche Konsistenz der Buttermilch benötigst, kannst du Joghurt oder Magerquark mit normaler Milch mischen. Durch die langsame Beigabe der Milch kannst du die Konsistenz angleichen und später die Säure zum Beispiel mit Essig oder Zitronensaft einbringen. 

Kefir gilt als eher außergewöhnlich in der Backstube. Dabei eignet er sich hervorragend als 1:1-Ersatz für Buttermilch, weil die türkische Milchvariante unserer Buttermilch in Geschmack und Konsistenz am nächsten kommt. Durch seine natürliche Säure sorgt er in Kombination mit Backpulver oder Natron für einen lockeren und saftigen Teig. Besonders gut harmoniert Kefir mit Zitronenabrieb, Vanille oder Früchten wie Aprikosen.

Vorschaubild: © KI-generiertes Symbolbild/Google Gemini