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Spiele-Rezension

Spiele-Test "Tiefseeabenteuer": Atemberaubende U-Boot-Schatzjagd in der Mini-Box

Ein U-Boot, ein Sauerstofftank, mehrere Schatztaucher, die sich gegenseitig den größten Schatz wegschnappen wollen: „Tiefseeabenteuer“ ist alles andere als ein kooperatives Miteinander. Verbirgt das minimalistisch aufgemachte Würfelspiel ein spannendes Tiefseeabenteuer? Wir haben tief Luft geholt und die Schatzsuche getestet.
Spiele-Test "Tiefseeabenteuer" von Oink Games: Maxi-Spaß in der Mini-Box
Die Box von Tiefseeabenteuer ist ungefähr so groß wie zwei übereinander gelegte Zigarettenschachteln. Sie bietet aber 20 bis 30 Minuten Spaß für 2 bis 6 Spieler ab 8 Jahren. Foto: Stefan Lutter/inFranken.de
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  • „Tiefseeabenteuer“: Rezension des Familien-Würfelspiels
  • So spielt sich die atemberaubende Schatzjagd im U-Boot
  • Infos, Bewertung und Fazit

In der (für Oink-Games typischen) kleinen Schachtel von "Tiefseetaucher" verbirgt sich mehr Zubehör als erwartet: ein blaues U-Boot aus Karton, Abenteurer-Figuren, jede Menge Entdeckungschips und zwei Spezial-Würfel. 

Wie spielt sich „Tiefseeabenteuer“?

Darum geht es: Wir sind konkurrierende Schatztaucher auf einem gemeinsamen U-Boot und versuchen Schätze aus der Tiefsee zu holen. Jeder will den größten Schatz bergen, muss sich aber den knappen Sauerstoff mit der restlichen Besatzung teilen. Aber allein die Tatsache, dass uns das Schicksal auf diese Weise zusammengeführt hat, heißt ja noch lange nicht, dass wir auch kooperieren müssen. Im Gegenteil.

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Durch den Wurf der beiden besonderen Würfel (sie zeigen nur die Ziffern 1 bis 3) muss die eigene Spielfigur über einen Pfad aus Entdeckerplättchen in die Tiefen des Meeres bewegt werden. Je tiefer der Schatz, umso mehr Punkte bringt er am Ende. Jedes der Plättchen kann als Schatz eingesammelt werden. Doch Achtung: Je mehr Schätze man während eines Tauchgangs einsammelt, umso mehr Sauerstoff verbraucht man und umso langsamer kommt man vorwärts.

Der Sauerstoff muss reichen, um Schatz zu erreichen und ihn wieder ins U-Boot zu bringen. Ablesbar ist die Sauerstoffanzeige mit einem kleinen Marker auf dem U-Boot. Wer es zurück zum Ausgangspunkt schafft, kann die gesammelten Schätze zum ersten Mal anschauen -  und auf den Punktestapel legen. Wem die Rückkehr ins U-Boot nicht gelingt, verliert alle während der Runde ergatterten Schätze. Gespielt wird über drei Runden, wer am Ende der dritten Runde die meisten Punkte hat, gewinnt.

Auf Tauchstation: Sauerstoff als limitierender Faktor

Das Spielprinzip von „Tiefseeabenteuer“ erhält seinen Reiz durch den einen besonderen kompetitiven Kniff: Limitierender Faktor ist der Sauerstoff, der von allen Mitspielern gemeinsam verbraucht wird. Da man einen gemeinsamen Sauerstoffvorrat hat, kann man den Tauchgang der Gegner negativ beeinflussen, indem man kurz vor dem eigenen Auftauchen versucht, den Sauerstoff aufzubrauchen. Etwa durch zusätzliches Einsammeln wertloser Gegenstände.

So kam es in unseren Testrunden nicht nur einmal vor, dass eine Person am Tisch fuchsteufelswild wurde, weil sie selbst mit ihrer Beute zum Absaufen verdammt war. Und das nur, weil wieder einer der anderen Gierhälse am Tisch schwer beladen den ganzen Sauerstofftank leer geatmet hat, nur um sich noch in letzter Sekunde auf das U-Boot zu retten.

Was uns an „Tiefseeabenteuer“ beeindruckt hat, ist die für ein kleines Spiel beachtliche Tiefe, die hier wörtlich genommen werden kann: Das Tauch-Thema ist verblüffend gut umgesetzt, kleine taktische Entscheidungen und Risikobereitschaft (Push-your-luck-Komponente) sorgen oft für große Spannung, weil erst ein letzter Zug die/den Sieger*in kürt. Obwohl der Ablauf leicht zu verstehen ist, ist die atemberaubende Schatzjagd kein Spiel für nebenbei. Stets ist Konzentration erforderlich, um immer daran zu denken, den Sauerstoffvorrat zu verändern.

Infos und Fazit

Die angegebene Spielanzahl ist zwar korrekt. Dennoch haben unsere Runden ergeben, dass sich die Tauchfahrt besser für mehrere Spielende eignet, weil sie dann spannender ist. Als optimale Anzahl sehen wir vier Personen, zu zweit dagegen können wir das  „Tiefseeabenteuer“ nicht empfehlen. 

An Design und Verpackung scheiden sich bei uns die Geister. Einige von uns halten das Spiel für optisch nicht sonderlich ansprechend, gerade für Kinder wären Bilder von Schätzen oder ein schöner gestaltetes U-Boot anschaulicher. Andere wiederum empfanden gerade die minimalistische Gestaltung ohne die gewohnten quietschbunten Farben als angenehm. Die reduzierte Optik ist nun einmal das Markenzeichen der japanischen Spieleentwickler von Oink Games, deren Bekanntheit in der jüngeren Vergangenheit immer weiter gewachsenen ist. Ebenso Oink-typisch ist auch die Größe der Box - oder, genauer gesagt, die geringe Größe. Es ist schon erstaunlich, dass eine U-Boot-Schatzjagd in einen Karton passt, der ungefähr so groß ist wie zwei übereinandergelegte Zigarettenschachteln.

  • Infos zu „Tiefseeabenteuer“ im Überblick:
    • Spieleranzahl: 2 bis 6 
    • Altersempfehlung: ab 8 
    • Dauer: 30 Minuten
    • Verlag: Oink Games
    • Autor: Jun Sasaki
  • Pro: 
    • Fieses Push-your-luck-Spiel
    • simples, schnelles Spiel
    • gewisser Spannungsfaktor, da die Spielweise der Gegner eigenes Spiel beeinflusst
    • für große Runden gut geeignet
  • Contra:
    • Zu zweit nicht empfehlenswert
    • Ungewohnte minimalistische Optik 
  • Redaktionswertung: 8 von 10 Punkten

Fazit: Ein schneller und (buchstäblich) kleiner Tauch-Wettkampf mit Ärgerfaktor und gutem Spannungsbogen. Mit „Tiefseeabenteuer“ bietet Oink Games so viel maximalen Spielspaß in einer Mini-Box, dass einem die Luft wegbleibt.

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Transparenzhinweis: Für das Testen des Spiels hat uns der Verlag ein Rezensionsexemplar ohne weitere Auflagen zur Verfügung gestellt.

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