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Spiele-Rezension

Spiele-Test "Gegensatz": So gut ist die Zauberer-Zeitreise mit nur 18 Karten

Wie viele Karten benötigt ein Spiel? Mit dieser Frage beschäftigt man sich zwangsläufig, wenn man die Schachtel von „Gegensatz“ öffnet. Ob ein taktisch geprägtes Kartenspiel mit nur 18 Spielkarten funktionieren kann, zeigt unser Test.
Spiele-Test Gegensatz: Rezension des Micro-Kartenspiels
Unscheinbarer Titel, unscheinbare Box: Die Optik von Gegensatz macht wenig neugierig. Foto: Stefan Lutter/inFranken.de
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  • Gegensatz“: Rezension des Micro-Kartenspiels
  • So spielt sich das magische Duell auf dem Zeitstrahl
  • Infos, Bewertung und Fazit

Zeitreise und Zauberer – das klingt doch nach schönen Zutaten für ein kleines Kartenspiel. Und dann das: In der Box sind gerade mal 25 Karten. Und die Anleitung erklärt, dass sechs davon eine eigene Erweiterung sind. Und eine als Übersicht dient. Genau genommen spielt man „Gegensatz“ also mit nur 18 Karten. Was wunderbar klappt, wie unsere Testrunden gezeigt haben.  

Wie spielt sich „Gegensatz“?

Ausgiebig ausprobiert haben wir das Kartenspiel in der Zweier-Variante, die auch eine Fantasy-Hintergrundstory bietet. Jede/r Spieler*innen ist ein Zauberlehrling, der mithilfe magischer Relikte durch die Zeit reist, um Magie-Kristalle zu sammeln. Das Spiel bildet das folgendermaßen ab: Die beiden Spielenden sitzen sich gegenüber, zwischen ihnen befindet sich der Zeitstrahl aus Reliktkarten. Als Spielstein-Ersatz verwenden sie Zauberstab-Karten, die sie im Spielverlauf am Zeitstrahl entlang bewegen.

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Dazu gibt es drei Reliktkarten auf der Hand – und jede/r versucht, ein „Trio“ zu sammeln (dreimal die gleiche Zahl, dreimal die gleiche Farbe oder dreimal das gleiche Symbol). Dafür spielt man Karten aus, reist damit durch die Zeit und nimmt die Karte am entsprechenden „Zeitpunkt“ auf die Hand. Zahlenkarten entsprechen Schritte auf der Zeitleiste in die Zukunft, Symbole oder Farben stehen für Sprünge in die die Vergangenheit. Als Belohnung winken Magie-Kristalle (weiße Holzchips). Wer fünf davon gesammelt hat, gewinnt das Spiel. 

Neben dem Kartensammeln gibt es eine weitere Möglichkeit, um die begehrten Kristalle zu bekommen: an die Position des Zeitstrahls zu ziehen, an der sich gerade der/die Kontrahent*in befindet. Dann kommt es zum Duell – die Handkarten werden aufgedeckt, die Zahlen summiert und wer den höheren Wert hat, darf sich als Duell-Sieger*in einen Magie-Kristall von der/dem Unterlegenen klauen. 

Infos und Fazit

Laut Hersteller handelt es sich bei „Gegensatz“ um ein „Microgame“, das „überraschend viel Spieltiefe in nur 25 Karten“ bieten soll. Nach unseren Testrunden können wir diese Beschreibung voll und ganz unterschreiben. Das Spiel kombiniert bekannte Mechanismen auf ansprechende Weise neu, weshalb es schnell erklärt und schnell gespielt wird. Dennoch ist es raffiniert, weil man immer wieder vor der Entscheidung steht, welche Karte zum Sammeln und welche zum Ziehen verwendet wird. Vor allem, weil das Gegenüber ja immer auch die gewünschte Karten wegschnappen kann. Und durch die Duelle kommt Interkation ins Spiel. Toll, dass Frosted Games gleich eine Solo-Erweiterung (plus einer weiteren Variante mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad) mit in die Schachtel gepasst hat. Auch diese lässt sich gut spielen, trotzdem empfehlen wir „Gegensatz“ als Zwei-Spieler-Spiel.

Abzüge geben wir dem Spiel lediglich in der B-Note. Der Titel „Gegensatz“ ist schon etwas dröge (wobei der Originaltitel „Antinomy“ da auch keine Bäume ausreißt), ein klein wenig griffiger hätte es schon sein können. Und während die Karten ordentlich designt sind, macht das Cover viel zu wenig her. Von daher ist „Gegensatz“ also ein klassischer Fall von „hässliches Entlein“. Und natürlich darf man sich vom Fantasy-Zauber-Setting nicht zu viel erwarten. Wie so oft bei Spielen ist das Thema völlig aufgesetzt. Man fühlt sich nie als zeitreisender Zauberer, sondern als Kartensammler, die von Position zu Position zieht.

Diese kleinen Mängel fallen aber nicht besonders ins Gewicht, unter dem Strich ist „Gegensatz“ ein gelungenes Kartenspiel (nicht nur, aber vor allem) für zwei Spieler. Der Anspruch trägt zwar nicht über einen kompletten Abend, taugt aber allemal für die eine oder andere Revanche.  

  • Infos zu „Gegensatz“ im Überblick:
    • Spieleranzahl: 1 bis 2 Spieler 
    • Altersempfehlung: ab 10
    • Dauer: 20 bis 30 Minuten
    • Verlag: Frosted Games
    • Autor: John Baluci
  • Pro: 
    • Schnell erklärt und schnell gespielt
    • Findiges Spielprinzip
    • anspruchsvoller, als es zunächst den Anschein hat
    • mit Erweiterung für Solospieler
  • Contra:
    • Unscheinbare Gestaltung
    • Aufgesetztes Thema (zeitreisende Zauberlehrlinge) 
  • Redaktionswertung: 8 von 10 Punkten

Fazit: Zauberduelle auf dem Zeitstrahl – „Gegensatz“ hält zwar nicht, was diese Story verspricht, punktet aber durch originelle Mechanismen-Kombi und eingängige Spielweise. Ein Geheimtipp für alle, die auf der mühsamen Suche nach guten Kartenspielen für zwei Personen sind.      

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Transparenzhinweis: Für das Testen des Spiels hat uns der Verlag ein Rezensionsexemplar ohne weitere Auflagen zur Verfügung gestellt.

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