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Spiele-Rezension

Spiele-Test "Beasty Bar": Das Kartenspiel, mit dem ihr andere und euch tierisch ärgert

Alle Tiere wollen in die Beasty Bar. Doch wie kommen sie am Türsteher-Gorilla vorbei? Und lohnt sich das Anstehen überhaupt? Wir waren mit Känguru und Krokodil in der Drängelmeile, doch die Robbe hat uns übers Ohr gehauen. All das ereignet sich beim tierisch-witzigen Kartenspiel "Beasty Bar", das wir getestet haben.
Spiele-Test "Beasty Bar": Tierisches Kartenspiel
2 bis 4 Spieler*innen ab 8 Jahren können sich in die Warteschlange für die "Beasty Bar" stellen. Foto: Stefan Lutter/inFranken.de
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  • Beasty Bar: Rezension des tierischen Kartenspiels
  • So gehts zu auf der Drängelmeile zwischen Türsteher und Rauswerfer
  • Infos, Bewertung und Fazit

Das Kartenspiel Beasty Bar können zwei bis vier Personen spielen, und für jeden gibt es zwölf identische und große Tierkarten seiner gewählten Farbe. Und diese Karten sind ausnehmend groß und so lustig illustriert, dass es schon alleine dadurch eine Freude ist, mit ihnen zu spielen. Jede Karte zeigt ein anderes Tier, und jedes Tier hat eine besondere Eigenschaft.

Wie spielt sich „Beasty Bar“?

Auf den Spieltisch kommt eine weitere Karte, das Heaven’s Gate, der Einlass zur namensgebenden Bar. Dann bleiben fünf Plätze leer, das wird die Drängelmeile, und dann wird die Rauswurf-Karte platziert. Hier bei den Mülltonnen ist der Ablagestapel für die, die es nicht geschafft haben, in die Beasty Bar zu kommen. Jeder Mitspielende startet mit einem identischen Tierkarten-Set mit zwölf Charakteren, von denen vier zufällig gezogene Tiere auf die Hand genommen werden. Ziel ist es möglichst viele seiner  tierischen Gefährten in die Beasty Bar lotsen. Dazu platziert im Uhrzeigersinn einer nach dem anderen eine vier Handkarten in der Drängelmeile und zieht dann wieder eine Karte von seinem eigenen verdeckten Nachziehstapel. Liegen mehr als fünf Tiere in der Drängelmeile, wird das Heaven’s Gate geöffnet und die ersten zwei Tiere dürfen in die Bar. Das letzte Tier fliegt raus, auf den Ablagestapel bei den Mülltonnen.

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Der Clou an dem Spiel sind die Eigenschaften der Tiere (die sich erst im Laufe der Zeit einprägen – gönnt euch also die eine oder andere Proberunde!). So kann das Stinktier die zwei Tierarten mit den höchsten Kartenwerten aus der Drängelmeile hinauskatapultieren. Das Krokodil frisst alle Tiere, deren Kartenwert niedriger ist als seiner. Unser Favorit ist die Robbe: Sie vertauscht Einlass und Rauswurf-Karte und steht damit an erster Stelle, wenn sie es als letzte in die Drängelmeile geschafft hat.

Da sich kaum einer diese Fähigkeiten auf Anhieb merken kann, gibt es eine hilfreiche Übersichtkarte. Im Auge behalten muss man noch vier Tiere mit ständigen Aktionen. Diese bedeuten, dass die Eigenschaften der Tiere nicht nur einmal, sondern im Zug jedes Spielers erneut abgefragt werden.

Tierischer Spaß und tierischer Frust

Beasty Bar ist ein herrliches Kartenspiel für den Einstieg oder Ausklang des Spieleabends, aber auch für zwischendurch. Sobald alle mit den Eigenschaften der Karten vertraut sind und wissen, wie sie vermeintlich schwache Tiere zu ihrem Vorteil nutzen können, läuft das Spiel flüssig und vor allem abwechslungsreich. Obwohl eigentlich relativ viel Vorüberlegung für das Ausspielen der Karten notwendig wäre, ist es für beinharte Taktik-Fans überhaupt nicht geeignet.

Denn die Auslage kann sich ständig ändern, immer wieder machen blöde Affen oder arrogante Löwen die eigenen Strategien kaputt. Und dann kommt noch diese unbeholfene Robbe und stellt alles auf den Kopf.

In unseren Testrunden machte das Spiel mit drei oder vier Spielern wesentlich mehr Spaß als zu zweit. Die skurrile Gestaltung der Karten - witzig gezeichnete, vermenschlichte Tiere – fanden wir klasse, die Spielidee ist so simpel wie originell, der Spielablauf ist meist sympathisch-chaotisch.  Wichtig zu wissen: Viele der Karten nutzen nicht nur Ausspielenden, sie schaden auch den Gegner*innen. So entstehen praktisch andauernd Ärgernisse – und Frustmomente bei sensiblen Spielenden.

Infos und Fazit

Beasty Bar gehört zu den Spielen, dessen Spaßfaktor zu 100 Prozent von der Zusammensetzung der Spielerunde abhängt: Dominieren die Aus-dem-Bauch-heraus-Spieler mit sonnigem Gemüt, ist es ein wahres Spaß-Feuerwerk. Mit schnell eingeschnappten und verbissenen Planern wird es zum Streitgrund. Erfolgreich scheint das tierische Gerangel am Club-Eingang auf jeden Fall zu sein, sonst hätte der Zoch-Verlag mit New Beasts in Town* und Born to be Wild nicht schon zwei Erweiterungen veröffentlicht.

  • Infos zu Beasty Bar im Überblick:
    • Spieleranzahl: 2 bis 4
    • Altersempfehlung: ab 8
    • Dauer: 20 Minuten
    • Verlag: Zoch
    • Autor*innen: Stefan Kloß und Anna Oppolzer
  • Pro:
    • Skurrile Kartengestaltung
    • Originelle Tiereffekte
    • kurze Spieldauer
  • Contra:
    • nichts für Taktiker und Planer
    • hohes Frustpotential
  • Redaktionswertung: 8 von 10 Punkten

Fazit: Schöne Idee, witzige Gestaltung, abwechslungsreich und überraschend – Beasty Bar kann ein großer Spaß für zwischendurch sein. Voraussetzung ist allerdings, dass sich die Spielenden nicht zu ernst nehmen.

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Transparenzhinweis: Für das Testen des Spiels hat uns der Verlag ein Rezensionsexemplar ohne weitere Auflagen zur Verfügung gestellt.

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