• Sogenannter Leinenruck kann extremen Schaden verursachen
  • Schmerzhafte Erziehungsmethode schadet Hunden
  • Langfristige Auswirkungen auf Verhalten der Tiere
  • Falsche und veraltete Erziehung macht Hunde aggressiv und ängstlich
  • Modernes Training als Alternative: Das musst du wissen

Der Leinenruck - es ist erschreckend und klingt schmerzhaft: 91 Prozent aller Hunde, die Gesundheitsprobleme mit der Halswirbelsäule haben, wurden durch die Erziehung mit der sogenannten Leinenruck-Methode geschädigt, erklärt Hundeprofi Martin Rütter. Besonders schlimm trifft es dabei die Hunde, die zusätzlich ein Würgehalsband oder ein sehr schmales Halsband tragen müssen. Neben der Schädigung der Wirbelsäule oder verschiedener Nerven, kann die Gesundheit der Hunde durch Nacken- und Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Bandscheibenvorfälle, Atemwegs- und Augenprobleme und Schwindelgefühle beeinträchtigt werden. 'Sinn' des Leinenrucks soll sein, dem Hund unerwünschte Verhaltensmuster abzugewöhnen. Der Hund empfinden den Leinenruck allerdings anders, als es Frauchen und Herrchen erwarten würden.

Schmerzhafter Leinenruck: Gängige Erziehungsmethode, die gerne verharmlost wird

Meinst du es gut mit dem eigenen Hund und suchst dir professionelle Hilfe bei der Hundeerziehung, kannst du als Unwissender schnell in falsche Hände geraten. Teils werden in Hundeschulen oder auf dem Hundeplatz veraltete und für das Tier quälende Methoden vermittelt. Dazu gehört ganz klar der Leinenruck. Nicht selten trifft man sogar auf Trainer*innen, die diese  schmerzhafte Erziehungsmethode als völlig verharmlosende 'Korrektur' bezeichnen. Gerne wird der Leinenruck fast liebevoll als 'Leinenimpuls' bezeichnet.

Für den Hund ist der Ruck an der Leine jedoch die reinste Folter. Trägt er zudem ein schmales Halsband, ist der Leinenruck besonders schlimm. Der Ruck setzt dem empfindlichen Kehlkopf und der Halswirbelsäule massiv zu. Der entstandene Schmerz soll den Hund zwar dazu animieren, dass er aus der Sicht des Anwenders vom unerwünschten Verhalten ablässt und seine Aufmerksamkeit voll und ganz dem Anwender schenkt. Der Leinenruck kann sich allerdings extrem gesundheitsschädlich auf den Hund auswirken. Neben den körperlichen Symptomen und Schmerzen kann auch die Psyche des Hundes Schäden davontragen.

Da der Hund in der Regel den Sinn des Leinenrucks nicht versteht oder nicht mit seinem Verhalten in Verbindung bringen kann, kann er die dadurch entstandenen plötzlichen Schmerzen beispielsweise mit der Anwesenheit anderer Hunde interpretieren. Heißt: Der Hund 'lernt', dass durch die Anwesenheit anderer Hunde Schmerz entsteht. Und so kann der einst liebe und gut verträgliche Hund dann auf einmal aggressiv gegenüber potenziellen Spielgefährten werden. Die gleiche Fehlprägung kann unter anderem auch gegenüber Kindern entstehen. Die Möglichkeiten, wie sich der Charakter des Hundes auf die andauernden Ausübungen des Leinenrucks verändert, können vielfältig und komplex sein. Aggressivität und Angst sind nur zwei Beispiele von vielen weiteren.

Der Sinn des Leinenrucks und wie er beim Hund ankommt

Um den Leinenruck zu verstehen, müsste der Hund zunächst erst einmal wissen, was er falsch gemacht hat. Das ist nicht möglich, denn für viele Hundehalter verselbstständigt sich das Rucken an der Leine bei jeder Gelegenheit, was für den Hund Dauerstress bedeutet. Er müsste potenziell bei jedem Ruck seinen 'Fehler' erkennen und verbessern. 'Fehler' können aus der Sicht des Hundes jedoch eigentlich ganz normale Situationen sein. Beispielsweise:

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  • Das Begrüßen eines bekannten Hundes / einer bekannten Person
  • Wenn er 'sitz', 'Platz' oder 'bleib' machen soll
  • Wenn er an der Leine zieht
  • Wenn er bellt
  • Beim Drängeln

Die Erfolge, die durch den Leinenruck in der Vergangenheit erzielt wurden, sind kein Indiz, dass der Hund seinen 'Fehler' verstanden hat. Hier wurde der Hund einfach schlichtweg in seinem Verhalten so gehemmt und verängstigt, dass er lieber übervorsichtig wurde, anstatt die stets plötzlichen Schmerzen des Leinenrucks zu ertragen. Je nachdem, wie heftig dieser durchgeführt wird, kann er sogar vom Tierschutzgesetz als Ordnungswidrigkeit oder Straftat eingeordnet werden.

Die bessere Alternative zum Ruck an der Leine wäre hier gezieltes und modernes Training mit dem Hund, das auf Liebe, Zeit, Zuwendung, Ansprache und Belohnung statt Bestrafung basiert. Außerdem schont ein gut sitzendes Brustgeschirr* den Hund deutlich besser vor Verletzungen durch einen Ruck an der Leine, als ein Halsband. Hilfreich ist es auf jeden Fall, sich vor dem Beginn des Trainings erstmal ausführlich über gute Trainingsmethoden zu informieren. Je mehr Wissen* du zum Start des Trainings mitbringst, desto eher erkennst du möglicherweise, wenn das Training in eine falsche Richtung läuft oder wann der Zeitpunkt gekommen ist, um den Trainer oder die Hundeschule zu wechseln.

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