André (2) ist ein Kämpfer. Im Alter von gerade einmal zehn Monaten wird bei ihm eine "meist tödliche" Nervenkrebsart diagnostiziert. Seinen ersten Geburtstag muss er deswegen alleine mit seiner Mutter unter "extremen Sicherheitsvorschriften" in einer Würzburger Klinik verbringen. Und dann, etwa ein Jahr später, als er seinen zweiten Geburtstag zu Hause feiern will, folgt der nächste Schlag: ein Corona-Fall in der Familie. André muss seinen Geburtstag erneut in Isolation verbringen.

Über diese emotionale Geschichte hat das Polizeipräsidium Unterfranken am Dienstag (05. April 2022) auf seinen Social-Media-Kanälen berichtet. "Sein Schicksal hat uns sehr bewegt", erzählt Phillip Hümmer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken gegenüber inFranken.de. Der erneute Tiefschlag brachte Andrés Vater auf eine Idee.

André leidet unter "meist tödlicher" Krebsart: Vater hat Idee - "strahlende Augen am zweiten Geburtstag"

Er meldet sich bei der Polizeidienststelle Würzburg-Stadt und erzählte, dass André ein großer Fan der Polizei sei. Für ihn wäre es das Größte, "wenn die Polizei an seinem Geburtstag zu einem Überraschungsbesuch vorbeikommen würde", heißt es in der Nacherzählung in den sozialen Netzwerken.

Andrés Krankheit ist selten und meist tödlich. "Von 30 Fällen weltweit", so erzählt es Polizist Hümmer am Telefon, "überleben nur ein bis zwei Kinder diese Krankheit." Nach der Diagnose musste der damals Einjährige mehrere Behandlungen und Therapien über sich ergehen lassen. Offenbar mit Erfolg.

Kurz vor seinem zweiten Geburtstag kam dann die gute Nachricht: André darf nach Hause. Er darf seinen zweiten Geburtstag zu Hause feiern. Mit seiner Familie und seiner Schwester. Doch die Freude währte nur kurz. "Nur wenige Tage vor der geplanten Geburtstagsfeier im familiären Kreise wurde die vierjährige Schwester positiv auf Corona getestet", schildert die Polizei Unterfranken die emotionale Botschaft.

Schicksalsschlag kurz vor Geburtstag: Feier nach positivem Corona-Test erneut in Isolation

Für André bedeutete die, dass er erneut räumlich getrennt und quasi wieder in Isolation seinen Geburtstag feiern musste. Seine geplante Klinikentlassung wurde verschoben und der bald Zweijährige wurde mit seiner Mutter in einer Elternwohnung für krebskranke Kinder am Uniklinikum Würzburg untergebracht.

"Wenn wir einem Kind nach einer solchen Leidenszeit eine Freude machen können, dann machen wir mit", erklärt Hümmer von der Polizei den Entschluss, dem Wunsch des Vaters nachzukommen. Der Dienststellenleiter Würzburg-Stadt, Matthias Weber, und seine Kollegin Kerstin Schoch "zögerten keine Sekunde" und machten sich am Geburtstagsmorgen im Dezember 2021 auf den Weg zur Uniklinik. Dort war zur vereinbarten Zeit die eingeweihte Mutter mit André spazieren.

André "staunte nicht schlecht, als der uniformierte Streifenwagen neben ihm anhielt, um ihm zum Geburtstag zu gratulieren", schildert Pressesprecher Hümmer die Situation vor Ort. "Anfänglich Schüchternheit", so heißt es weiter, war nach kurzer Zeit verflogen. "Seine Freude über unseren Besuch war in seinen strahlenden Augen deutlich sichtbar", berichtet die Polizei. Als Geschenke hatten die beiden Polizisten Teddybären, Malbücher und eine Kelle mitgebracht.

"Keine Spuren von Krebs": André kann ins Leben starten

Kurz nach dem Besuch der Polizei durfte der kleine André dann endlich nach Hause. Für ihn war diese Klinikentlassung fast mit einem Start in ein zweites Leben gleichzusetzen. Denn: "Sein Vater hat mir geschrieben, dass es keine Spuren von Krebs mehr bei ihm gibt", berichtet Pressesprecher Hümmer freudig. André sei fit und alle Behandlungen wurden mittlerweile beendet. "Ihm geht's gut!"

André wird dieser Tag - sein zweite Geburtstag - vermutlich wie den beiden Polizisten für immer im Gedächtnis bleiben. Die waren berührt von seiner Geschichte und seinen "strahlenden Augen".