BISCHOFSHEIM. Die Nachmittagsbetreuung in der Kreuzbergschule Bischofsheim ist um ein interessantes Angebot aus dem Bereich der Umweltbildung bereichert worden. Janina Kempf vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern unternimmt einmal monatlich mit den Schülern einen Ausflug oder bietet in der Schule eine entsprechende Aktion an.

Die Idee, Umweltbildung in die Bischofsheimer Schule zu bringen, hatte Janina Kempf. Sie erklärte die Hintergründe und die Kooperation über das Frankenbündnis in einer kleinen Gesprächsrunde ein einem Nachmittag in der Bischofsheimer Schule.
Das Frankenbündnis ist eine Initiative, die der Landesbund für Vogelschutz ins Leben rief und zu der verschiedene Unternehmen gehören, die Steinbrüche oder Kiesgruben bewirtschaften.
Auch die BasaltAG, die im Bischofsheimer Steinbruch tätig ist, gehört zum Frankenbündnis, das den Unternehmen beratend zur Seite steht, um Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen. Umweltbildung ist einer der Schwerpunkte.
Bisher gab es entsprechende Angebote im Bischofsheimer Ferienprogramm, was nun auf die Schule ausgeweitet wird. Die Nachmittagsbetreuung an der Bischofsheimer Schule umfasse drei Schwerpunkte, erklärte Schulleiter Rüdiger Bader. Von 12.55 bis 13.40 Uhr gebe es Mittagessen, das vom AFZ, Außenstelle Bad Neustadt, geliefert werden. Die anschließende Hausaufgabenphase dauert eine Stunde, dann folgt das Freizeitprogramm. Die Ergänzung des Freizeitsangebotes durch Janina Kempf ist für Bader ein bestens zur Bischofsheimer Schule passendes Programm. Naturerfahrung, Fragen des Naturschutzes, Sensibilisierung zu besonderen Themen, das alles sei notwendig und sinnvoll.
Michael Hinz, der Technische Leiter der Basalt AG, unter anderem zuständig für den Bischofsheimer Steinbruch, sprach von der Philosophie des Unternehmens, in den Regionen in denen Steinbrüche betrieben werden, nicht nur unternehmerisch tätig zu werden, sondern über das Geschäft hinaus Projekte zu initiieren und finanzieren. "Wir wollen mehr tun, als nur Steine abbauen", erklärte er den Schülern und weiter: "Ein Steinbruch ist nicht nur ein negativer Eingriff in die Natur. Es werden auch Lebensräume für Tiere geschaffen, die es vorher hier nicht gab. So ist der Uhu in Bischofsheims Steinbruch zu finden."
Bürgermeister Udo Baumann bezeichnet es als eine "tolle Idee" Umweltbildung auf diese Weise im Ganztagsangebot der Schule zu verwirklichen. Erstaunt war er über die Breite, die diese Arbeit von Janina Kempf aufweise, da es ja auch um regionale Produkte, Wirtschaftskreisläufe und Lebensmittelerzeugung gehe.
In der Tat ist es Kempf wichtig Umweltbildung auf breiter Ebene an die Schüler heranzuführen. "Die Kinder sitzen heute viel zu sehr am PC und spielen am Handy", erklärte sie. "Naturerfahrungen kommen oft viel zu kurz." So möchte sie die Natur in den Lebensalltag der Kinder bringen, Interesse für Naturzusammenhänge wecken und Wissen vermitteln.
"Kinder sind offen und empfänglich für die Dinge, die in der Welt um sie herum passieren." Und so gehört für Kempf zur Umweltbildung eben auch Fragen zur regionalen Wirtschaftskreisläufen, anhand ganz konkreter Beispiele. Natürlich werden auch Exkursionen in den Steinbruch unternommen, um der Natur und den Tieren auf die Spur zu kommen, aber eben auch zu regionalen Unternehmen. Aber auch Stockbrot grillen und gesunde Pizza selbst herstellen gehöre zu den Programminhalten. "Die Schüler entscheiden selbst, was sie interessiert und was sie gerne unternehmen wollen", erklärte Kempf. In der Mittelschule ist sie einmal im Monat, in der Grundschule stehen im Sommer sechs Termine an.