BISCHOFSHEIM.. "Aus Alt mach Neu", nach diesem Motto hegt und pflegt die Feuerwehr Bischofsheim ihre Unimogs. Nicht nur, dass sie über das älteste Einsatzfahrzeug im Landkreis verfügen, sie haben noch einen weiteren Unimog komplett restauriert. Thomas Geis, ehemaliger Kommandant der Bischofsheimer Feuerwehr berichtet voller Freude und Stolz über die Geschichte dieser beiden Fahrzeuge.

Im Jahr 1984 erwarb die Bischofsheimer Feuerwehr von der Bundeswehr einen Unimog Baujahr 1960. Liebevoll wurde er in vielen Stunden restauriert und wird heute noch mit Leidenschaft gepflegt. Das Fahrzeug ist noch immer im Einsatz, beispielsweise bei Absperrungen leiste er gute Dienste. Doch sein hoher Benzinverbrauch lasse keine großzügigen Ausfahrten zu, das müsse schon auch auf die Wirtschaftlichkeit geachtet werden, so Geis.

2013 wandten sich Thomas Geis, damals in seiner Funktion als Kommandant, Winfried Mai und Bürgermeister Udo Baumann mit seinem Schreiben an das Verteidigungsministerium mit der Bitte um Erwerb eines weiteren Unimog Typ 1300 Gl. "Ein Jahr später war es soweit. Die Bundeswehr meldete sich. Ein Unimog stünde in Volkach bereit." Karl-Heinz Zimmer und Winfried Mai machten sich sofort auf den Weg. "Sie wurden als Erkunder nach Volkach geschickt", schmunzelte Geis. "Freudestrahlend kamen sie nach Hause und berichteten von dem Fahrzeug. Ein Traum!"
Das Fahrzeug, das die Bundeswehr der Feuerwehr schenkte, wurde natürlich sofort abgeholt. In Bischofsheim angekommen, wurden die ersten Pläne geschmiedet und schon ging es an die Arbeit. Der Unimog wurde komplett zerlegt, restauriert und zum Teil auch umgebaut. Die Pritsche wurde verändert, Rahmen und Achsen gewartet, das Früherhaus neu aufgebaut und speziell für die Feuerwehr in Handarbeit verändert. Die elektrische Anlage und Steuerung wurde in Handarbeit angefertigt. Nach den Lackierarbeiten wurde der Unimog bis ins Detail moniert und konserviert.
Über 800 Stunden haben die Bischofsheimer Feuerwehr-Unimogfreunde in dieses Projekt gesteckt. "Im Kreis der Helfer waren viele Perfektionisten mit dabei", dankte Geis für diese hervorragende Arbeit.
Allein Winfried Mai erbrachte 464,5 Stunden, gefolgt von Karl-Heinz Zimmer mit 73,5 Stunden und Walter Hohn mit 71,5 Stunden. Außerdem waren noch mit dabei: Alexander Mai, Mathias Zimmer, Nico Reuß, Gerhard Mai, Erwin Hohn, Sebastian Neumann, Robert Schmid und Maxi Voll. Im Dezember 2015 war der neue Unimog fertig. "So etwas gab es noch bei keiner Feuerwehr im Landkreis", darauf ist Geis besonders stolz. "Ich hoffe der neue Unimog verrichtet wieder alte auch über 30 Jahre seinen Dienst bei der Feuerwehr Bischofsheim."
Vor allem für Einsätze in schwierigem Gelände sei er bestens geeignet. Die Kosten für das Material lagen bei rund 8.500 Euro. Der vergleichbare Neupreis liege bei 100.000 Euro. Ein großes Lob und ausdrücklichen Dank überbrachte Bürgermeister Udo Baumann. "Ich bin stolz auf die Feuerwehr. Was ihr euch geschaffen habt, ist fantastisch."