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Bad Neustadt an der Saale
Handball 3. Liga

Dieser Erfolg der Rotmilane hat viele Väter

Mit dem 33:30 gegen den TV Gelnhausen wahrt der HSC Bad Neustadt seine Chance auf den Klassenerhalt. Gary Hines und Vilim Leskovec treffen häufig.
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Gary Hines (Zweiter von rechts) war von der Abwehr des TV Gelnhausen kaum zu kontrollieren. Er erzielte elf Tore beim 33:30-Heimsieg des HSC Bad Neustadt. Foto:  Anand Anders
Gary Hines (Zweiter von rechts) war von der Abwehr des TV Gelnhausen kaum zu kontrollieren. Er erzielte elf Tore beim 33:30-Heimsieg des HSC Bad Neustadt. Foto: Anand Anders

HSC Bad Neustadt - TV Gelnhausen 33:30 (13:10).

Die Rotmilane des HSC Bad Neustadt geben den Kampf um den Klassenerhalt nicht auf. Dies war die Erkenntnis nach dem vierten Saisonsieg, dem 33:30 (13:10) gegen den TV Gelnhausen. "Der Erfolg war verdient", bestätigte Gäste-Coach Matthias Geiger. HSC-Trainer Frank Ihl war "prinzipiell mit der Leistung zufrieden", fand aber auch Haare in der Suppe. Erfreut dürfte ihn haben, dass das personell gebeutelte Team - Krisztian Galli und Maximilian Drude hatten nur Kurzeinsätze - alle Probleme wegsteckte und eine der besten Saisonleistungen zeigte.

Überragender Gary Hines

Beim HSC agierte Gary Hines auf der Spielmacherposition überragend. Der US-Amerikaner warf sich in einen Rausch und erzielte die ersten fünf Treffer der Gastgeber im Alleingang. Er war mit elf Treffern der erfolgreichste Schütze einer spannungsgeladenen Partie. Der zweite Vater des Erfolges hieß Felix Schmidl. Der Keeper präsentierte sich in Glanzform und wehrte insgesamt 13 freie Würfe ab, dabei entschärfte er auch einige Konter und trug sich mit einem Weitwurf zum 8:5 (17.) erstmals in dieser Saison in die Torschützenliste ein.

Gelnhausen hielt die Begegnung bis zum 5:5 offen, ehe der für den bis dahin unglücklich agierenden Franziskus Gerr aufs Parkett geschickte Benjamin Trautvetter sowie Hines per Siebenmeter eine Zwei-Tore-Führung herauswarfen. Der Vorsprung wuchs in Überzahl durch Schmidls Treffer auf drei Tore an und blieb bis zum Seitenwechsel stabil. "Die Führung hatten wir unserer guten Abwehrleistung zu verdanken, auch unser Rückzugsverhalten war in der ersten Halbzeit ordentlich", lautete die Ihl-Analyse, "auch hielt sich die Zahl der regeltechnischen Fehler in einem vertretbaren Rahmen."

Der zweite Durchgang startete wie der erste; als Ioannis Fraggis und Martin Bieger - er wurde nach dem Abpfiff als Spieler des Monats Januar ausgezeichnet - einlochten, lagen die Gastgeber gar mit 15:10 in Front. Doch die nächste drei Tore wurden den Barbarossastädtern gutgeschrieben, weil sich nun erste Konzentrationsschwächen ins Spiel der Ihl-Schützlinge einschlichen und Bieger eine Zeitstrafe absitzen musste. Die Lage hätte aus Sicht der Rotmilane brenzlig werden können, wenn nicht Hines einen Notwurf versenkt und Vilim Leskovec nicht zu einem erfolgreichen Hammer angesetzt hätte.

Überhaupt sollte Leskovec der Mann der zweiten Halbzeit werden. Er kam mehrmals mit geschickten Körpertäuschungen an den Gegenspielern vorbei und platzierte den Ball jeweils präzise in den Winkel. Der TVG-Coach versuchte es nun mit einer offensiveren Deckung gegen Hines und Leskovec, doch diese setzten in den nächsten Minuten Gerr und Benedikt Kleinhenz, der im rechten Rückraum spielte, in Szene. Die daraus resultierende 19:16-Führung baute Leskovec mit zwei Treffern binnen 50 Sekunden aus. Der von Leskovec erzielte Treffer zum 25:21 (48.) schien den Heimsieg immer realistischer werden zu lassen, doch als Pape vom Kreis einnetzte und Malolepszy per Strafwurf zum 25:23 verkürzte, begann das Zittern in der Bürgermeister-Goebels-Halle.

Zum Kellerduell nach Kirchzell

Die Kräfte der Hausherren, bei denen Hines, Leskovec, Fraggis und Bieger durchspielten, schienen zu schwinden. Mit einer Zwei-Tore-Führung gingen die Saalestädter in die letzten zehn Minuten, ein Aufatmen ging durch ihre Reihen, als Maximilian Kalliske und Leskovec den alten Abstand (28:24) wieder herstellten. Als Fraggis zum 33:29 einwarf, war das Spiel entschieden. Das Match endete mit einer letzten Schmidl-Glanztat, als er sich von Philipp Schenk bei einem Tempogegenstoß nicht überwinden ließ. "Unser Glück heute war, dass wir in der zweiten Halbzeit jeden Gegentreffer mit einem eigenen beantwortet haben", so das Fazit von Frank Ihl. Am nächsten Wochenende steht nun für die Rotmilane das Kellerduell in Kirchzell an. "Da müssen wir ohne Wenn und Aber gewinnen, wollen wir die Liga doch noch halten."

Tore für den HSC: Gary Hines (11/2), Vilim Leskovec (8), Martin Bieger (4), Franziskus Gerr (3), Ioannis Fraggis (2), Maximilian Kalliske (2), Felix Schmidl (1), Benedikt Kleinhenz (1), Benjamin Trautvetter (1).