Bürgermeister Joachim Bühner freute sich, dass das Projekt "Schnitz-Stand-Ort-Rhön" nun in großen Schritten voran geht. Eine ausführlichen Planungszeit sei vorausgegangen, nun nehme auch in Sandberg das Projekt Form an. Während in Langenleiten die Künstler im Vordergrund stehen, geht in Sandberg um die Holzschnitzerei als Heimarbeit und in der Handelsschaft.

Landrat Thomas Habermann gratulierte Sandberg und dankte allen Beteiligten für die Bereitschaft zur Kooperation und Kommunikation, vor allem den beteiligten Kommunen Bad Kissingen, Bischofsheim, Sandberg und Oberelsbach sowie den Behörden und Ämtern. Wichtig sei für das Leader-Projekt "Schnitz-Stand-Ort-Rhön" aber auch, dass es von der Bevölkerung angenommen und mitgetragen werde.

Inhaltlich werde der Ausstellungspavillon einen wichtigen Teil der Geschichte Sandbergs aufzeigen.
Die Holzschnitzerei war keine Feierabend-Beschäftigung an langen Winterabenden, sondern Existenzgrundlage. Gewerbe und Handel waren für das tägliche Brot unentbehrlich, so der Landrat. An diese Geschichte müsse erinnert werden, sie dürfe nicht verloren gehen, sonst verlieren die Menschen ihre Identität, ihre Geschichte und ihre Erinnerungen.

Wie aus der gewerblichen Holzbearbeitung eine künstlerische wurde, auch das gehöre zu Sandbergs Geschichte. Bedeutende Künstler wie Lothar Bühner habe Sandberg hervorgebracht, erinnerte Habermann.
Dr. Jochen Ramming (FranKonzept" Würzburg), der die inhaltliche Konzeption vornimmt, erinnerte an die Anfänge der Planungen im Jahr 2009. Für den Ausstellungspavillon seien mittlerweile Exponate gesichtet und dokumentiert worden "Wir sind auf einem guten Weg, eine schöne Ausstellung zusammen zu bekommen." Im kommenden Jahr soll der Ausstellungspavillon eröffnet werden Regionalmanagerin Cordula Kuhlmann hob die besondere Konstellation der Fördermittelgeber hervor. Neben Leader-Fördermitteln, die für den Ausstellungspavillon und den unmittelbaren Außenbereich, verwendet werden kommen Mittel der Dorferneuerung zum Einsatz für die weitere Gestaltung des Dorfplatzes. Die Projektkosten belaufen sich brutto auf 340.874 Euro, an Leader-Fördermitteln werden 143.224 Euro gezahlt. Zu den weiteren Unterstützern zählen der Landkreis Rhön-Grabfeld und der Bezirk Unterfranken mit je 30.000 Euro. Dies Zusammenarbeit habe nur funktioniert, weil eine vertrauensvolle Basis der Zusammenarbeit vorhanden sei.

Kuhlmann bescheinigte der Gemeinde Sandberg, die das Projekt "Schnitz-Stand-Ort-Rhön" insgesamt federführend leitet, eine hervorragende Projektleitung. Die unterschiedlichen Kommunen seien auf Augenhöhe zusammen gekommen. So habe beispielsweise Bad Kissingen von Sandberg lernen können, wie Bürgerbeteiligung aussieht und Sandberg habe in Sachen professioneller Kulturarbeit von Kissingen lernen können.

Sandberg sei eine Kommune, die mutig voranschreite und viel Verantwortung übernommen habe. Das konnte auch Karl-Heinz Suhl von der Leader-Stelle am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bestätigen. Er bezeichnete Sandberg als "Leader-Hochburg" seien doch erhebliche Fördermittel in die Walddörfer geflossen.
"Mut zu Neuen", so fasste Bürgermeister Joachim Bühner zusammen. "Wir wollen unsere Geschichte für unsere Nachkommen erhalten." Auch wenn den Walddörfern anfangs Zurückhaltung und Skepsis dem Projekt gegenüber herrschte, Bühner sprach von einem Stimmungswandel. Viele Bürger haben ihn seit der Eröffnung des Kunstangers angesprochen und ihre Zustimmung ausgedrückt. So werde es auch mit dem Ausstellungspavillon in Sandberg werden, davon ist Bühner überzeugt. "Sandberg ist auf dem richtigen Weg", betonte der Bürgermeister.