Nachdem in den Vorjahren Landrat Thomas Habermann, Bürgermeisterin Birgit Erb, Dr. Bernd Weiß und der Bayerische Bauernverband je eine Glocke für die Kühe angeschafft haben, kam in diesem Jahr eine weitere Glocke hinzu. Der neue Landtagsabgeordnete Sandro Kirchner spendierte eine Glocke, die natürlich von der Kuh Sandra getragen wurde.

35 Kühe der Familien Manger wurden beim Weideabtrieb zu Tal getrieben. Mit lustigen Sprüngen ging es über die ersten 100 Meter dahin. Kaum war der Zaun auf sprangen die Jungtiere davon. Doch das frische grüne Gras verlockte dann doch viel zu sehr und die Kühe legten gerne ein kleines Päuschen ein, um schnell einmal von Nachbars Wiese zu naschen. Sandro Kirchner war beim Abtrieb ebenfalls dabei, sein Sohn Maximilian zog es vor die Ziegen von Sven Breunig ins Tal zu treiben.
So hatte Sven Breunig bei seinen gut 90 Tieren tatkräftige Unterstützung, waren doch auch sein Patenkind Tim Omert und dessen Bruder Leon Omert mit dabei. Mit dabei auch Ruth Habermann, ganz zünftig in kurzer Lederhose, war von der Lebendigkeit der Ziegenherde ganz begeistert.

Beeindruckende SzenerieImmer wieder beeindrucken wenn über 450 beziehungsweise über 750 Rhönschafe ins Tal getrieben werden. Die erste Herde war die Bund-Naturschutz Herde von Josef Kolb, die von Rhönschafschäfer Michael Böckelmann angeführt wurde. Schäfer Julian Schulz und Landrat Thomas Habermann führten die Rhönschafe der Weidegemeinschaft voran. Zu den Klängen von "Bonanza" galoppierten die Kühe ein, die Ziegenherde wurde mit "Heidi" begrüßt und die Rhönschafe von Josef Kolb mit der "Winnetou-Melodie" - wobei diese Melodie auch gut zu Rhönschafherde gepasst hätte, die von Landrat Habermann begleitet wurde. "Er kann auch gut mit der Büchse umgehen, wie Old Shatterhand", befand Peter Schrenk, der mit Josef Kolb und Bürgermeisterin Erb für die Moderation zuständig war.

Für die Besucher gab es umfassende Informationen vieler unterschiedlicher Themen, wie Landschaftspflege, Vermarktung oder Tourismus. "Ich bin über die Begeisterung der jungen Leute begeistert", sagte Landrat Habermann. Ob in der Familie Manger, ob bei Sven Breunig oder die jungen Schäfer, das alles habe keine Zukunft, wenn nicht die jungen Menschen überzeugt und begeistert bei der Sache seien. "Ich schaue positiv in die Zukunft." Mit Weitsicht und gutem Willen seien die Betriebsweitergaben zu organisieren.

Und ebenso sei guter Wille und Kommunikation nötig, um die zur Verfügung stehenden Flächen aufzuteilen. Landrat Habermann sprach sich ganz deutlich für "80 Prozent" aus. Der zur Verfügung stehende Lebensraum werde von ganz unterschiedlichen Interessengruppen beansprucht: Landwirtschaft, Tourismus, Sport und Freizeit usw. "Wenn jeder 100 Prozent verwirklichen will führt es zu nichts und kehrt sich nur ins Gegenteil. Aber wenn alle bei 80 Prozent aufhören, dann kommen alle zurecht." Die übrigen 20 Prozent sollen der Natur und dem Sozialen Miteinander gehören, nicht dem Diktat der Ökonomie. Es sei eine Grundeinstellung auch mit 80 Prozent Rendite zufrieden zu sein, mit 80 Prozent der Fläche, beim Essen und Trinken, beim Konsum überhaupt. Habermanns Lebensmotto lautet "Wenn alle alles fordern, haben am Ende alle nichts."