Neben der sportlichen Herausforderung, die eine Alpenüberquerung mit sich bringt, bot der "Salomon 4 Trails" auch etwas für die Sinne: Spektakuläre Trails, attraktive Landschaften und unvergessliche Naturerlebnisse in den schönsten Alpenregionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz haben den 21-Jährigen begeistert. Die Route führte von Garmisch-Partenkirchen über Ehrwald, Imst und Landeck zum Zielort Samnaun in der Schweiz. Alexander Eckert ging nicht unvorbereitet an den Start. "Ich habe die vergangenen acht Monate in den französischen Alpen verbracht, dort habe ich das Traillaufen erst wirklich kennen und lieben gelernt. Mir war bald klar, dass ich so einen Wettkampf laufen möchte." In Frankreich sei es nicht dazu gekommen und daher habe er sich, zurück in Deutschland, umgeschaut, welche Möglichkeiten es gibt.
"Ich wollte den Lauf absolvieren, bevor ich Mitte August zum studieren nach Alaska gehe."

Alexander Eckert hat aufgrund seiner sportlichen Leistungen als Skilangläufer und Crossläufer ein Sport-Stipendium an der Universität von Fairbanks bekommen. In wenigen Wochen wird er nach Alaska gehen, dort Chemie studieren und für das Universitätsteam als Langläufer und Crossläufer bei Wettbewerben starten. Die Erwartungen an den Salomon 4 Trails" hat Alexander Eckert realistisch eingeschätzt. "Durchlaufen war mein Ziel, nicht aufgeben müssen. Durchhalten und mir selbst beweisen, dass ich es kann." Wie er sich unter den über 400 Läufern platzieren würde, das konnte er im Vorfeld nicht einschätzen. "Ich habe gehofft, dass ich unter die ersten 100 Läufer komme." D as notwendige Equipment für unterwegs wie eine Rettungsdecke, warme und regendichte Ersatzbekleidung, das obligatorische Erste-Hilfe-Set sowie der Rucksack gehörten zur Läuferausrüstung. Alpine Erfahrung, Trittsicherheit, Orientierungsfähigkeit bei schlechtem Wetter sowie eine gute gesundheitliche und ausdauersportliche Verfassung brachte Alexander Eckert ohnehin mit. "Das es schwer werden würde, war mir klar."

Umso überraschter war er, dass er am ersten Tag als 20. ins Ziel lief. Am zweiten Tag, ging es über 38 Kilometer von Erwald nach Imst, es waren 2423 Höhenmeter im Aufstieg und 2510 Höhenmeter im Abstieg zu bewältigen. "Ich fing langsamer an, denn ich wollte durchlaufen und nicht wieder anhalten müssen. Unterwegs fand ich einen Laufpartner, mit dem ich zusammen auf Platz sieben eingelaufen bin." Gut motiviert ging es in den dritten Tag. Die Strecke führte über drei Alpengipfel von Imst nach Landeck, 31 Kilometer, 1.828 Höhenmeter im Anstieg und 1.788 Höhenmeter waren im Abstieg zu bewältigen. "Am dritten Tag habe ich gemerkt, dass Trailrunning eine Kopfsache ist. Der Wettkampf findet im Kopf statt." Am 20 Kilometer langen Anstieg habe er anfangs mental hart kämpfen müssen, um dran zu bleiben. "Aber am Ende war ich am Berg stärker und konnte der Konkurrenz weglaufen." Später setzten ihm starke Schmerzen im Bein und Fuß zu. Sechs Kilometer vor dem Ziel, an der letzten Verpflegungsstation waren die Schmerzen so stark geworden, dass er nur noch den Wunsch hatte durchzukommen. "Ob ich langsam laufe oder schnell, die Schmerzen waren da, also gab ich Gas und lief noch auf Platz sieben vor. Aber im Ziel war ich emotional total fertig." Gut, dass Freundin Marie Houseaux auf ihn wartete und ihn liebevoll umsorgte. Im Sanitätszelt gab es dann schlechte Nachrichten. Aussteigen oder mit Schmerzen weiter laufen. Nach telefonischer Rücksprache mit seinem Trainer Marcus Enders (Frankenheim) entschied er den vierten Tag nicht ausfallen zu lassen. "Ich wollte alles dran setzen, um durchzulaufen."

Doch unterwegs, auf der letzte 44,5 Kilometer langen Etappe von Landeck nach Samnaun (Schweiz) über 2.844 Höhenmeter im Anstieg und 1.820 Höhenmeter im Abstieg, merkte Alexander Eckert, dass die Schmerzen zu stark waren, um eine gute Platzierung heraus zu laufen. "Also machte ich einen Spaßlauf. Es ging quer über Schneefelder. Einen Schneeball habe ich bis ins Ziel in der Mütze mitgenommen." Bei diesem Lauf habe er den Kopf total ausschalten müssen, beispielsweise wenn ein Läufer ihn überholte, war klar, das er in der Platzierung nach hinten rutschte. Als 22. kam er schließlich ins Ziel. Im Gesamtklassement belegte er den 16. Platz unter rund 420 Teilnehmern.