Bürgermeister Udo Baumann wurde vom Stadtrat im Oktober beauftragt, einen Antrag an das Landratsamt Rhön-Grabfeld zu stellen, um diese Ausweisung zurück zunehmen. Die Antwort liegt mittlerweile vor: der Antrag wurde abgelehnt.

Ursprünglich wurde die Bundesstraße als Kraftfahrstraße ausgewiesen, weil parallel zur Bundesstraße Wege gebaut wurden, die den landwirtschaftlichen örtlichen Verkehr aufnehmen sollten. Die Situation habe sich jedoch in den letzten Jahren erheblich verändert.

Landwirtschaftliche Unternehmer, die Flächen auf der Hochrhön bewirtschaften und aus Richtung Bad Neustadt kommen, seien gezwungen durch Unterweißenbrunn und Bischofsheim zu fahren, um ihre zu bewirtschafteten Flächen auf der Hochrhön zu erreichen, erklärte Bürgermeister Udo Baumann die Situation.
Die Bundesstraßen begleitenden landwirtschaftlichen Wege seien für die großen landwirtschaftliche Maschinen längst nicht mehr ausreichend. Sie werden deshalb von den genannten Landwirten so gut wie nicht benutzt.
Die Anwohner in den betroffenen Stadtteilen werden durch diese Fahrzeuge über das zumutbare Maß hinaus sehr belastet, so Baumann in seinem Antrag.

Der Stadtrat der Stadt Bischofsheim sei deshalb der Auffassung, dass die Anordnung der B 279 als Kraftfahrstraße überdacht und zurückgenommen werden sollte. Baumann verwies dabei auf die gleichgelagerten Verhältnisse im Bereich der Staatsstraße Ortsumgehungen Wildflecken, Oberbach und Riedenberg. Hier seien ebenfalls keine Kraftfahrstraße angeordnet.
Von Seiten des Landratsamtes wurden Stellungnahmen des Staatlichen Bauamtes Schweinfurt sowie der Polizeiinspektion Bad Neustadt eingeholt.

Beide Fachbehörden haben die Aufhebung der der Ausweisung der Bundesstraße 279 im Bereich der Ortsumgehung von Bischofsheim als Kraftfahrstraße nicht zugestimmt. Eine Verlagerung des landwirtschaftlichen Verkehrs auf die Bundesstraße würde die ohnehin schon angespannte Verkehrssituation durch Überholdruck massiv verschlechtern, heißt es im Antwortschreiben des Landratsamtes. Der langsame landwirtschaftliche Verkehr wäre, auch in Anbetracht der vorhandenen Steigungsstrecken, sehr negativ im Sinne der Verkehrssicherheit zu bewerten. Die Staatsstraße 2289 zwischen Riedenberg und Wildflecken lasse sich nicht als Vergleichsfall heranziehen, da diese Strecke im Vergleich zur Bundesstraße 279, die ein Hauptstrang der Verkehrsführung sei, wesentlich weniger Gesamt- und Schwerverkehr aufweise. Desweiteren wird im Antwortschreiben darauf aufmerksam gemacht, dass die im Bereich der Stadt Bischofsheim vorhandenen Kreisstraßen geeignet und auch dafür vorgesehen seien, überörtlichen landwirtschaftlichen Verkehr aufzunehmen. "Gegebenenfalls könnten die parallel zur Bundesstraße vorhandenen landwirtschaftlichen Wege entsprechend ertüchtigt werden, um dort den landwirtschaftlichen Verkehr abzuwickeln."

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