• Tierheim Hersbruck: Schlimme Entdeckung nach Notdienst
  • Tierpflegerin findet ihr Auto komplett zerkratzt und mit zerstochenen Reifen vor
  • Befreundete Lackiererei  sorgt für tolle Überraschung - "habe richtig geheult"

Im Tierheim Hersbruck hatte die stellvertretende Leiterin und Tierpflegerin Ronja Pfaffenberger in der Nacht vom 15. auf den 16. Juni Notdienst. Dafür lässt sie ihr eigenes Auto beim Tierheim stehen und fährt mit einem der beiden Tierheimautos nach Hause, um jederzeit für Notfälle einsatzbereit zu sein. Als sie am nächsten Morgen zurückkehrt, erlebt sie eine böse Überraschung: Ihr Auto wurde komplett zerkratzt.

"Im ersten Moment habe ich mich wirklich geärgert. Wer war das? Im zweiten habe ich mich dann gefragt, woran es gelegen haben könnte", so Pfaffenberger. In letzter Zeit habe es keine schwierigen Fälle, Beschlagnahmungen oder Konfrontationen gegeben, die ein Auslöser für eine solche Tat sein könnten. "Eines steht aber fest, der Täter hat sich wirklich Mühe gegeben. Jedes einzelne Teil ist zerkratzt, seien es die Türen oder der Gepäckträger, wirklich alles", sagt Pfaffenberger. Zu den teils sehr tiefen Kratzern kommen dann auch noch zerstochene Reifen. Insgesamt kostet die Reparatur 5.443 Euro. 

Tierheim Hersbruck: Befreundeter Lackierer übernimmt Kosten für Autoreparatur

In der Nachbarschaft des Tierheims gibt es einen Lackierer, der das Auto abschleppen konnte und jetzt noch bis etwa nächste Woche mit der Reparatur beschäftigt ist. "Das ist tatsächlich eine Freundschaft, die uns verbindet", sagt Pfaffenberger. Oft bekomme das Tierheim Geld aus Spendenaktionen der Lackiererei oder das Gelände dürfe für Tierheimfeste genutzt werden. 

Aus dieser engen Bindung kam dann eine für Ronja Pfaffenberger überwältigende Nachricht: Die Lackiererei übernimmt die Reparaturkosten für ihr Auto komplett. "Ich habe richtig geheult.  Ich konnte es einfach nicht fassen", erinnert sie sich an den Moment. "Diese Geste, dass Leute für dich aufkommen, für einen Schaden, für den du nichts kannst, und den dann komplett übernehmen, das hat mich sehr überwältigt."

Unter dem Facebook-Post, mit dem sie sich dafür bedankt, kommentiert KL-Lackierungen, es sei eine Selbstverständlichkeit für sie zu helfen. "Menschen, die mit soviel Herzblut der guten Sache dienen, sollten nicht durch solche Taten an ihrer Aufgabe zweifeln oder gar in ihrer Existenz bedroht sein." Gleichzeitig appelliert das Unternehmen an die Leser, Menschen zu unterstützen, die für andere da sind, sei es auch nur durch ein paar "anerkennende Worte für ihr Engagement".

Nach "feiger Aktion": Tierpflegerin macht sich Sorgen

Auch von den Abonnenten der Facebook-Seite des Tierheims erhält Pfaffenberger viel Zuspruch. Unverständnis ist dabei die häufigste Reaktion, aber auch der Wille zu helfen und zu spenden. "Es ist unglaublich, wie viel Zuspruch es für jemanden gibt, den diese Leute gar nicht kennen. Das ist auch ein Zeichen der Wertschätzung für unsere Arbeit", zeigt sich Pfaffenberger überwältigt von der Anteilnahme.

Mehr als eine Anzeige gegen Unbekannt erstatten, kann die Tierpflegerin nicht tun. Ob der Täter gefunden wird, ist fraglich. "Wir sind sehr abgeschieden. Unsere Kamera am Eingang zeigt nichts und die anderen Gebäude haben keine Kameras", sagt Pfaffenberger. Sie habe bereits die Empfehlung bekommen, nachts nicht mehr alleine zum Tierheim zu gehen. "Aber wenn jemand wütend auf mich ist und das an meinem Auto auslässt, heißt das für mich, er würde sich nicht trauen, mir etwas anzutun. Das war einfach nur eine feige Aktion."

Bei einem verheerenden Feuer Anfang Juni im Tierheim Münnerstadt (Landkreis Bad Kissingen)  starben 49 Katzen. Nun geht es um den Wiederaufbau. "Hier sollten keine Kompromisse mehr gemacht werden", erklärt der Landrat.