Während der 1. FC Nürnberg schon in der ersten Pokalrunde die Segel streichen muss, musste der Nachbar aus Fürth in die Verlängerung. Am Ende wurde es deutlich.

Nach einem Blitz-Tor beim Wiedersehen mit seinem früheren Assistenten Robert Klauß ist Julian Nagelsmann mit RB Leipzig überlegen in die zweite DFB-Pokal-Runde eingezogen. Der Champions-League-Halbfinalist lieferte dem 1. FC Nürnberg beim 3:0 (1:0) am Samstag in der ersten Hälfte Anschauungsunterricht in Umschaltspiel, Tempo und Aggressivität.

Patzer von Mathenia ebnet den Weg für Leipzig-Sieg gegen 1. FCN

Nach einem folgenschweren Patzer von Schlussmann Christian Mathenia war Amadou Haidara bereits nach 137 Sekunden erfolgreich - es war das schnellste Pokaltor von RB in seiner Geschichte. Joker Yussuf Poulsen (67. Minute) zerstörte alle Hoffnungen des fränkischen Fußball-Zweitligisten auf eine Überraschung und schickte Leipzig zum vierten Mal nacheinander in die zweite Runde. Debütant Hee-chan Hwang (90.) belohnte sich kurz vor Schluss selbst.

Nagelsmann und Klauß, bis zum Sommer noch RB-Assistent, unterhielten sich vor dem Anpfiff minutenlang angeregt miteinander. Danach gab der Bundesligist aus Sachsen den Ton an - und wie! Die aggressiven Leipziger drängten die fränkischen Hausherren dauerhaft in die eigene Hälfte. Zwischenzeitlich mehr als 80 Prozent Ballbesitz waren Ausdruck der RB-Dominanz. Die Franken mit den drei Neuen Pascal Köpke (Hertha BSC), Sarpreet Singh (FC Bayern München) und Tom Krauß (RB Leipzig) in der Startelf erlebten eine Lehrstunde.

Ausgerechnet Routinier Mathenia, der den Zweikampf zwischen den Pfosten gegen Bayern-Leihgabe Christian Früchtl gewonnen hatte, leitete Leipzigs Führung ein. Dessen missglückten Pass im Strafraum nahm Neuzugang Hwang von RB Salzburg auf - Haidara verwandelte dann.

Der Club ist raus, Fürth nach Verlängerung in Runde 2

Der «Club», Fastabsteiger der vergangenen Saison, konnte sich erst Ende der ersten Hälfte etwas befreien. Bezeichnend: Fabian Schleusener brauchte bis zur 38. Minute für den ersten FCN-Torabschluss.

Ohne ihren nach einer Behandlung ausgewechselten Kapitän Marcel Sabitzer attackierten die Leipziger nicht mehr bedingungslos, die Nürnberger wurden mutiger. Perfektes Timing bewies neun Minuten nach seiner Einwechslung Poulsen mit dem 2:0 nach direkter Vorarbeit von Debütant Hwang. Der Südkoreaner traf sogar noch selbst kurz vor Schluss gegen den unglücklichen Mathenia. Die Nürnberger konnten am 56. Geburtstag von Sportvorstand Dieter Hecking den Cup-Auftakt als Lehrbeispiel für den Zweitligastart nehmen.

Die SpVgg Greuther Fürth dagegen  zieht in die zweite Pokalrunde ein - musste allerdings lange zittern. Beim am Ende deutlichen 6:1 (1:1, 0:0) am Samstag hatten die Franken erst in der Verlängerung leichtes Spiel gegen die Amateurfußballer des RSV Meinerzhagen. Nach den Treffern des ehemaligen Bayern-Profis Julian Green (99. Minute) sowie der Doppelpacker Marco Meyerhöfer (103./105.) und Dickson Abiama (113./118.) zog der Fußball-Zweitligist am Ende doch noch vom Resultat her souverän in die zweite Runde ein.

5 Tore in der Verlängerung - Kleeblatt wacht erst spät auf

Meinerzhagens Kapitän Sven Wurm hatte den Fünftligisten, der wegen der Auflagen in der Corona-Pandemie auf sein Heimrecht verzichtet hatte, in der 50. Minute im Fürther Ronhof unbedrängt per Kopf im Anschluss an eine Ecke in Führung gebracht. Sebastian Ernst war beim Fürther Ausgleich ebenfalls mit einem Kopfball erfolgreich.

In der Verlängerung sprach natürlich die Kondition für die Profis. Die Fürther dominierten jetzt nach Belieben: Green traf mit einem ersten guten Schussversuch den Pfosten (95.). Beim zweiten Mal schlenzte der US-Amerikaner den Ball vom linken Strafraumeck noch platzierter an den Innenpfosten, von wo er ins Tor abprallte.

Meyerhöfer und Abiama konnten dann noch vier Tore nachlegen. Vor einem Jahr waren die Fürther in der ersten Runde gegen den Drittligisten MSV Duisburg (0:2) ausgeschieden - aber auswärts.