Stefan Raab kündigt ihn als "Rock'n'Roll-Comedian" an - und mit "er ist Franke." Ob das unseren Ruf verbessern oder ihm eher schaden wird, sei mal dahin gestellt. Jedenfalls kommt Bembers auf die TV total-Bühne und setzt sich breitbeinig auf einen Hocker. Vollschlank, langhaarig, bärtig, in Jeans und schwarzem T-Shirt mit der Aufschrift "Ey horch amol!". Dabei kommen da zumindest die Studiogäste jetzt sowieso nicht mehr drum rum.

"Iech bin ja mehr so der Wellness-Dübb", eröffnet die Nürnberger Kunstfigur dem Publikum. Um dann detailliert einen Saunabesuch zu schildern, bei dem der Bembers auf einen Mann mit "Genidal-Biercing" getroffen ist. Wie Bembers sich erst einen Platz gesucht hat, von dem aus er einen besseren Blick auf das Corpus delicti hatte und schließlich seinen Träger auf den Intimschmuck angesprochen hat. "Des woar wie a Unfall, da kannst ned wegschaua", sagt Bembers und berichtet, wie der gepiercte Saunabesucher ihm schließlich vorgeführt hat, wie man den Stift aus der Eichel herausschrauben könne.

Leider trifft diese Aussage auch auf den Auftritt zu. Rock'n'Roll war daran nur die Optik, und Comedy ist mehr als vulgäres Geschichtenerzählen. Spätestens wenn der Nürnberger erzählt, wie er und andere Saunagäste sich angesichts des nun entfernten Intimpiercings übergeben müssen und einer dabei einen "Kässpätzle-Aufguss" macht, hat der Spaß ein Loch.

Der Franke geht zum Lachen in den Keller, heißt es. Dieses Klischee dürfte Bembers' Auftritt bei TV total nicht gerade widerlegt haben. Eher dürfte der Eindruck entstanden sein, der Franke an sich habe einen sehr vulgären Humor. Ein Gutes hatte der Auftritt trotzdem: Er war nach fünf Minuten wieder vorbei.

Vor der Werbepause verabschiedete Stefan Raab Bembers mit den Worten "es bleibt weiterhin speziell." Dem ist nichts hinzuzufügen.