Während die S-Bahnen heute zwischen Nürnberg und Erlangen in einem 20-/40-Minuten-Mischtakt unterwegs sind, fahren sie ab 11. Dezember 2022 montags bis freitags alle 20 Minuten. Möglich werde das durch den Einbau zusätzlicher Weichen in Fürth Nord. Das teilt die Bayerische Eisenbahngesellschaft mit. Nachdem die Planungen der DB für eigene S-Bahn-Gleise zwischen Fürth und Eltersdorf durch Klagen ins Stocken geraten gewesen seien, habe der Freistaat diese sogenannte Interimslösung initiiert und finanziert.

Die neuen Weichen verbinden demnach im Bereich Fürth Nord den bereits fertiggestellten Teil der S-Bahn-Gleise mit den Bestandsgleisen. Dadurch könnten die S-Bahnen zwischen Fürth Hbf und Fürth Nord auf eigenen Schienen verkehren. Das ermögliche den 20-Minuten-Rhythmus der Linie S1 auf diesem viel befahrenen Abschnitt. 

Neuer Halt der S-Bahn in Fürth - Verbesserungen für S6 zwischen Nürnberg und Neustadt-Aisch

„Ich freue mich, dass wir den bereits seit langem geplanten 20-Minuten-Rhythmus zwischen Nürnberg, Fürth und Erlangen endlich umsetzen können“, wird Christian Bernreiter, Bayerns Verkehrsminister (CSU) und neuer Aufsichtsratsvorsitzender der BEG zitiert.

Die neuen Weichen sollen durch DB Netz im April fertiggestellt sein. Die Einführung des 20-Minuten-Rhythmus nach Erlangen erfolge allerdings wegen Bauarbeiten auf anderen Streckenabschnitten erst im Dezember. Laut DB Netz werde es wegen weiterer Bauarbeiten entlang der Strecke Nürnberg – Erlangen – Bamberg im Laufe des Jahres 2023 nochmals Einschränkungen im Fahrplan der Linie S1 geben.

Mit Inbetriebnahme der Weichen im April könne die S1 aber den dann neuen barrierefreien Bahnsteig in Fürth Klinikum (ehemals Fürth-Unterfarrnbach) anfahren. Nach der Umbenennung der ehemaligen RB 10 Nürnberg – Neustadt (Aisch) in S6 und der Zuordnung zum Verkehrsvertrag S-Bahn Nürnberg im vergangenen Dezember habe der Aufsichtsrat der BEG zudem Verbesserungen auf dieser Linie beschlossen.

S-Bahnen sollen nachts länger fahren - letzter Zug nach Erlangen und Ansbach erst nach 3 Uhr

Im Dezember 2024 würden die Regionalverkehrszüge der Baureihe ET 425 durch "modernere Fahrzeuge" der Baureihe ET 442 ersetzt. Dieser Zugtyp sei heute bereits auf verschiedenen Linien der S-Bahn Nürnberg im Einsatz. Derzeit liefen die Vorbereitungen zum barrierefreien und S-Bahn-gerechten Ausbau der Stationen Siegelsdorf, Emskirchen und Neustadt (Aisch).

Laut DB Station&Service sollen diese Ausbauten voraussichtlich bis 2026 umgesetzt sein. Ab kommendem Dezember werde eine erste Fahrplanverbesserung auf der Linie S6 umgesetzt, heißt es: Die S-Bahnen fahren dann an Wochenenden bis circa 2 Uhr nachts. Parallel dazu werde auf den Linien S1, S2, S3 und S4 der Nachtverkehr an Wochenenden ausgeweitet.

Für "deutliche Verbesserungen des Fahrplans" sei man jedoch auf den Ausbau der Schieneninfrastruktur angewiesen, insbesondere auf ein drittes Gleis im Abschnitt Siegelsdorf – Fürth. Pro Linienast soll es ab 11. Dezember 2022 an Wochenendnächten (Fr./Sa. und Sa./So.) zwei zusätzliche 
Abfahrten gegen 1 und 2 Uhr geben. Die letzten S-Bahn-Verbindungen ab Nürnberg Hbf nach Erlangen (S1), Hersbruck l. Pegn. (S1), Roth (S2), Neumarkt (S3) und Ansbach (S4) sollen nach 3 Uhr nachts abfahren.

S-Bahn-Linien im Großraum Nürnberg: Entscheidende Streckenänderungen ab Dezember 2023

Auf der S1 starte auch in der Gegenrichtung ab Erlangen gegen 3 Uhr eine S-Bahn-Nachtverbindung über Fürth nach Nürnberg. Die Abfahrtszeiten der Regionalverkehrslinie RE 50 Nürnberg – Regensburg würden ab Dezember 2023 um eine halbe Stunde verschoben. Hintergrund dieser Änderung sei, dass Fahrgäste in Nürnberg Hbf künftig direkten Anschluss an den Fernverkehr Richtung Berlin sowie Richtung Frankfurt und Köln erhalten sollen. Da die Linie RE 50 zwischen Feucht und Neumarkt die gleichen Gleise wie die Linie S3 nutze, müssten auch die Abfahrtszeiten der S3 angepasst werden. Das mache wiederum eine Veränderung der Linienführung im S-Bahn-System Nürnberg notwendig:

Ab Dezember 2023 ende die S3 aus Neumarkt nicht mehr am Nürnberger Hauptbahnhof, sondern werde als neue Teilstrecke der S1 nach Bamberg verlängert. Der heutige S1-Linienast Hartmannshof – Nürnberg werde als neue S2 nach Roth durchgebunden, während die Strecke Nürnberg – Altdorf künftig als neue S3 betrieben werde.

Erste S-Bahn von Franken nach Baden-Württemberg ab Dezember 2024

Formell beschlossen habe der BEG-Aufsichtsrat auch die bereits zwischen Bayern und Baden-Württemberg vereinbarte Verlängerung der S4: Sie ende ab Dezember 2024 nicht mehr in Dombühl, sondern fahre über Schnelldorf weiter bis Crailsheim und sei damit die erste länderübergreifende S-Bahn-Linie in Franken. Bis dahin soll durch DB Station&Service der Bahnsteig an Gleis 1 in Dombühl für den S-Bahn-Betrieb umgebaut sein.

Der Abschnitt Dombühl – Crailsheim wird im Zweistundentakt bedient. Gemeinsam mit den Zügen der Linie RE 90 Nürnberg – Stuttgart gebe es ein stündliches SPNV-Angebot auf dieser Strecke.