• Lauf: Außergewöhnlich beliebtem Pfarrer wird Stelle gestrichen
  • Thomas Hofmann musiziert und betreibt eigenen Youtube-Kanal
  • "Eine Frau rief weinend an": Schock vor Ort nach Verkündung
  • "Bleibt ein großer Schmerz": Das steckt hinter dem Zwangsabschied

Nur noch bis zum Frühjahr 2023 wird Pfarrer Thomas Hofmann der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde in Lauf an der Pegnitz erhalten bleiben. Ab September 2023 tritt der Pfarrer dann eine neue Stelle in seiner Heimatstadt an - aber nicht ganz freiwillig. Was bleibt, sei "ein großer Schmerz in mir, weil ich die Menschen und die Arbeit hier schon sehr liebe", sagt Hofmann.

Pfarrer muss Lauf verlassen: Entsetzen vor Ort - "eine Frau rief weinend an"

Nicht nur Pfarrer Hofmann selbst lässt eine gewisse Trauer erkennen, wenn er vom kommenden Abschied spricht. Unter einigen Kirchenmitgliedern herrsche "Trauer, Wut und Entsetzen - eine Frau rief weinend an, ob sie noch einen Seelsorge-Termin und ein Gebet bei mir vereinbaren kann", erzählt der Pfarrer. "Und das geht natürlich: Ich bin ja noch ein Weilchen hier." Hofmann gilt im Nürnberger Land als äußerst beliebt - er hat einen eigenen Youtube-Kanal, schreibt Lieder, gibt Konzerte und ist dafür bekannt, jüngeren Menschen in verschiedenen Formaten verständlich die Bibel zu erklären. 

"Es ist schade, weil die Vertrauensbeziehung zwischen vielen Mitgliedern und mir lange gewachsen ist und wirklich eng war." Auf der anderen Seite sei Hofmann einen Tick beruhigter, "einfach, weil ich jetzt schon eine feste Perspektive habe und meine letzte wertvolle Zeit hier nicht mit Stellensuche verbringen muss, sondern mit ganzem Herzen und voller Kraft hier in Lauf sein kann." 

Ab 1. September 2023 fange der Pfarrer dann in der Bayreuther Nikodemuskirche an. "In einem irrealen Wunschtraum wache ich schon auf und wünsche, es bliebe bei der Pfarrstelle in Lauf." Trotzdem hat Hofmann seines Erachtens Glück: "Es war nie eine existenzielle Not, ich bin trotzdem ein Kirchenbeamter."

"Ich hatte schlechte Karten": Deswegen muss Pfarrer Hofmann gehen

Der Grund für das Verlassen der Kirchengemeinde in Lauf sei eigentlich ein ganz einfacher: "Es handelt sich um einen bayernweiten Kürzungsprozess in Anpassung an die sinkenden Mitgliederzahlen", erklärt Pfarrer Hofmann. Es sei ein selbstregulierender Prozess, bei dem anteilig Stellen reduziert werden. "Fest steht, dass Lauf inklusive der halben Diakoniestelle insgesamt eine ganze Stelle verliert."

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"Dann stellt sich innerhalb der Gemeinde die spannende Frage, wen es trifft. Man hätte bestimmt noch länger diskutieren und ringen können, aber personalrechtlich hatte ich in Lauf einfach schlechte Karten, es trifft ohnehin mich." Das habe den Pfarrer veranlasst, "andere Rufe oder Avancen an mich heranzulassen."

Es habe außerdem Angebote von Gemeindemitgliedern gegeben, seine Arbeit durch Spenden zu finanzieren: "Mehrmals haben mir wohlhabende Mitchristen eine Spenden-Finanzierung angeboten und hätten diese auch verlässlich ermöglicht." Jedoch wollte der Pfarrer nicht in den Ruf geraten, dass Menschen für ihn Geld sammeln. So bliebe Hofmann nichts anderes übrig: 2023 stehe der Wechsel von der Gemeinde Lauf nach Bayreuth an.

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