Weil er am 21. November 2020 im Nürnberger Stadtteil Gebersdorf auf offener Straße seine getrennt lebende Ehefrau und einen gemeinsamen Bekannten erschossen haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth Anklage gegen einen 67-Jährigen wegen Mordes in zwei Fällen erhoben.

Wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag (2. September 2021) mitteilt, kommen die Ermittler zu dem Ergebnis, dass der Angeschuldigte seine seit Jahren getrennt lebende Ehefrau und einen gemeinsamen Bekannten ermordet haben soll. Die 63-jährige getötete Ehefrau des Beschuldigten betrieb ein Taxiunternehmen, ebenso wie der 62-jährige Bekannte der getrennt lebenden Eheleute.

Aus Eifersucht und Wut Frau und Bekannten erschossen

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeschuldigte zwar hoffte, seine Frau werde irgendwann zu ihm zurückkehren, jedoch gleichzeitig fälschlicherweise vermutete, sie führe eine Liebesbeziehung mit dem gemeinsamen Bekannten. Obwohl er selbst seit Jahren eine intime Beziehung zu einer anderen Frau gepflegt haben soll, soll er der Überzeugung gewesen sein, dass seine Ehefrau dies nicht dürfe, da sie sonst ihn als ihren Ehemann „entehren“ würde, wie es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft heißt.

"Aus Eifersucht, Wut und um seine Familienehre wieder herzustellen, soll der Angeschuldigte deshalb beschlossen haben, seine Frau und ihren vermeintlichen Liebhaber zu töten", teilt die Staatsanwaltschaft weiter mit.

Zu diesem Zweck soll er am Vormittag des 21.11.2020 in das Taxi des gemeinsamen Bekannten gestiegen sein und gebeten haben, ihn zum Wohnhaus seiner Ehefrau zu fahren. Die 63-Jährige, die der Angeschuldigte von unterwegs angerufen hatte, soll nichts Böses ahnend auf seine Bitte vor die Tür gekommen sein. 

Mit Pistole von hinten in den Kopf geschossen

Nach dem Ergebnis der Ermittlungen entwickelte sich dort sehr schnell eine lautstarke Diskussion zwischen den drei Personen, in deren Verlauf der Angeschuldigte die Frau auch beleidigt haben soll. Sie soll sich daraufhin abgewandt haben, um wieder in Richtung ihres Hauses zu gehen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeschuldigte zu diesem Zeitpunkt eine Pistole aus dem Hosenbund zog und der arglosen Frau von hinten gezielt in den Kopf schoss. Unmittelbar danach soll er den im Taxi sitzenden 62-jährigen Bekannten erschossen haben.

Der 67-Jährige befindet sich seit der Tat im vergangenen November in Untersuchungshaft. Während er zunächst noch am Tatort gegenüber Zeugen die Tat eingeräumt hatte, machte er im Laufe des Ermittlungsverfahrens in weiteren Vernehmungen keine Angaben mehr.

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth hat nun darüber zu entscheiden, ob sie die Anklage zur Hauptverhandlung zulässt und das Hauptverfahren eröffnet. Die Staatsanwaltschaft hat für den Tatnachweis unter anderem 47 Zeugen und sechs Sachverständige benannt.