Nürnberg
Besuchszeit

"Von Besuchern überrannt": Tierheim Nürnberg greift zu drastischen Maßnahmen

Als Maßnahme gegen die Verbreitung des neuartigen Coronavirus schafft das Tierheim Nürnberg seine öffentliche Besuchszeit ab. Als "Gassigeher" kommen vorerst nur noch "altgediente" Hundefreunde infrage.
 
Das Tierheim Nürnberg nimmt bis auf Weiteres keine neuen Gassigeher mehr an - als Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Symbolfoto: Sabine Maurer/dpa-tmn
Das Tierheim Nürnberg nimmt bis auf Weiteres keine neuen Gassigeher mehr an - als Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Symbolfoto: Sabine Maurer/dpa-tmn

Das neuartige Coronavirus macht auch vor dem Nürnberger Tierheim nicht Halt - zumindest, was die Folgen anbelangt, die der gefährliche Erreger nach sich zieht. Tierheim und Tierschutzverein haben nun entsprechend reagiert.

"Nachdem aktuell leider viele Menschen gezwungenermaßen viel Freizeit haben, wurden auch wir mit Besuchern überrannt. Was uns normalerweise freuen würde, hat uns leider zur Ergreifung weitere Maßnahmen gezwungen", heißt es in einer Pressemitteilung vom Donnerstag (19.03.2020).

Tierheim Nürnberg reagiert auf Coronavirus

"Es ist wichtig, jetzt besonnen zu handeln. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, die öffentliche Besuchszeit zu schließen, um so unseren Teil dazu beizutragen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen", äußert sich OB-Kandidat Marcus König (CSU) in seiner Funktion als geschäftsführender Vorstand des Tierschutzvereins Nürnberg-Fürth und Umgebung.

 

 

Aus Gründen des Tierschutzes bleibe die Gassigehzeit unter strengeren Auflagen als bisher gleichwohl bestehen. Allerdings fänden bis auf Weiteres keine "Gassigehschulungen" mehr statt. "Es dürfen ausdrücklich nur die Gassigeher kommen, die auch in den letzten Monaten regelmäßig bei uns waren."

Wer ernsthaftes Interesse an einem Tier habe, dürfe sich gern telefonisch unter der Rufnummer 0911/919890 beim Tierheim Nürnberg melden. Auch der Notdienst bleibe weiterhin bestehen, "da wir natürlich die herrenlosen oder verletzten Tiere nicht im Stich lassen können".

Wie der Tierschutzverein betont, sei "aktuell zum Glück noch überhaupt keine Tendenz dahingehend zu sehen, dass aufgrund des Virus mehr Tiere im Tierheim landen". Eine entsprechende Meldung, die immer wieder im Internet grassiere, sei - zumindest für Nürnberg, Fürth und Umgebung - falsch.

 

In der Nürnberger Innenstadt verlaufen sich indes nur noch wenige Menschen in der Fußgängerzone. Nach dem "Shutdown" kehrt die Ruhe ein. City-Manager Reto Manitz fordert die Ladenbesitzer zum Umdenken auf.