Es war Sonntag um 21.52 Uhr, als die Polizei das Kreisjugendfest beendete. Die Hauptband des Abends hatte da gerade 20 Minuten gespielt. Die Fans sind sauer, verstehen nicht, warum das passiert - und sehen die Stadt in der Verantwortung. Die Stadtverwaltung sieht sich zu Unrecht in der Kritik und schreibt: "Der für das Abschlusskonzert zuständige Veranstalter hat entgegen den Absprachen und Genehmigungen seine Programmplanung ganz offensichtlich nicht so ausgerichtet, dass die Veranstaltung wie vereinbart um 21 Uhr zum Abschluss kam."
Der genannte Veranstalter ist Stefan Beier mit seiner Firma CFB-Events aus Weismain. Er versteht die ganze Aufregung nicht. "Ich war den ganzen Tag mit der Polizei in Kontakt", sagt er. "Natürlich hat es dauernd Beschwerden gegeben. Das ist halt so.
Die müssen das einsehen, wenn alle 20 Jahre mal eine Metal-Band auf dem Marktplatz spielt."
Der stellvertretende Dienststellenleiter Harald Göring der Polizeiinspektion sagt: "Die Veranstaltung war bis 21 Uhr genehmigt. Erst danach haben sich zwei Anwohner wegen des Lärms bei uns beschwert. Dann hat die Polizei völlig richtig gehandelt und noch abgewartet - um dann um 21.52 Uhr die Veranstaltung zu beenden. Hätte der Veranstalter bis 23 Uhr beantragt, hätte er auch so lange spielen dürfen. Ich bin sicher, die Stadt hätte das auch genehmigt. Andere Musikveranstaltungen gehen auch so lange."
Die Stadt Lichtenfels versteht daher nicht, dass sie den Unmut abbekommt. "Der ... Konzertveranstalter... hat 21 Uhr, allenfalls 22 Uhr, als Konzertende genannt. Der Umstand, dass um 22 Uhr die Hauptband gerade 20 Minuten gespielt hat, zeigt aber, dass der Konzertveranstalter nicht willens bzw. in der Lage war, sich daran zu halten", schreibt die Stadt.
Der Kreisjugendring springt da der Stadt bei. Er war für den ersten Teil des Kreisjugendfestes von 11 bis 16 Uhr verantwortlich. Geschäftsführerin Claudia Lang sagt: "Wir hatten einen tollen Kreisjugendtag. Die Stadt hat unheimlich viel für diesen Tag getan. Uns wurde nicht ein Stein in den Weg gelegt, sondern mit dem großen Erfahrungsschatz geholfen, den die Stadt ja mit dem Korbmarkt gesammelt hat." Die Stadt habe darüber hinaus mit dem kostenlosen Umbau des Marktplatzes und auch der Reinigung danach alles getan, um das Fest zu unterstützen.
Die Stadt fasst die Situation zusammen: "Die Folge ist Verärgerung auf allen Seiten: bei den Anliegern des Marktplatzes wegen der für sie unzumutbaren Beeinträchtigungen, bei den Konzertbesuchern, die sich um ihr Vergnügen betrogen sahen, aber auch bei der Stadt Lichtenfels, die die Veranstaltung des Kreisjugendrings von Anfang an organisatorisch und personell nach besten Kräften gefördert hat und sich nun wegen der Unzuverlässigkeit Anderer zu Unrecht vorwerfen lassen muss, wenig Verständnis für die Interessen der Jugendlichen gezeigt zu haben."
Stefan Beier sagt: "Mit fünf Bands sind wir einfach aus dem Zeitfenster rausgerutscht. Abbau, Aufbau, Soundcheck. Das ist absolut vertretbar. Wir haben noch den Luftgitarrenwettbewerb mit dem Fränkischen Tag reingeschoben, das hat uns eine halbe Stunde gekostet, die uns dann hinten gefehlt hat."
Eventmanagerin des Fränkischen Tags, Martina Scholz, wollte die Wette eigentlich am Stadtfest, also am Samstag, im Programm wissen. Das habe dann der Veranstalter aber auf Sonntag verschoben.