Es wird ununterbrochen beraten und getagt. Baur-Pressesprecher Jörg Hoepfner spricht von täglichen Sitzungen "hier und in Hamburg". Wie kann das Projekt Fokus, das doppelte Tätigkeiten im gleichen Konzern aufspüren und beseitigen möchte, umgesetzt werden? Das ist die zentrale Frage. Wie sieht die betriebswirtschaftliche Lösung aus? Und wie die menschliche? Und wo ist die Schnittmenge, bei der alle Seiten guter Dinge zustimmen können?

Heute beschäftigen diese Fragen den Verhandlungsausschuss, in dem Betriebsräte aller betroffenen Standorte sitzen. Und es tagt der Baur-Beirat, der paritätisch mit drei Otto- und drei Baur-Vertretern besetzt ist. Aus gut unterrichteten Kreisen ist zu erfahren, dass Bewegung in die Überlegungen gekommen sei. Insbesondere der Charakter von Baur soll erhalten bleiben, weil er zum Erfolg beigetragen habe.


Der Otto-Versand, so ein Insider, sei wie ein großer schwerfälliger Tanker, der einmal jährlich einen Katalog heraus gibt. Danach ist auch der Einkauf ausgerichtet. Baur hingegen sei wie eine schnelle Fregatte, die viermal jährlich mit Katalogen zu den Kunden komme. Auch darauf sei der Einkauf eingerichtet - nur eben der, der hier am Obermain arbeitet. Diese Besonderheiten, die auch wirtschaftlich für den Erfolg stehen, sollten erhalten bleiben. Nur echte Duplizitäten zwischen Burgkunstadt und Hamburg würden gekappt. Diese Argumentation hätte sich inzwischen auch im Management verfangen, ist aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren.

Entscheidungen wird es also heute noch nicht geben, aber der Kurs möglicherweise in einer Baur-freundliche Richtung eingeschlagen.