Stehende Ovationen nahm die Blaskapelle Schwürbitz am Ende ihres Weihnachtskonzerts entgegen. Die vielen Besucher in der voll besetzten Kirche standen auf und applaudierten lange ob der dargebrachten Leistung und der bezaubernden Stimmung, welche durch die schöne Kirche und die anrührende Musik entstand.

Erstmals zogen die Musikerinnen und Musiker der Reihe nach ein um sich dem Publikum zu präsentieren. Festlich und feierlich ging es zu und schon erklang das erste Musikstück "Hornblowers Farewell". Ein Bolero von Thomas Berhoff, welcher dieses Stück nach dem Besuch eines Films schrieb, in dessen Mittelpunkt das Leben von Soldaten, Freundschaft, Treue und Kameradschaft stand. Man stelle sich den ergreifenden Augenblick vor, als der Trompeter in der Schlussszene des Films den Zapfenstreich bläst, ein Signal zum Abschied nehmen. Und doch entschied sich der Dirigent des Konzertes, Michael Stettner, dieses Stück am Beginn zu spielen.


In seiner Begrüßung stellte Pfarrer Diter Glaeser fest: "Die schönste Musik ist die Liebe Gottes, sie klingt im Wort der Bibel und im Brot des Himmels an unser Ohr. Es liegt an uns, dieses Geschenk anzunehmen", so der Geistliche. Heute werde durch die Blaskapelle Schwürbitz "der Glaube zum Klingen gebracht".

Im nächsten Stück - "Amen" - glänzten Johannes Hennemann und Angela Motschenbacher am Solo-Bariton, ebenso bei "Ich bete an die Macht der Liebe", einem Arrangement von Gottfried Veit, der diese beliebte Melodie dreimal unterschiedlich erklingen ließ. Während diese tief empfundene Weise anfänglich von einem Unisono der Tenor-Instrumente vorgestellt wird, ist es anschließend der komplette Holzbläsersatz, welcher das Thema aufgreift. Eine Art dritte Strophe übernimmt in der Folge das Plenum des Blasorchesters, welches sich nach und nach zu einem abschließenden Höhepunkt entwickelt.

Dem Stück "Auld lang syne" folgte "The Second Waltz", welches ebenfalls hervorragend ankam. Der bekannte Walzer von Dimitri Shostakovich wurde von erstem Bürgermeister Helmut Fischer angesagt. Dieser bedankte sich zuvor bei der Blaskapelle für ihr Engagement.

Eine kurze, lustige Geschichte erzählte Madeleine Hertha, welche damit nach eigener Aussage, den Musikern eine kleine Verschnaufpause verschaffen möchte. Sie übernahm auch gleich die Ansage des nächsten Stückes. Nicht nur in den Reihen der Blaskapelle wurde das Stück "Vivo per lei" mit Spannung erwartet, weiß man doch spätestens seit dem Osterkonzert, dass es vom Gesangstraumpaar Daniela Spörlein und Wolfgang Knippert dargebracht wird. Trotz der niedrigen Temperaturen in der großen Kirche gelang auch dieses anspruchsvolle Stück.

Es folgte "Feliz Navidad", der Weihnachtsklassiker schlechthin, welchen man aus dem Radio kennt. Beim "Conquest of Paradise" hatte wohl jeder Zuhörer eigene Bilder im Kopf. Bei dem Stück "Tränen lügen nicht" durften die Musiker auch zeigen, dass sie gesanglich auf dem Höhepunkt sind.

Ein weiteres neues Stück für die Blaskapelle "Von guten Mächten" kam zum Vortrag, ein christliches Lied, welches von Dietrich Bonhoeffer, einem evangelischen Theologen, geschrieben wurde. Das Lied entstand während seiner Haftzeit im zweiten Weltkrieg. Er kam hinter Gitter wegen seines Widerstands gegen die Staatsmacht und schrieb seine letzten Gedanken im Text des Stückes nieder. "Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag". Dieser Text passt heute wunderbar zur Weihnachtszeit und dem Jahreswechsel, dies erfuhren die Zuhörer dann auch beim gemeinsamen Singen des Textes.

Ergreifend und rührend war das Konzert zu diesem Zeitpunkt. Und es ging so weiter. Mit "Highland Cathedral" setzte die Blaskapelle Schwürbitz den gelungenen Schlusspunkt unter ein beeindruckendes Konzert. Die Zugabe bildete das gemeinsam gesungene "O du Fröhliche" bevor die vielen Gäste das Angebot des Pfarrgemeinderates vor der verschneiten, in warmes Licht getauchten Herz-Jesu-Kirche annahmen und gemeinsam ein Gläschen Glühwein tranken. Die Einnahmen aus den Spenden gehen der katholischen Kirche zu. sam