Bad Staffelstein und der Tourismus - das gehört seit Jahrzehnten einfach zusammen. Und wenn da jemand weiterhin Investitionsmut aufbringt, der bereits seit drei Jahrzehnten diese Branche mit Leben erfüllt, legen die Verantwortlichen der Stadt dem keine Steine in den Weg.

Auf diesen Nenner ist eine wegweisende Entscheidung des Bauausschusses in seiner jüngsten Sitzung zu bringen. Das Best Western Plus Kurhotel an der Obermain-Therme möchte seinen Gebäudebestand um einen weiteren Trakt in südlicher Richtung, sprich in Richtung der Straße Zum Kurpark, erweitern. Die Planungen waren bereits dem Stadtrat in der Sitzung im Januar vorgestellt worden, das Gremium beschloss seinerzeit die notwendige Änderung des Bebauungsplanes Kurbereich.

Keine Gegenstimme

Nun hatte sich der Bauausschuss damit zu beschäftigen und über den beantragten Vorbescheid hierüber zu entscheiden als weiteren wichtigen Schritt. Die Konzeption des neuen Trakts sieht auf drei Etagen verteilt 75 Hotelzimmer vor sowie im Erdgeschoss eine Hotelhalle mit der Möglichkeit, hier auch Tagungen abzuhalten. Zweiter Bürgermeister Hans Josef Stich (CSU), der die Sitzung leitete, äußerte sich positiv zu dem Vorhaben, in dieselbe Richtung ging auch die Wortmeldung von Walter Mackert (CSU): "Das ist nur zu begrüßen. Es entstehen Arbeitsplätze, und der Tourismus ist schließlich einer der Hauptstandbeine der Stadt." Ohne Gegenvotum stimmte das Gremium dem Antrag auf Vorbescheid zu. Durch den Vorbescheid gewinnt der Hotelbetreiber quasi Zeit, hat nun de facto vom Grundsatz her die Bauerlaubnis und kann sich damit an das Landratsamt wenden. Der genaue Bauplan kommt dann freilich zu gegebener Zeit noch auf die Tagesordnung einer künftigen Bauausschusssitzung. Vorerst aber kann sich das Kurhotel an der Obermain-Therme über grünes Licht freuen.

Einbahnstraßenregelung

In Unterzettlitz gibt es an einer Stelle einen konfliktträchtigen Verkehrsbereich. Die Thematik wurde mit ein wenig Emotion diskutiert. Hierzu war Günter Kestel von der örtlichen Verkehrswacht eingeladen und er erläuterte noch einmal zusammenfassend die Situation: Nur wenige Meter neben der Einmündung von der Straße An der Schrann in den Barbaraweg befindet sich auch die Einmündung vom Stadtweg in die Straße An der Schrann. Letztgenannte Einmündung erfolgt allerdings in einem sehr flachen Winkel, weshalb die Verkehrsteilnehmer zum Abbiegen die Geschwindigkeit - es gilt hier Tempo 30 - hier nicht reduzieren müssen. Nun besteht die Krux darin, dass diejenigen Verkehrsteilnehmer, die vom Barbaraweg in Richtung der Straßen An der Schrann/ Stadtweg fahren, kaum Sicht haben auf den von dort eventuell kommenden Verkehr. Um keinen Unfallschwerpunkt zu schaffen, wurde nun inzwischen für einen 15 Meter langen Bereich des Barbarawegs an der oben beschriebenen Einmündung eine Einbahnstraßenregelung angeordnet. Die Verkehrsteilnehmer können somit nicht mehr vom Barbaraweg aus in Richtung An der Schrann/ Stadtweg fahren. Um auch eventuelle Alternativen zur Einbahnstraßenlösung zu prüfen, fand, wie es in der Sitzung weiter hieß, Anfang August eine mittlerweile zweite Verkehrsschau vor Ort zusammen mit einigen Anwohnern, Vertretern der örtlichen Verkehrswacht sowie dem Leiter der Polizeistation Bad Staffelstein, Gerald Storath, statt.

Eine der Alternativlösungen wäre beispielsweise ein Stoppschild am Barbaraweg für die von dort in die Straße An der Schrann fahrenden Verkehrsteilnehmer. In der Sitzung sprach sich Bärbel Köcheler (Freie Wähler), selbst in Unterzettlitz wohnhaft, noch einmal für eine Stoppschild-Lösung aus. Die Einbahnstraßenregelung sieht Köcheler vor dem Hintergrund kritisch, dass hierdurch die Verkehrsbelastung auf dem Hut noch weiter zunehme. Auch der mittels Wendehammer aus dem Georgenring ausfahrende Verkehr führe schließlich über den Hutweg, betonte sie. "Das mit der Einbahnstraße ist für mich aus Sicht der Ein- und Ausfahrenden die optimale Lösung", meinte hingegen der in der Verkehrswacht ebenfalls engagierte Walter Mackert. Bei drei Gegenstimmen beschloss das Gremium, die neue Einbahnstraßenregelung auch weiterhin zu belassen. Damit zwischen dem einbahnstraßenfreien Abschnitt des Barbarawegs und dem Hirtenweg auch größere Fahrzeuge problemlos verkehren können, wird im betreffenden Bereich auf einer Länge von 30 Metern außerdem ein beidseitiges Halteverbot erlassen.

Des Weiteren kam in der Sitzung zum Ausdruck, dass die Einbahnstraßenregelung zwar Unfällen vorbeugen soll, langfristig betrachtet aber auch ein Umbau des dortigen, wie oben erläutert, verkehrstechnisch nicht unproblematischen Mündungstrichters angedacht ist.

Für eine künftige Bebauung auf den freien Arealen in der Hirtengasse in Bad Staffelstein wurde nun einstimmig die vom Landratsamt auch nahegelegte Einbeziehungssatzung erlassen mit der nun folgenden Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange. Der dortige Grünstreifen mit einem prägenden Walnussbaum soll übrigens, dies wurde bei der Behandlung dieses Tagesordnungspunktes kundgetan, bei einer Bebauung erhalten bleiben. "Das Gesicht der Hirtengasse verändert sich durch diese Satzung nicht zu sehr", konnte auch Sandra Nossek (Grüne/SBUN) mit dem Konzept leben.