Noch wirken die drei recht entspannt: Das Trainer-Duo des FC Lichtenfels, Alexander Grau und Christian Goller, sowie der Vorsitzende Thomas Neckermann sitzen locker auf der Terrasse des Klubheims und berichten stolz von der zurückliegenden Saison der Fußball-Bezirksliga. Doch die anstehende Spielzeit in der Landesliga wird Mannschaft und Verantwortliche schon noch ins Schwitzen bringen.
Wenngleich die Lichtenfelser nur mit einem Punkt Vorsprung Meister geworden sind, haben sie die Liga doch dominiert: Der FCL stellte nicht nur den besten Angriff mit 64 Toren, sondern auch die mit Abstand beste Abwehr der Liga. Gerade einmal 18 Treffer musste die Mannschaft in 28 Spielen hinnehmen. "Die vorletzte Saison lief dafür, dass wir so viele junge Spieler integrieren mussten, überraschend gut. Deshalb war es in der zurückliegenden Saison auch das Ziel, sich vorne zu etablieren", sagt Grau. Schließlich sprang sogar die Meisterschaft heraus.
Garant dafür war auch die Abwehr, die in der Vorsaison noch das Sorgenkind war. "Wir haben mit Christian Goller, Martin Hellmuth und Daniel Ruck drei Leute verpflichtet, die die Abwehr stabilisieren sollten. Und das ist hervorragend gelungen", so Grau. Der FCL hat nur fünf Mal verloren und dabei jeweils nur ein Tor kassiert.
Einzelne Spieler wollen Goller und Grau aber gar nicht herausheben: "Wir leben komplett vom Kollektiv. Ein Kompliment muss man aber vor allem den ganz jungen Spielern machen, die unglaublich konstant gespielt haben", sagt Grau. Ein Umstand, den er auch auf die Philosophie der beiden Coaches zurückführt: "Wir unterscheiden nicht nach Name oder Alter, sondern nur nach gut oder schlecht."
Dass die kommende Spielzeit in der Landesliga kein Spaziergang wird, dessen sind sich die beiden Trainer bewusst. Das Ziel sei ganz klar der Klassenerhalt, alles andere wäre vermessen. "Wichtig wird sein, dass man sich schnell akklimatisiert. Wir müssen auf den Punkt fit sein, wenn es losgeht", sagt Grau. Deshalb habe man sich auch dazu entschlossen, in der Vorbereitung vornehmlich gegen höherklassige Teams anzutreten. "Wir haben keine Angst vor der neuen Liga, aber Respekt", sagt Grau. Und Goller ergänzt: "Wir müssen das Verlieren erst wieder lernen und auch, wie wir mit einer Niederlagenserie umgehen."


Technik statt Langholz

Den Spielstil wollen die beiden Trainer trotz der neuen Herausforderung beibehalten. "Wir werden zwar keine 70 Prozent Ballbesitz mehr haben, wie in der vergangenen Saison, das ist klar. Aber es bringt auch nichts, ein System auf Gedeih und Verderb reinzuprügeln, das dann nicht zu den Spielern passt", erklärt Grau.
Grau und Goller freuen sich in der Landesliga vor allem auf die Begegnung mit dem FC Coburg, denn die beiden Trainer haben dort gemeinsam für den Vorgängerverein DVV Coburg die Fußballschuhe geschnürt. "Die klassischen Derbys gibt es eigentlich nicht, aber wir hoffen, dass jetzt auch ein paar neutrale Zuschauer den Weg ins Stadion finden", so Goller.
Die Mannschaft bleibt indes in großen Teilen zusammen, nur Torhüter Daniel Ruck wird pausieren - er befindet sich beruflich im Ausland. Zudem ist Patrick Krappmann nach Schwürbitz gewechselt. Von den zwölf Zugängen sind sieben aus der eigenen Jugend. Hinzugekommen sind außerdem Torhüter Hannes Köster vom TSV Meeder, Markus Mex und Stefan Dietz aus Frohnlach, Johannes Bornschlegen von den "Siedlern" und Christoph Mohr vom FC Eintracht Bamberg.