Am Sonntag wurde der Damm und ein neuer Wirtschafts- und Radweg zwischen Klosterlangheim und Oberlangheim eingeweiht. Die Kosten belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro, 900 000 für das Bauwerk und 400 000 Euro für den der Meter breiten Wirtschafts- und Radweg. Träger ist die Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung Klosterlangheim. Ihr Vorsitzender Christian Gemeinhardt vom Amt für ländliche Entwicklung betonte: "In den vergangenen zwei Jahren wurde am Scheubelgraben ein Dammbauwerk mit Zufahrtswegen errichtet und trägt auch durch die Ausweisung von Uferschutzstreifen ökologischen Belangen Rechenschaft."
Erstmals sei ein Hochwasserschutz außerhalb des Ortsbereiches errichtet worden. Dies sei nur durch die Bereitstellung der Flächen aller Grundstückseigentümer möglich gewesen. Bis der Bau im Jahre 2015 beginnen konnte, mussten Hürden wie Finanzierung und Planungsgenehmigung genommen werden, so der Vorsitzende. "Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises und dem Wasserwirtschaftsamt Kronach waren die Hürden nicht allzu hoch", sagte er. Die Wassermenge aus Leuchse und Scheubelgraben werde nun begrenzt. Es komme nur noch so viel Wasser an, wie durch Klosterlangheim sicher hindurchgeleitet werden könne.
Der Wunsch nach einer Radwegeverbindung habe schon lange existiert, erläuterte Gemeinhardt. Nachdem das Dorferneuerungsverfahren Klosterlangheim um die Maßnahmen in der Feldflur erweitert wurde, habe die Stadt Lichtenfels Antrag auf Förderung des Ausbaus des Weges beim Amt für ländliche Entwicklung gestellt, das eine Förderung in Aussicht gestellt hatte. "Auf dieser Basis konnte ich dann zusammen mit der Vorstandschaft der Teilnehmergemeinschaft tätig werden", machte der Vorsitzende deutlich. Auch hier sei der Grundstückserwerb durch Tausch und Landabtretungen dank der Bereitwilligkeit der Eigentümer möglich gewesen. Abteilungsleiter Wolfgang Kießling vom Amt für ländliche Entwicklung Bamberg machte deutlich, dass durch immer höherwertige Nutzung an den Gewässern das Ausmaß der Schäden durch Hochwasser verstärkt werde. Experten prognostizierten, dass infolge des Klimawandels extreme Hochwasserereignisse künftig sogar noch häufiger auftreten werden.
Der nachhaltige Schutz vor Hochwasser werde damit zu einem immer bedeutenderen Standortfaktor. Die hohe Förderung der Maßnahmen in Klosterlangheim sei durch die Kombination der Verfahren Flurbereinigung und Dorferneuerung möglich geworden. Weitere Dorferneuerungsmaßnahmen beginnen mit der Umgestaltung der Abt-Mösinger-Straße und dem Dorfplatz an. Die Planungsphase stehe kurz vor dem Abschluss, so Wolfgang Kießling. Als nächstes müssten die planrechtliche und finanzielle Genehmigung eingeholt werden. Mit dem Baubeginn rechnete er im Herbst 2018. Auch die Sanierung der Katharinenkapelle in Klosterlangheim stehe auf der Agenda. Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) bezeichnete die Maßnahme als segensreich für die Bevölkerung. Nur durch die gemeinsame Aktion von Flurbereinigung, den ehrenamtlichen Helfern der Grundstückseigentümer und Einwohnern sei es möglich geworden, dem ländlichen Raum eine Chance zu geben. "Wir müssen nur an die Gemeinschaft glauben", betonte er. Den Anstoß hätten 2013 Stadträte Alfred Weis (Oberlangheim), Otto Dinkel (Lahm), Roland Lowig (Isling) und er, als damaliger Kreisrat, gegeben. Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner (CSU) listete 375 Maßnahmen der ländlichen Entwicklung in Oberfranken auf. "Dörfer und Städte müssen lebendig bleiben, die Kinder haben ein Recht darauf", sagte er. Der Stellvertreter des Landrats, Helmut Fischer, stellte fest, dass Überschwemmungen durch Hochwasser in den letzten Jahren zugenommen hätten. Klosterlangheim sei jetzt sicherer geworden und durch den neuen Wirtschafts- und Radweg habe auch der Erholungswert in der Region gewonnen.
Den kirchlichen Segen für beide Bauwerke erteilte der Islinger Pfarrer Henryk Chelkowski. Es assistierten Mesner Josef Motschenbacher und die Messdienerinnen Eva Eideloth und Julia Brendel aus Klosterlangheim. Die offizielle Eröffnung des Wirtschafts- und Radwegs fand am Ortsrand von Klosterlangheim statt.
Daten und Fakten Hochwasserrückhaltebecken: Stauvolumen 18 000 Kubikmeter, Dammlänge 120 Meter, Dammhöhe sechs Meter, Bauzeit September 2015 bis Oktober 2017. Baufirma Dietz, Weismain. Wirtschafts- und Radweg: Länge 900 Meter, Bauzeit Mai bis Oktober 2017, Baufirma Thomas Straßenbau, Oberaurach.