Wir warten schon so lange auf einen neuen Spielplatz", sagen Laura (sechs Jahre) und Michelle Dorn (elf) wie aus einem Munde. Um ihrem Wunsch Nachdruck zu verleihen, haben sie sich zusammen mit mehreren Dutzend Maineckern am Dienstagabend bei einem Ortstermin des Bauausschusses am Bergweg eingefunden. Das Hanggrundstück, malerisch eingerahmt von einer Eiche und einem Apfelbaum, ist der Favorit der Bürger. Nach intensiver Diskussion mit den Stadträten haben sie das deutlich gemacht und diese folgten dem Bürgervotum einstimmig.
"Einen Spielplatz gibt's auf jeden Fall, die Frage ist nur, ob am Bergweg oder am Bolzplatz" stellte Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) eingangs klar. "Wir als Eltern hätten beim Bolzplatz keine Einsicht - hier sind Häuser drumherum und die Friedhofsbesucher werfen mal ein Auge drauf", gab Maria-Theresia Dorn zu bedenken.
Außerdem müsste der größere Teil der rund 20 Kinder unter 14 Jahren in Maineck zum Bolzplatz am anderen Ortsende den gefährlichen Weg entlang der Kreisstraße nehmen, da ein Privatweg nicht genutzt werden könne. Mehr als 100 Unterschriften für den Standort am Bergweg, die die Eltern gesammelt haben, überreicht Maria-Theresia Dorn an den Bürgermeister.
Der Bolzplatz sei nicht geeignet, da dort kickende Jugendlichen die Kleinen verletzen könnten, wie jüngst beim "Kerwesfußball" geschehen, gab eine Mutter zu bedenken. Und ein Vater wies auf die natürliche Beschattung durch die Bäume am Bergweg und Spielmöglichkeiten auf dem Hanggrundstück hin.
Das Hanggrundstück sei ausreichend, um die auf dem früheren Spielplatz stehenden Spielgeräte aufzunehmen, erklärte Michael Auer. Am liebsten wäre den Eltern eine Kombination aus Klettergerüst, Rutsche und Schaukel, wie sie im Weismainer Stadtgraben steht. Die Bäume ermöglichten die Einrichtung einer Sitzgruppe. Der Radfahrverein Viktoria könne auf die für Parkplätze genutzte Fläche verzichten, da genug Platz an den Straßenrändern sei; auch das Johannisfeuer störe nicht.
Nur wenige Stimmen wurden für den Bolzplatz laut. Dort wünschten sich die Eltern lediglich ein neues Ballfangnetz. Auch das Argument von Ludwig Winkler (FBO), wegen eines Eichenspinner-Befalls einen Sicherheitsabstand zur Eiche einhalten zu müssen, schreckte die Eltern nicht. Die Pferdekoppel könne jederzeit wieder beseitigt werden, meinte Bürgermeister Hümmer auf die Frage von Walter Limmer (JWU), ob der Verwaltung bei der Verpachtung des Geländes der Wunsch nach Nutzung für einen Spielplatz bekannt gewesen sei.
Möglichst noch dieses Jahr soll der Spielplatz angelegt werden. Vorgesehen sind dafür Klettergerüst, Rutsche, Schaukel und Wippen - teilweise vom alten Spielplatz.
Außerdem sollen in Maineck in der Weidenburg zwei Robinien wegen Astbruchgefahr gefällt und die Grünanlage ebenso wie die Anlage um die Brunnenstube gepflegt werden. An der Kreuzigungsgruppe im Altenkunstadter Friedhof soll eine krumme Esche gefällt werden. Ebenso die kranke Ulme am Mainufer, da in der parkähnlichen Anlage dort genug Bäume stehen und die Gefahr von Verletzungen bei Veranstaltungen zu groß sei.
Für Diskussionen sorgte der Antrag, die Ortsverbindungsstraße von Baiersdorf nach Woffendorf, die auf sechs Tonnen beschränkt ist, für Anlieger freizugeben. Eine Liste mit Protestunterschriften dagegen hatten Anwohner aus Woffendorf im Rathaus abgegeben, wie der Bürgermeister erklärte. Sie befürchten bei einer Freigabe die Zunahme des Verkehrs. red