Frank Kruscha ist deprimiert. Erst vor einigen Tagen haben er und seine Mitarbeiter die jüngste Umgestaltung der Kartarena abgeschlossen - und nun das! Es tut ihm sehr leid, dass ein 30-jähriger Mann in der Kartarena verunglückte. Sicherheitsmängel schließt er aus, denn die Anlage sei vom Gewerbeaufsichtsamt abgenommen.
Die Kartarena ist am Donnerstagabend völlig abgebrannt. Die Feuerwehr konnte jedoch das angebaute Wohnhaus und die angrenzende Laser-Maxx-Halle schützen. Auch das Übergreifen der Flammen auf einen 5000-Liter-Gastank am Wohnhaus konnten die Einsatzkräfte verhindern.

"In dem Objekt stecken sieben Jahre Herzblut drin", sagt Frank Kruscha. 2008 habe er das ehemalige Möbelhaus übernommen und damit begonnen, es nach und nach zu einer Kartarena umzubauen. Drei Anbauten seien entstanden.

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Das Unglück am Donnerstag könne er sich nur durch einen tragischen Fahrfehler erklären. Als sich zwei Fahrer mit ihren Karts einen Infight lieferten, also einen Kampf um die bessere Position, müsse ein Kart die Bande berührt haben. "Unserer Meinung nach ist es auf einen Fahrfehler zurückzuführen, so dass die Bande beschädigt wurde", sagt der Geschäftsführer.

Streckenposten reagierte richtig
Gas sei ausgetreten und habe sich entzündet. Einer der Kartfahrer stand sofort in Flammen. Ein als Streckenposten eingeteilter Mitarbeiter der Kartarena, fährt Frank Kruscha fort, habe sehr überlegt und richtig reagiert. Umgehend betätigte er den Zündunterbrecher per Fernbedienung, so dass alle Karts stehen blieben. Dann löschte der Mitarbeiter die brennende Kleidung des 30-Jährigen.

Erste Hilfe leisten, die Feuerwehr alarmieren und die Kartarena räumen, all dies sei umgehend erfolgt. Zum Unglückszeitpunkt seien fünf Personen in Karts auf der Bahn gewesen und einige Leute im Bistro, sagt der Geschäftsführer; die Polizei spricht übereinstimmend von etwa zehn Personen.

Gas- statt Benzinbetrieb
Frank Kruscha erklärt, warum die Karts in seiner Arena seit August 2014 mit Gas und nicht mehr mit Benzin betrieben werden: "Um das Raumklima zu verbessern, haben wir auf Gas umgestellt", denn das erzeuge rund 90 Prozent weniger Abgase als Benzin.

Die Feuerwehr ist am Freitag bis zum Mittag mit rund 15 Mann zur Brandwache vor Ort. Unter Leitung des Zweiten Kommandanten der Marktzeulner Wehr, Uwe Gaebel, überwachen die Feuerwehrleute, dass das Feuer auf dem weitläufigen Areal nicht wieder aufflammt.

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Brandgeruch liegt in der Luft, hier und da kringelt noch Rauch von einem verkohlten Balken. Überall liegen die Schlauchleitungen der Feuerwehr. Kriminalbeamte sehen sich am Brandort um. Eingestürzte Dachkonstruktionen, zerstörte Photovoltaikpaneele und verbogene Wellblechdächer sowie zersplitterte Glasscheiben und großflächige Seen aus weißem Löschschaum prägen das Bild. Hier ist nicht mehr viel zu retten.

Im Bistro liegen Stühle und Tische durcheinander, alles ist vom Feuer zerstört und verrußt. Am Boden stehen große Wasserpfützen. Überall liegen die Glasscherben der Bistrofenster.

"Aufgeben gilt jetzt nicht", macht sich der Geschäftsführer selbst Mut. Immerhin sei die Laser-Maxx-Halle unbeschädigt, so dass der Betrieb hier weitergehen kann. Drei fest Angestellte fünf Minijobber und eine Reinigungskraft beschäftige er. Wie es genau weitergeht, weiß er nicht. Nun müsse er erst abwarten, wie die Versicherung den Fall bewerte.

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Am Brandabend konnte der Geschäftsführer nur zuschauen, wie seine Kartarena abbrannte - und den Feuerwehrleuten Getränke hinstellen. Was Frank Kruscha ein wenig irritierte, waren die vielen Schaulustigen, die am Donnerstag zum Brandort kamen, um zu gaffen. Geärgert habe er sich über all das Unrichtige das noch am selben Abend über Facebook und andere Netzwerke und in Umlauf gebracht worden sei.

Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech (Freie Wähler Marktzeuln) sagt, es sei "schade um diese florierende Kartbahn". Frank Kruscha habe er in den Bau- und Genehmigungsverfahren für die Kartarena als "angesehenen Geschäftspartner" schätzen gelernt. Die Gemeinde werde den Unternehmer beim Wiederaufbau nach Möglichkeit unterstützen.