Ein Frühlingskonzert in Kloster Banz. Wie jedes Jahr. Und doch: jedes Mal originell. Zum 40. Geburtstag des Lions-Clubs Lichtenfels brachte das Bamberger Streichquartett im Kaisersaal ein Ständchen. Dem Lions-Gedanken, dem Frühling, dem vollbesetzten Kaisersaal und von über zwei Stunden Dauer.

Das Lions-Klassik-Konzert hat Tradition. Seit Jahren lässt sich auf das Konzept der Begriff Infotainment anwenden und seit Jahren rennt es damit offenen Türen ein. Musik trifft Hintergrundinformation, vorgetragen von jemandem, der hohe Sympathiewerte genießt: Karlheinz Busch. Vielleicht ist das so, weil der Cellist des Bamberger Streichquartetts offensichtlich von Musik fasziniert ist.


"Ich könnte ihm stundenlang zuhören", sagte ein Zuhörer, just zu dem Moment, als Busch eine peinliche Familiengeschichte auspackte: den Streit der Gebrüder Marcello, die von den Kompositionen und Charakteren des jeweils anderen wenig hielten. Die Teilhabe an seinem Wissen macht auch darum Spaß, weil es Busch vermag, den großen Bogen von der Philosophie, Gesellschaft, Politik, Mode zur Musik hin zu spannen.

So erfährt der Hörer auch, dass es in England Tradition ist, bei Georg Friedrich Händels "Halleluja" sprungartig aufzustehen, weil das vor Jahrhunderten ihr König George aus Versehen tat. Mit Händel eröffnete das Streichquartett das Konzert, das über Cesar Franck und Joseph Haydn zu Christoph Willibald Gluck und Gaetano Donizetti führte. Was bedeutet, dass auch das Belcanto gewürdigt wurde. Eine Kunst, zu der Donizetti starke Anstöße gab, die Laetitia Cropp aufgriff.

Ihre emotionale Annäherung an die Arien war glaubwürdig, ihre Technik fein. So auch bei dem selten zu hörenden "Me voglio fà na casa" von Donizetti.

Überhaupt hat die Mezzosopranistin, eine Vorliebe für Ausgefallenes. In ruhigen Passagen wurde sie vom Streichquartett (Raul Teo Arias/Geige, Andeas Lucke/Geige, Lois Landsverk/Bratsche und Karlheinz Busch/Cello) wohltuend getragen, hier war das Zusammenspiel perfekt. Ab und an jedoch musste sie gegen das Quartett, das von Natalie Solotych (Cembalo) verstärkt wurde, gegen das Ensemble ansingen. Aber das blieb Ausnahme an einem musikalisch-originellen Nachmittag.