Erfreuliches hatte Bad Staffelsteins Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) bei der Informationsveranstaltung am Freitagabend in der Alten Schule in Horsdorf zu berichten: Der Baubeginn des Lärmschutzwalls entlang der A73 ist in greifbare Nähe gerückt. "Das ist eine Chance, die sich so schnell nicht mehr bieten wird", sagte Kohmann.
Am 30. Dezember hatte das Landratsamt Lichtenfels den Bauantrag mit Auflagen genehmigt. Im Verlauf dieser Woche findet ein letztes Abstimmungsgespräch mit der Autobahndirektion statt, danach können die Arbeiten beginnen.
Laut Bürgermeister Kohmann sind insgesamt drei Wälle geplant. Zum einen ein 400 Meter langer Wall auf der Bad Staffelstein zugewandten Seite, der an die bereits bestehende Glaswand anschließt. In der Horsdorf zugewandten Seite ist ein 380 Meter langer Wall vorgesehen, der, unterbrochen vom Peuntweg, sich anschließend weitere 150 Meter in Richtung Ebensfeld fortsetzt.

Der geplante Wall soll mit einer Höhe von fünf Meter ab Straßenniveau Horsdorf und die Kernstadt vor dem Lärm der Autobahn schützen.


Erdaushub der ICE-Trasse

Wie Bürgermeister Kohmann erinnerte, bestehe kein Rechtsanspruch auf eine andere Lösung. Das für die Baumaßnahme benötigte Material wird von der Firma Leonhard Weiss, die mit den Erdbauarbeiten für die ICE-Trasse beauftragt ist, angeliefert. Wie Kohmann weiter mitteilte, habe die Mergentheimer Firma der Stadt zugesichert, dass der Aushub aus der ICE-Baustelle bei Ebensfeld/Breitengüßbach für die Baumaßnahme bei Horsdorf ausreichen werde. "Wir haben auch Wert darauf gelegt, dass die Firma Weiss das Projekt fertig stellen wird."
Die für die Baumaßnahme benötigten Grundstücke musste die Stadt erwerben. "Ich habe mich sehr gefreut, dass ich auf offene Ohren der Grundstückseigentümer gestoßen bin", sagte Kohmann. Bis auf einen konnte die Stadt mit allen Grundstückseigentümer einig werden.
Das für den Wall benötigte Material wird per Lkw angeliefert. Für die Aufschüttung auf Horsdorfer Seite soll nach der Autobahnbrücke eine Notbrücke über den Lauterbach gebaut werden. Diese werde nach Abschluss der Arbeiten wieder zurückgebaut.
Bis jedoch mit der Aufschüttung begonnen werden kann, sind Vorarbeiten notwendig. Wie Kohmann erläuterte, müssen vom Lauterrund kommende Schächte sowie weitere Versorgungsleitungen verlegt werden. Als größten Aufwand bezeichnete er die Entwässerung der Autobahn. Nach Abschluss der Aufschüttung soll ein Grünplan erstellt werden, da eine naturnahe Gestaltung des Bauwerks geplant sei. Auf den Dammkronen sei die Anlegung eines Grünwegs vorgesehen. Die Stadt rechne mit Baukosten von rund 200 000 Euro für Grunderwerb, Lückenschluss und Begrünung.
Groß war das Interesse der Bürger an den Plänen bei der Informationsveranstaltung. Ein Vollerwerbslandwirt sah eine Differenz zwischen den Plänen und der in der Natur abgesteckten Fläche seines gepachteten Ackers. Bürgermeister Kohmann machte darauf aufmerksam, dass Landwirte entstehende Ernteausfälle ersetzt bekommen.