"Die Nachfrage steigt definitiv an - mittlerweile ist jedes zweite verkaufte Radio ein Digitalgerät", sagt Norman Hartmann, Leiter der Unterhaltungselektronik beim Media-Markt Lichtenfels. Bisher interessieren sich vor allem ältere Menschen für die neuen Digitalgeräte. "Das ist auch für mich etwas überraschend, es dürfte aber daran liegen, dass die Jugendlichen heutzutage vor allem über Internet Radio hören", erklärt Hartmann.

Senioren nutzen Angebot kaum

Noch kein großes Thema dagegen ist Digitalradio in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen. So wird beispielsweise im Staffelsteiner BRK-Wohn- und Pflegeheim "Am Staffelberg" noch ganz traditionell über das UKW-Signal Radio gehört. "Im Moment ist ein Wechsel auf Digitalradio nicht ansatzweise geplant", sagt die Heimleiterin Elke Gäbelein.
Auf lange Sicht wäre eine Umrüstung eine Überlegung wert, doch aktuell seien die Bewohner mit den gängigen Sendern in analoger Qualität sehr zufrieden.

Qualität ist sehr gut

Warum sollte man als Verbraucher überhaupt den Wechsel auf Digitalradio wagen? "Der Empfang ist in klarer CD-Qualität und dazu ist die Senderauswahl schon sehr groß", sagt Norman Hartmann. Doch nicht jeder kann diese neue Technik im Kreis Lichtenfels ohne Probleme nutzen. "Die Nachfrage ist zwar durchaus groß, aber der Empfang hier in der Region ist häufig schlecht", klagt Claus Prath, Inhaber von Radio Lengies in Bad Staffelstein. Bamberg sei mit einem großen Sendemasten gut versorgt, im Kreis Lichtenfels fehle aber ein flächendeckender Empfang. "Einige Kunden haben die Geräte zuhause ausprobiert, aber dann wieder zurückgebracht, weil der Empfang zu schlecht war", ergänzt er.

Radio Eins stellt noch nicht um

Ab wann die Region mit durchgehendem Empfang versorgt wird, ist noch unklar. In erster Linie liegt dies an der EU, die für den Ausbau des Netzes zuständig ist. Norman Hartmann: "Laut EU ist die flächendeckende Versorgung grob für das Ende des Jahres geplant. Verbindliche Unterlagen liegen aber noch keine vor."
Radio Eins in Coburg verzichtet vorerst auf eine digitale Verbreitung. Redaktionsleiter Thomas Apfel: "Aus Kostengründen macht es für Lokalsender im Moment noch keinen Sinn, digital zu senden. Ich rechne auch nicht damit, dass das UKW-Netz vor 2025 abgeschaltet wird."