In Bad Staffelstein haben noch elf Stadtteile eine eigene Wasserversorgung. Doch die Probleme häufen sich. Hier reicht die geförderte Menge nicht aus, dort macht eine bakterielle Belastung das Abkochen erforderlich. Zudem fehlt mancherorts die vorgeschriebene Notwasserversorgung.
Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) sieht jetzt die Zeit zum Handeln gekommen. Behutsam informiert er die Bürger, dass die dezentralen Versorgungseinheiten von der Bad Staffelsteiner Gruppe getrennt und an ein externes Netz angeschlossen werden müssen.

Filter kostet eine halbe Million

Nach einer Bürgerversammlung in Grundfeld am Montag, standen das Stadtoberhaupt und Wassermeister Wolfgang Polster am Dienstag im Vereinsheim "Alte Schmiede" der Bevölkerung in Wolfsdorf Rede und Antwort.

Während in Grundfeld Qualität und Menge nicht stimmten, seien in Wolfsdorf die Keimbelastung und ein zu geringer Wasserdruck die Hauptprobleme, so der Bürgermeister. Um die Bakterien auszufiltern, bedürfe es einer Anlage, die bis zu 500 000 Euro kosten könnte.
Jürgen Kohmann wies darauf hin, dass die vierteljährlichen Wasseruntersuchungen nur jeweils eine Momentaufnahme darstellten. In der Realität könne die bakterielle Belastung sogar gravierender sei. Er riet generell zum Abkochen des Wassers, so wie es in seiner Kindheit gang und gäbe gewesen sei.
An Spekulationen darüber, wer für die Schadstoffbelastung verantwortlich ist, wollte sich der Bürgermeister nicht beteiligen. "Wir wissen nicht, woher das Quellwasser kommt, das Einzugsgebiet ist unbekannt", machte er deutlich.

FWO-Leitung in der Nähe

Mit der Installation eines Filters seien die Probleme aber noch nicht gelöst. Der schwache Druck in den höher gelegenen Häusern könne nur mit einer aufwändigen Anlage verbessert werden. "Ich bin ein Verfechter der dezentralen Wasserversorgung und möchte die Anlagen so lange wie möglich erhalten. Um die Probleme in den Griff zu bekommen, wären aber Investitionen erforderlich, die in keinem Verhältnis zu einem Fernwasseranschluss stehen", unterstrich Kohmann.
Die Hauptleitung der Ferwasserversorgung Oberfranken (FWO) führe am Ortsrand vorbei. Es müssten nur ein Übergabeschacht gebaut und ein paar hundert Meter Leitung verlegt werden. Bei einem Jahresverbrauch in Wolfsdorf von 19 000 Kubikmetern sei die Aufnahmegebühr bei der FWO mit 17 000 Euro relativ gering.
Die Hauseigentümer müssten Druckminderventile einbauen, die rund 150 Euro kosten. Weitere Kosten kämen auf die Bevölkerung nicht zu, versicherte der Bürgermeister.
Im ganzen Versorgungsgebiet Bad Staffelstein würden Investitionen über die Gebührenkalkulation abgewickelt. Bei einem geringen Wasserpreis von derzeit 1,40 Euro würde der FWO-Anschluss in Wolfsdorf kaum zu einer Gebührenerhöhung führen. Kohmann legte Wert darauf, dass die Banzer Gruppe, die Rothmannsthaler Gruppe und die Krögelhofer Gruppe nicht betroffen seien. Er beschrieb die FWO als einen regionalen Versorger, der rund 20 Prozent des oberfränkischen Trinkwassers verteile. Alle vier kreisfreien Städte des Regierungsbezirks - Bamberg, Bayreuth, Coburg und Hof - seien angeschlossen. Insgesamt liefere die FWO an derzeit 63 kommunale Kunden, das sind Gemeinden, Städte oder Zweckverbände.