Das "Köstner Gründla" kommt nicht zur Ruhe. Nach hitzigen Debatten im Stadtrat hat der Umweltausschuss des Kreistages am vergangenen Donnerstag gegen drei Stimmen beschlossen, eine Bebauung in dem Landschaftsschutzgebiet im Stadtteil Kösten zuzulassen. Der Landkreis solle eine Verordnung erlassen, die eine Reduzierung des geschützten Bereichs an der Schloss-Banz-Straße vorsieht, so der Beschlussvorschlag an den Kreistag.

Das Gelände erstreckt sich von den Häusern gegenüber der Einmündung des Mainwiesenwegs bis zur Wohnbebauung in nordöstlicher Richtung. Rund 4000 Quadratmeter umfasst das Gelände, das bebaut werden kann. Anlass war ein konkreter Bauantrag zur Errichtung eines Einfamilienhauses mit Garage.
Vorausgegangen war die Ablehnung eines Bauvorhabens an der Schönleite, das ebenfalls in dem Schutzgebiet "Köstner Gründla" errichtet werden sollte.
Landrat Christian Meißner (CSU) wies darauf hin, dass es sich bei dem Beschluss nicht um die Einzelbebauung in der Schönleite handele, sondern um die Schließung einer Baulücke. Der fachliche Naturschutz und der Bezirk Oberfranken hätten keine Einwände, sofern die Häuser maximal zweigeschossig errichtet werden und die Bäume und Sträucher auf der Nordseite und die Hecke östlich der Grundstücke erhalten bleiben.

Bund Naturschutz will keine Verkleinerung

Die Kreisgruppe des Bund Naturschutz Lichtenfels lehnt eine Verkleinerung des Landschaftsschutzgebietes ab. Auch Ausschussmitglied Valentin Motschmann (Bündnis90/Die Grünen) wandte sich vehement dagegen. "Diese Ausnahme könnte zur Regel werden, um weitere Baulücken zu schließen, zum Beispiel im südlich Bereich. Das Gründla soll so bleiben wie es ist", forderte er.

Kein Klimaschutzmanager

Beim Klimaschutzkonzept des Landkreises und seiner elf Städte und Gemeinden bedürfe es keines Klimaschutzmanagers, der die in Planung befindlichen Objekte steuere, war das Gremium überzeugt. Die Verwaltung hatte alle Kommunen gebeten, ihre Projekte vorzustellen. Auch die Kommunen zeigten keine Bereitschaft, sich an der Finanzierung eines Klimaschutzmanagers zu beteiligen, berichtet der Landrat. Er unterstrich erneut, dass ein Konzept nur dann funktioniere, wenn alle Kommunen mitzögen. "Wir dürfen die kommunale Verwaltungshoheit nicht vergewaltigen", sagte er.

Aus den nicht vollständig erfolgten Rückläufen zog der Ausschussvorsitzende den Schluss, dass sich die Kommunen bereits mit den energetischen Sanierung kommunaler Liegenschaften und Energiesparmöglichkeiten befassten, zum Beispiel mit der Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf moderne LED-Technik. Der Kreisvorsitzende des Bayerischen Bauernverbandes, Michael Bienlein, machte den Vorschlag, eine kommunale Biogasanlage zu bauen. Damit würde die Vorbildfunktion des Landkreises gestärkt. Valentin Motschmann vermisste einen konkreten Plan. "Wir müssen erst wissen, wohin wir wollen", macht er deutlich.
Wolfgang Scheider vom Umweltamt erläuterte eine gutachterliche Bewertung zur Einführung einer getrennten Bioabfallerfassung im Zweckverband für Abfallwirtschaft in Nordwest- Oberfranken. Handlungsalternativen bestünden in der Einführung einer Biotonne oder eines flächendeckenden Bringsystems. Seites der Verwaltung werde im Hinblick auf die noch laufenden Verhandlungen kein Handlungsdruck zum 1. Januar 2015 gesehen, sagte der Landrat. Günter Knorr (CSU) war der Überzeugung, dass eine getrennte Bioabfallerfassung in ländlichen Gegenden nicht erforderlich sei. Kreisrat Hans Bramann (FW) fragte: "Warum sollen wir das Bewährte verlassen."

"Stadt, Land, Fluss"

Wolfgang Schneider berichtete über die Sanierung defekter Gasleitungen in der Unterstation der Deponie Oberlangheim. Die Maßnahme kostet 32 000 Euro. Der Leiter der Umweltstation Weismain, Michael Strohmer, erläuterte die vielfältigen Aktivitäten der Station. Er hob die Förderprojekte "Auf dem Holzweg" und "Bienen" hervor. Die Verwertung von Obst durch das Saftmobil mache in diesem obstreichen Jahr einen siebentägigen Einsatz erforderlich. Strohmer kündigte ein neues Modellprojekt "Stadt, Land, Fluss - Obermain erleben" an. Er machte den Wandel in der Friedhofskultur deutlich. Es gebe immer mehr Urnenbestattungen. "Beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden", bemängelte er die Bewertungskriterien. Auch der Landrat stimmte dem zu. Es sei ungerecht, wenn in einem Dorf ein Baugebiet entstehe, sodass dann "eine Goldmedaille nicht mehr drin ist".