Sie kriechen durch Tunnel, laufen über Wippen, oder springen über Hürden: Bei der Sportart Agility müssen die Hunde einen bestimmten Parcours bewältigen. Einen kleinen Einblick in den Hundesport bekommen die Zuschauer beim Kreisjugendfest am 23. Juni in Lichtenfels. Denn dann zeigen die Mitglieder des Michelauer Vereins Treffpunkt Hund auf dem Marktplatz ihr Können.

Zu sehen sein werden auch verschiedene Suchspiele. "Wir verstecken zum Beispiel Spielzeug unter einer Decke und lassen den Hund danach suchen", sagt der Vereinsvorsitzende, Dieter Scheuering. Auf dem Programm stehen Gehorsamsübungen und vielleicht auch eine Welpenvorführung - vorausgesetzt die Vereinsmitglieder haben dann gerade welche.

Spannend wird es garantiert, denn unter den Tieren sind nicht nur vollausgebildete Hunde, sondern auch junge, die noch viel lernen müssen.

Doch am wichtigsten ist Dieter Scheuering das Wohl der Hunde. Deswegen können die Vereinsmitglieder auf dem gepflasterten Marktplatz nicht alles zeigen. "Die Verletzungsgefahr ist zu hoch", sagt Scheuering. Und wie die Hunde, die sonst nur auf Rasen trainieren, auf den harten Boden reagieren, weiß er auch nicht.

Jugendliche heranzuführen

Wichtig ist dem Vereinsvorsitzenden, Kinder und Jugendliche an den Hund heranzuführen. Deswegen will er auf dem Jugendfest den Besuchern die Möglichkeit geben, die Hunde zu streicheln, oder ein Stückchen zu führen. Ob Chihuahua, Labrador, oder Dobermann - im Verein sind viele Hunderassen vertreten. Dieter Scheuering selbst hat drei Hunde: Josie, eine Dobermann-Hündin, Tyson, einen französischen Hirtenhund, und Eddy, einen Chihuahua.

Der Spaß steht immer im Vordergrund, doch die Vereinsmitglieder sind auch bei Wettbewerben erfolgreich. So auch Brigitte Schindler, die mit ihrer viereinhalbjährigen Briard-Hündin Etna im Bereich Obedience Oberfränkische Meisterin ist.

Auch Steffi Schmidt nimmt mit ihrer Hündin Ninja am Turnierhundesport (THS) teil. Ob Unterordnung, Slalom, Hindernisbahnen, oder Hürdenspringen - bis alles perfekt klappt, ist es ein weiter Weg. "Konsequenz ist das A und O", sagt Steffi Schmidt, die einen Hundefriseursalon hat. Auch wichtig: Leckerli und Spielzeug. "Wir nutzen den Spiel- und Fresstrieb aus", sagt Dieter Scheuering.

Hilfe für Ecco

Bernd und Christa Pötzinger steht noch ein längerer Weg bevor. Ihr Deutscher Schäferhund Ecco stammt aus einer slowakischen Tötungsstation, abgeholt haben sie ihn in einer Auffangstation in Gießen. "Ecco hat sein Schnäuzchen sofort bei meinem Mann die Hände gelegt, da war es um Bernd geschehen", erzählt Christa Pötzinger. Sie nahmen den knapp vierjährigen Rüden bei sich auf.

Ecco beherrscht die Grundkommandos, doch mit anderen Hunden gibt es Probleme. Wenn er einem begegnet, stemmt sich Ecco in die Leine und bellt. Deswegen hat das Ehepaar Dieter Scheuering um Hilfe gebeten, der sich schon um einige "Problemhunde" gekümmert hat. Auf dem umzäunten Gelände des Hundevereins soll Ecco nun langsam an den Kontakt mit seinen Artgenossen gewöhnt werden.

Warum Ecco so auf andere Hunde reagiert, kann das Ehepaar nur vermuten. "In der Slowakei war er mit 120 anderen Hunden zusammen und musste draußen auf dem blanken Boden schlafen", sagt Christa Pötzinger. Mit fünf Monaten war er ins Tierheim gekommen. "Vielleicht war er seinem Vorbesitzer nicht aggressiv genug", vermutet die Hundeliebhaberin. "Er ist ein ganz lieber Kerl." Sie weiß, dass er aus einer guten französischen Zucht stammt. In der Slowakei sollte er das Haus des Besitzers bewachen. "Der hat ihn geschlagen und schließlich ins Tierheim gebracht", sagt Christa Pötzinger. Bei den Pötzingers hat Ecco nun endlich ein richtiges Zuhause gefunden. Und in einer Sache ist sich das Ehepaar sicher: "Wir möchten ihn nicht mehr hergeben", sagt Christa Pötzinger.