Für was eine Operation alles gut sein kann: In diesem Falle linderte sie nicht nur Schmerzen, sondern verhalf einer oberfränkischen Musikgruppe auch noch zu einem neuen Sänger.

"Vor ein paar Jahren hatte ich einen Patienten, der am Steißbein operiert werden sollte. Als ich ihm dem Beatmungsschlauch einführen wollte, sagte er: Bitte passen Sie gut auf meine Stimmbänder auf, ich bin nämlich Sänger", erzählt der Bayreuther Anästhesist Christian Mösch, der in seiner Freizeit Keyboard spielt. Als die Gruppe "Phil Callin'" ein paar Jahre später einen Sänger suchte, erinnerte sich Mösch an die Begegnung mit dem Sänger, von dem er - welch Glück! - noch die Handynummer abgespeichert hatte.


Premiere für Arzt und Patient

Am Samstag, 9.
April, dieses Jahres stehen Arzt und Patient ab 20 Uhr im "TECnet Zentrum" des Burgkunstadter Kleinkunstvereins "TECnet Obermain" in Burkersdorf erstmals gemeinsam auf einer Bühne. Die Tribute-Band "Phil Callin'", die die unverwüstlichen Hits von Phil Collins und der Gruppe "Genesis" spielt, gibt ihr Live-Debüt.

In einer Einliegerwohnung im Altenkunstadter Ortsteil Woffendorf stapeln sich die Becken, Bass Drums und Toms. Ihr Besitzer Stefan Luschner ist Schlagzeugsammler aus Leidenschaft. Selbstverständlich beherrscht er auch das Einmaleins des Schlagzeugspielens. Um eine seiner "Schlagbuden" haben sich die fünf Musiker der Kapelle "Phil Callin'" versammelt. Luschner gibt den Takt vor und Menno Stuifmeel aus Bischofsgrün lässt seinen ausdrucksstarken Tenor erklingen, ehe sich Christian Mösch, der Burgkunstadter Mario Rudolph (Bass) und Jochen Sauter (Gitarre) aus Naila mit einklinken. Ein altbekannter Rockrefrain von der Gruppe "Genesis", aktueller denn je, verlässt ihre Lippen und erfüllt den Raum: "Oh superman where are you now, when everything's gone wrong somehow."

Warum sind die Songs von Phil Collins und seiner Band "Genesis" für die fünf Musiker wie ein Schlaraffenland, aus dem sie gerne naschen? "In dem Lied ,Land Of Confusion' aus den 80er-Jahren geht es um die Weisheit der Weltenlenker zu Zeiten des Kalten Krieges. Angesichts der weltweiten Krise, die wir heute haben, ist das Lied aktueller denn je", meint Menno. Er und seine Bandkollegen lieben die tiefgründigen Texte der englischen Rockgruppe und des englischen Sängers und Schlagzeugers, die in anspruchsvolle musikalische Arrangements verpackt und mit tollen Melodien garniert sind.

Bei der Gruppe "Phil Callin'" handelt es sich um die Nachfolgeband der Formation "Genius" nur mit anderem Sänger. Nachdem Frontmann Lars Thelen aus privaten Gründen die Kapelle verlassen hatte, herrschte ein paar Jahre Funkstille. "Bei einem Konzert der Phil-Collins- Tribute-Band ,Phil' auf der Kulmbacher Plassenburg 2015 spürten Mario und ich, dass uns etwas fehlt. Das war die Initialzündung, die alte Combo unter neuem Namen und mit neuem Sänger wieder zu beleben", erzählt Luschner.


Bewegte Vergangenheit

Die Musiker haben eine bewegte Vergangenheit hinter sich: Stefan Luschner zum Beispiel spielte in den heimischen Gruppen "Westend" und "Spontan" sowie mit Udo Langer in der Altenkunstadter Kirchenband "Sirius". Doch die bewegteste von allen hat der Niederländer Menno Stuifmeel, den es der Liebe wegen nach Oberfranken verschlagen hatte. "Ich war einige Jahre lang als Profimusiker mit der niederländischen A-Cappella-Gruppe ,Montezuma's Revenge' unterwegs. Unsere Auftritte waren wie ein Variete-Theater: Wir trällerten, boten Akrobatik und zauberten", erzählt Stuifmeel.

Da er alle Formen der Musik liebt, freut er sich riesig auf das Konzert im "TECnet Zentrum", bei der Hintergrundsängerin Elena Schmidt aus Obernsees mit dabei sein wird.