Gigi ist ein Sommergesicht. In Lichtenfels auf jeden Fall. Seine Familie betreibt ein Eiscafé in der Innenstadt. Jahr um Jahr versäumt sie den Sommer in ihrer Heimat. Und Gigi mit ihr.

Luigi Toffoli wird Gigi genannt. Auch bei den Kunden ist er unter diesem typisch italienischen Spitznamen für Luigi bekannt und beliebt. Wenn man ihn fragt, wie sich das anfühlt, den Sommer in der Fremde, in Lichtenfels also, zu verleben, dann muss er lächeln. Seit 16 Jahren nun schon hat er nichts von seinem Heimatsommer. Zugunsten des hiesigen. "Ich kenne nur den Sommer in Deutschland. Ich kann den Sommer in Italien nur schätzen. Aber es gefällt mir hier", sagt er. Luigi Toffoli kommt aus der Nähe von Cortina d´Ampezzo in Venezien. Wintersportgebiet, bergig also, nicht so flach wie in Franken.

Wenn er frei hat, dann fährt der Mann gerne Inline-Skates. Ein Sommersport, den er nur in und um Lichtenfels ausüben kann.
"Hier ist die Landschaft dazu optimal", befindet Toffoli. "Bei mir zu Hause geht es ja entweder bergauf oder bergab." Dort, in Venezien, wäre er ringsum von Bergmassiven eingeschlossen. "Mich beeindruckt jedesmal die Öffnung der Landschaft und die Weite hier", befindet er. Darum müsse er lächeln, wenn ihm auf der Straße ein Jeep begegnet. Ein Jeep, in dieser Landschaft hier...bei ihm daheim ein üblicher Anblick. Dort geht es ja bergauf oder bergab - aber hier?

Von Mitte November bis Mitte Februar ist Luigi Toffoli in Italien. Dort liest er dann viel. Aber so um den Januar herum freut er sich wieder auf Lichtenfels. Und auf die alten Kunden. Freunde hat er hier. Am Anfang waren sie Kunden, dann sind sie Kumpel geworden und mit ihnen geht er mal Go-Cart fahren. Oder ins Kino oder zum Essen. "Ich kenne hier mehr Leute als in Italien." Manchmal laufen Kinder an ihm vorbei und rufen ihm "Kumpel" zu. Das passiert ihm daheim nicht. Toffoli muss als Bedienung lange arbeiten.

Bis in die Nacht mitunter, an heißen Tagen wollen die Menschen im Freien sitzen und den Sommer genießen. Ob er das Gefühl hat, dass der Sommer an ihm vorbeigeht? "Nein. Drei Tage am Stück frei haben wäre auch mal schön, aber was soll´s..." Aber manche seiner Kollegen, das weiß Gigi, haben des Sommers Heimweh. Er nicht. "Bei mir trifft das nicht zu. Sommer in Italien? Vielleicht im Alter, aber jetzt bin ich glücklich. Ich fühle mich wohl hier und fühle mich beliebt."