Zur öffentlichen Sitzung hatte der Tourismusausschuss diesmal ins Bistro des Aqua Riese eingeladen. Zuvor schauten sich die Mitglieder und einige Gäste am Dienstagabend auf einem Rundgang die neuen Projekte der Freizeit GmbH an.

In Abstimmung mit der Stadt werden folgende Baumaßnahmen fortgeführt, die wegen Corona zum Stillstand kamen: 24 neue Stellplätze für Wohnmobile wurden geschaffen, davon 17 fest und sieben flexibel, außerdem eine bessere und leichter anzufahrende Station für die Entsorgung von Grauwasser und Chemie-WCs. Damit besitzt Bad Staffelstein nun 51 Wohnmobilstellplätze außerhalb des Campingplatzes.

Mehr Platz und mehr Tageslicht

Aber auch innerhalb des Platzes wurde und wird viel getan. Zum Beispiel wurden die Stromzuleitungen für die Campingplätze komplett saniert, 800 Meter Kabel wurden unterirdisch verbaut. Das Servicegebäude wird außerdem innen und außen neu gestaltet. Das beinhaltete die Entkernung des alten Gebäudes, Neuaufbau des Innenbereichs mit großen Einzelduschen, mehr Platz und mehr Tageslicht. Am Badesee wurden sieben geräumige Umkleidekabinen geschaffen. "Die Gesamtinvestition von rund 275 000 Euro einschließlich Eigenleistung teilen sich die Stadt mit einem Anteil von 200 000 Euro und die Freizeit GmbH mit 75 000 Euro", erklärte Martin Lüders die einzelnen Posten bei der Besichtigung des Geländes.

Dass hier aber noch lange nicht alles fertig ist, leuchtet ein. So fehlen noch die Bepflanzung mit schattengebenden Bäumen oder Abgrenzungen mit Sträuchern oder Hecken. Auch ein gemeinsamer Platz, etwa zum Grillen, soll noch angelegt werden, so Martin Lüders. Sein Saisonrückblick fiel ernüchternd aus. Nach der coronabedingten Schließung aller Einrichtungen am 17. März wurde auch das Hallenbad sowohl für Privatbadegäste als auch für den Schulschwimmbetrieb heruntergefahren, der Campingplatz gesperrt, die Gäste heimgeschickt und alle anderen Aktivitäten abgesagt. Langsam kehrt jetzt etwas Normalität ein, wenn auch in anderen Dimensionen.

Übernachtungen fast auf null

Ungleich härter hat es die Tourismusbranche in Bad Staffelstein getroffen. Die Zahlen, die Anne Maria Schneider vom Kur- und Tourismus-Service vorlegte, waren erschreckend: Fast auf null sank die Zahl der Übernachter im April. Bis 17. März waren die Zahlen ähnlich wie die im Vorjahr, teils  sogar mit einer leichten Steigerung zum Vorjahr. Dann kam der Lockdown und die Schließung aller Beherbergungsbetriebe. Touristische Übernachtungen waren verboten, Bildungshäuser in Kloster Banz und Vierzehnheiligen schlossen. Nur noch Monteure und vereinzelt Geschäftsleute sorgten für geringe Belegungszahlen. Zögerlich begannen die Zahlen dann ab 30. Mai wieder zu steigen, so Anne Schneider. Da war das wichtige Ostern- und Pfingstgeschäft aber schon vorbei, die Ferien vorüber. Zudem dauerte es noch bis Mitte Juli, bis die Obermain-Therme wieder öffnen durfte. "Das war wirklich ein Schlag, den wir da verbuchen mussten", so Anne Maria Schneider bei der Präsentation der Gästestatistik Januar bis Juli. Im Juni ging es wieder aufwärts, es konnten 40 Prozent der Übernachtungen vom Vorjahr erreicht werden. In den ersten sieben Monaten 2020 konnte sogar knapp die Hälfte der Zahlen von 2019 erreicht werden.

Mit Beginn des Lockdowns musste auch der bestehende Marketingplan geändert und überprüft werden. Kontaktverbote und die geschlossene Therme zwangen zum Umdenken und Neuplanen. Im Fokus standen daher vermehrt Wanderungen und Naturerlebnisse im Gottesgarten am Obermain. Auch Veranstaltungen fanden nur im Freien statt, etwa die Aufführungen des Fränkischen Theatersommers. Urlaub daheim bzw. in Deutschland wurde zum Trend, von dem auch Bad Staffelstein profitierte. Hier spielte die Reisebloggerin Christine Neder erneut eine große Rolle, die sozusagen live ihren Reisebericht von ihrem eigenen Familienurlaub in Bad Staffelstein und Umgebung ins Netz stellte.

Fast 800 000 Seitenaufrufe

Die Gästekarte der Stadt wurde aufgewertet mit mehr Aktionen und mehr teilnehmenden Betrieben und Einzelhändlern. Die Homepage der Stadt/Bereich Tourismus wurde neu gestaltet: 788 929 Mal wurde die Seite im Zeitraum von 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2020 aufgerufen, die häufigste Suche galt dabei den Übernachtungsmöglichkeiten und Informationen über die Obermain-Therme.

Das neu ins Leben gerufene Gäste-Fotoshooting soll beibehalten und um neue Standorte erweitert werden.

Die Meldungen für Übernachtungsgäste der Beherbergungsbetriebe sollen zunehmend digitalisiert werden. Anstelle des gelben Meldezettels sollen Vermieter die Meldung möglichst online abgeben. Dazu seien bereits alle Vermieter angeschrieben oder per Mail kontaktiert worden. Ob der Adventsmarkt am 28. und 29. November stattfinden kann, ist noch ungewiss. Sicherlich steht aber einer Krippenausstellung wie im Vorjahr nichts im Wege.

Einen kurzen Rückblick auf das erste Halbjahr gaben auch Patrick Zenk vom Fußballgolf Obermain in Grundfeld, Rosi Jörig von der Adam-Riese-Werbegemeinschaft,  Hans-Josef Stich von der Obermain-Therme, Susanne Lindner von der Kur- und Urlauberseelsorge sowie Hermann H. Hacker von der Kulturinitiative KIS.

Volker Ernst regte an, mehr die Altersstruktur der Gäste zu erfassen und gezielt für die Werbung zu nutzen. Stefan Dinkel könnte sich mehr Web-Cams, zum Beispiel auf dem Staffelberg oder dem Marktplatz vorstellen. Hermann Hacker drängte erneut darauf, nicht die wichtigen schattenspendenden Bäume zu vergessen.