Einen Fußgängertunnel unter der neu zu bauenden ICE-Trasse an der Oberbrunner Straße wird es nicht geben. Zwar wäre die Untertunnelung mit etwa 390 000 Euro noch einigermaßen von der Gemeinde zu schultern gewesen, aber die Gesamtkosten von 1,8 Millionen Euro, die der Tunnel mit allen flankierenden Baumaßnahmen erfordern würde, bringt Ebensfeld nicht auf. Das teilte Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) den Gemeinderäten am Dienstagabend mit.

"Wir werden die Planung nicht weiter betreiben", sagte er. Die Zahlen hatte er einer weiteren Machbarkeitsstudie entnommen, die von der Gemeindeverwaltung in Auftrag gegeben worden war.

Immer wieder war in Ebensfeld der Wunsch nach einer weiteren Möglichkeit, den Gleiskörper zu passieren, laut geworden.
Neben dem Tunnel für Kraftfahrzeuge und der künftigen Fußgängerunterführung am Bahnhof besteht künftig nur noch die Möglichkeit, die ICE-Trasse über die Straßenbrücke (zwischen dem Südkreisel und Oberbrunn) zu passieren.

Lokalpolitiker hatten immer wieder versucht, eine weitere Untertunnelung des Gleiskörpers (die Bahn spricht in solchen Fällen stets von einer Überführung) doch noch möglich zu machen. Denn was jetzt nicht gebaut werde, könne wohl in den nächsten 100 Jahren nicht nachgeholt werden, wie sich Bürgermeister Storath bei einer früheren Gemeinderatssitzung ausdrückte.



Im Gemeinderat kurz notiert

Mindestlohn Bürger, die im Auftrag der Gemeinde gewisse Dienste übernehmen und dafür entlohnt werden, bekommen mehr Geld. Einstimmig passte der Gemeinderat die "Satzung über die Entschädigung der Betreuungsräte, Gelegenheitsarbeiten und der Gemeindeboten" an die neuen gesetzlichen Vorgaben zum Mindestlohn an. Statt 6,50 Euro erhalten die mit Aufgaben betrauten Personen künftig 8,50 Euro pro Stunde. Das betrifft zum Beispiel jene Bürger, die Grünanlagen pflegen.

Feuerwehr Auf Anregung von Kreisbrandrat Timm Vogler passte der Gemeinderat die Satzung über Aufwendungs- und Kostenersatz sowie Einsätze der Feuerwehr an die Pauschalsätze an, die vom Bayerischen Gemeindetag vorgeschlagen werden. Das bedeutet, dass die Kosten nach gemeindeübergreifenden Einsätzen gegenseitig verrechnet werden können.

Notunterkunft Am Beispiel eines Musters orientierte sich der Gemeinderat beim Erlass einer Notunterkunftssatzung. Das war Voraussetzung, um dann eine Gebührensatzung zu beschließen. Konkret geht es um die Obdachlosenunterkunft der Gemeinde im Oberbrunner Wiesenweg 2, die derzeit von einer Person bewohnt wird. Weil auch weiterhin mit obdachlosen Personen zu rechnen sei, die untergebracht werden müssten, wurden beide Satzungen vom Gemeinderat einstimmig beschlossen.

Bürgerversammlungen Im März finden drei Bürgerversammlungen statt, bei denen der Bürgermeister über Aktuelles aus dem Rathaus informiert und die Bürger Fragen stellen können: Jeweils um 19.30 Uhr beginnen die Veranstaltungen am 3. März in Ebensfeld (Pfarrheim), am 4. März in Kleukheim (Sportheim) und am 5. März in Birkach (Haus der Bäuerin)