Ein Fotostudio hat in der Regel einen großen Fundus an Requisiten. Doch jeder kennt das: Irgendwann übersteigt die Zahl der Pretiosen den Platz in Schubladen und Regalen. Die Fotografinnen Rosi Jörig und Heidi Aigner-Klob, die das Fotostudio Promedia seit über 25 Jahren führen, beschlossen nun: "Alles muss raus! Platz schaffen für Neues."

Diese Woche räumten die beiden Fotografinnen zahlreiche Kisten und Kommoden leer. Sie wischten den Staub der Jahrzehnte von Zinnkrügen, Schachfiguren und Petrefakten. Dabei entdeckten sie in den Regalen Überraschendes. Ein versteinertes Dinosaurier-Ei zum Beispiel, aus dem das Urmel geschlüpft sein könnte. Oder einen Ring, dessen Schmuckzier sich öffnen lässt und einen Hohlraum freigibt - wahlweise geeignet für Magentabletten oder Zyankali.
Die Setzkästen einer früheren Staffelsteiner Druckerei mit Matern, Klischees und Frakturlettern sind für sich schon eine museale Kostbarkeit.

Accessoires setzten Akzente

Raritäten und Requisiten, so weit das Auge reicht. Die Gegenstände, die am Altstadtfest-Sonntag (27. Juli, ab 10 Uhr) im Fotostudio in der Lichtenfelser Straße verkauft werden, sind kein billiger Tand. Schließlich wurden sie einst zur Dekoration gebraucht. Sie wurden bei Porträtaufnahmen gestalterisch eingesetzt oder gaben als Accessoires zum Beispiel in der Möbel-Fotografie die besonderen Akzente.

Heidi Aigner-Klob hievt vorsichtig eine Porzellanfigur aus dem obersten Regalbrett der Requisitenkammer. Die gleiche Figur eines Weißkopf-Seeadlers aus der Produktion der Staffelsteiner Firma Kaiser-Porzellan, erzählt sie, habe einst US-Präsident Reagan bei seinem Deutschlandbesuch geschenkt bekommen. Diese Porzellanfiguren waren nicht billig - in Weiß kosteten sie rund 1500
D-Mark, im handbemalten Zustand sogar bis 3000 D-Mark.

Fotos aus vergangenen Tagen

In der ehemaligen Dunkelkammer graben die beiden Fotografinnen noch ganz andere Schätze aus: Fotos und Repros lagern hier in zahlreichen Schachteln. Darunter sind Architekturaufnahmen aus ganz Franken, aber auch Porträts von Staffelsteiner Bürgern. Mancher könnte sich auf den Fotos wiedererkennen, die ihn vielleicht etwas schlanker jedenfalls aber jünger zeigen.

Wer schweres Geschütz auffahren möchte, dem sei das dekorative Tisch-Kanönchen aus Messing empfohlen. Außerdem warten ein Samowar, versteinerte Schnecken vom Staffelberg und ein geschnitzter Bacchuskopf darauf, entdeckt zu werden. Wer Freude daran hat, in den Kisten und Kästen einer alten Großmama zu stöbern, für den wird dieser Flohmarkt sicher eine Bereicherung des Altstadtfests werden.