Wie schon häufiger kam es dabei zum Schlagabtausch zwischen Fahrern, Polizei oder Gewerkschaft.
Norbert Jungkunz von der katholischen Betriebsseelsorge sowie Journalist Jan Bergrath moderierten das Geschehen vor der Stadthalle, das mit einer Sonntagsandacht begann. Danach war Zeit für harte Fakten und das Zu-Sprache-Kommen von Umständen, die Fernfahrer belasten. Rund 100 von ihnen fanden sich ein, um Rechtsanwälten, Gewerkschaftssekretären, Polizeibeamten oder Vertretern der Gewerbeaufsicht zuzuhören.
Kernpunkt dabei unter anderem eine gravierende Parkplatznot für Lkw, die auf bundesweit 13 000 fehlende Plätze beziffert wurde. "Wir haben absoluten Parkplatzmangel ,und die Fahrer sind damit allein gelassen", so Jan Bergrath. Zuvor gab es einen Bericht zu einem Lkw-Fahrer, der verzweifelt nach einem Parkplatz gesucht hatte, um seine von Gesetz wegen vorgeschriebene Lenkzeit nicht zu überschreiten. Als er mit einem Pkw-Parkplatz vorlieb nahm, sei er dort von der Polizei vertrieben worden. Im Ergebnis bedeutete das, dass er sich so oder so schuldig machen musste. Alltäglicher Irrsinn auf Deutschlands Straßen.


Keine Lösung parat

Michael Lang, Leiter der Schwerlastkontrollgruppe in Coburg, konnte nur versichern, dass er selbst diesen Fahrer nicht fortgeschickt hätte. Einen Rat oder eine Lösung für dieses Problem hatte er nicht parat.
Zu einem ähnlichen Punkt sollte sich auch eine der wenigen Stimmen aus dem Publikum melden. Sie gehörte der Lkw-Fahrerin Mandy Meschke aus Rehau, die im Nahverkehr Übersee-Container befördert und davon berichtete, dass ihr beim Kunden, während dieser auslädt, keine Pause gestattet sei, da sie während Abladezeiten "Bereitschaft" habe. Dinge wie diese sind es, die Fernfahrern unter den Nägeln brennen.
Hitzige Momente gab es dabei auch. Den Punkt Parkplatzmangel aufgreifend, unterstellte Rechtsanwalt Peter Möller, Betreiber einer Autobahnkanzlei, der Gewerkschaft Verdi mangelndes Engagement in dieser Sache. "Seit zehn Jahren wird geschwafelt, jetzt entscheidet euch doch mal." Gewerkschaftssekretär David Merk schien dabei sichtlich in die Ecke geraten und konterte wenig später auf anderem Gebiet, indem er den gewerkschaftlichen Kampf gegen die Aufweichung des Zehn-Stunden-Tags bemerkte. Am Ende der zweistündigen Gesprächsrunde sollten sich alle Diskutanten die Hand schütteln und auf ihre Stände hinweisen, an denen Fahrer Hilfe für manch ein Problem erwarten dürften. Mandy Meschke war mit dem Gehörten zufrieden, sie habe schon im vergangenen Jahr bei diesem Programmpunkt des Trucker-Festivals mitgemacht. "Ich freue mich über Diskussionen", erklärt sie. Ein alljährliches Ventil für Unmut ist dieser Programmpunkt aber auch.