Mitbewohner des Flüchtlings aus Äthiopien, der seit 1. September in Lichtenfels lebt, hatten am Donnerstagmorgen den Rettungsdienst verständigt, da der 28-Jährige Symptome einer schweren Erkrankung zeigte; unter anderem hohes Fieber. Das sind Anzeichen, die nach den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts sehr wachsam beobachtet werden müssen.

Deshalb taten die Helfer vor Ort nach Einschätzung von Seuchenexperten genau das Richtige: Der Patient wurde isoliert, das Asylbewerberheim von Polizei und Feuerwehr weiträumig abgesperrt. Der Erkrankte wurde von zwei Amtsärzten untersucht und der Rat von Tropenmedizinern aus Würzburg eingeholt. Nach mehreren Stunden Ungewissheit konnte am frühen Nachmittag Entwarnung gegeben werden: Der Mann ist definitiv nicht an Ebola erkrankt.

Drei Erkrankte in Deutschland

"Es war uns wichtig, jeglichen Verdacht auszuschließen", sagte ein Sprecher des Landratsamtes in Lichtenfels, unter dessen Dach auch das Gesundheitsamt angesiedelt ist. Da sich keinerlei Hinweise auf eine Infektion mit dem tückischen Virus ergaben und der Erkrankte auch keinen Kontakt mit Menschen aus den Risikogebieten in Westafrika hatte, konnten die Sicherheitsmaßnahmen rund um die Unterkunft in Lichtenfels am Nachmittag aufgehoben werden. In dem Asylbewerberheim leben 45 Flüchtlinge. Der junge Ostafrikaner wird jetzt in einem Krankenhaus behandelt.

Für das deutsche Seuchenzentrum, das Robert-Koch-Insitut (RKI) in Berlin, sind Vorfälle wie der in Lichtenfels ein Anlass, auf das anhaltend hohe Gefährdungspotenzial durch die Virusinfektion hinzuweisen. Zwar wütet die Seuche in Westafrika; die internationalen Hilfseinsätze und der Reiseverkehr bringen aber das Risiko mit sich, dass das Virus Afrika verlässt. "Deutschland ist für mögliche Ebola-Fälle sehr gut gerüstet", sagt ein Sprecher des RKI.

Drei Ebola-Patienten, die sich in Afrika infiziert hatten, wurden bereits in Spezialkliniken in Hamburg, Frankfurt und Leipzig behandelt. Zwei konnten geheilt werden, der dritte starb am 14. Oktober am Ebola-Fieber.