Von Zeit zu Zeit fällt ein Schuss, die Menschen blicken auf den See. Was dort auf einer Strecke von 202 Metern vor sich geht, währt ungefähr 40 Sekunden. Dann verstummen die Trommeln auf den Booten und die Paddel sinken nieder. Seit 2006 finden die Drachenbootrennen am See statt, seit 2006 gibt es dazu Geschichten und Geschichtchen.

Katharina Förtsch sitzt am Samstagnachmittag lachend an der Trommel im Heck des viele Meter langen Boots. 18 Paddlern wird sie den Takt vorgeben, darunter auch den laut Reglement zwingend vorgeschriebenen sechs Frauen. Eigentlich ist die junge Frau aus dem Raum Bamberg Bade- und Campinggast, aber mit Freunden entschied sie sich zur Teilnahme am Rennen.


Zickzack war am schnellsten

Dass sie nun tonangebend ist, scheint sie selbst zu überraschen und unterstreicht den Spaßcharakter des Ganzen. Dementsprechend auch die Namen der 14 Mannschaften: SKK Chinakracher, Siedlerpiraten, Campingmatrosen oder Zick-Zack-Flotte. Letztere sollte sich am Ende als bestes Team erweisen.

Dogan Leue ist "Drill Instructor", wie jemand spaßig sagte. Der Mann aus Prenzlau reiste mit Booten und weiteren Anweisern an, um den Menschen zu zeigen, wie das Paddeln nach Gehör wirklich geht. Jede Unregelmäßigkeit kostet Zeit und kann ein Boot sogar zum Kentern bringen. "Die Leichten nach vorne, die sind tote Masse", sagt er lachend und erklärte die optimale Sitzverteilung im Boot. "Schön gleichmäßig, konzen-triert", ruft er. Er selbst wird das Heckruder übernehmen.

"Alkohol und Wasser - das ist immer so eine Sache", meint Martin Lüders. Der Geschäftsführer des Aqua-Riese-Bads, an das der See grenzt, zeichnet verantwortlich für das Drachenbootrennen. Er mahnt freundlich und humorig: "Guckt, dass ihr bis 16 Uhr den Pegel haltet."

Dann geht es gegen 10:45 Uhr mit dem ersten Rennen los. Ums Gewinnen geht es den meisten Teilnehmern nicht. Wenn dem so wäre, dann würde der SKK (Staffelsteiner Karnevalsklub) seine Bootsbesatzung nicht als Chinesen verkleidet paddeln lassen.


Eine Trainingsstunde

Aber trotzdem kommt es vor, dass manch ein Team aus Spaß auch gewinnen will und dafür Zeit investiert. Die Naturfreunde, ein Verbund aus Menschen aus und rund um Trieb und von weiter her, hat sich tatsächlich im Bamberger Faltbootclub Tipps zum Paddeln geholt und eine Trainingsstunde absolviert. "Der hat uns mehr gescheucht", sagt ein gut gelaunter Werner Martin über einen Bamberger Trainer im Vergleich zu seinem Mannschaftskollegen am Heckruderer. "Auf das Trainieren haben wir verzichtet", sagt hingegen Irmi Ullmann vom SKK. Ihr Team wird sich für die Kostüme einen Sonderpreis sichern. Sportlich aber landet es auf dem siebten Platz. Dritter im B-Finale, heißt es laut Tabelle. Jedes Team soll in einem Finale landen, eben weil es ums Dabeisein geht.