Die schlechteste Lösung: Am nächsten Wanderer-Parkplatz einfach in den Wald stellen. "Das ist eine Ordnungswidrigkeit", sagt die Polizei. Die illegalen Entsorger kommen oft unerkannt davon. Wenn sie allerdings erwischt werden, kann das Bußgeld teuer werden. Nachzulesen ist das im Kreislaufwirtschaftsgesetz im Paragraf 69. Dort ist die Rede von "einer Geldbuße bis zu hunderttausend Euro". Da sind die 699 Euro für den wohnzimmerwandgroßen neuen Bildschirm nahezu geschenkt.

Also die rechtlich wasserdichte Lösung: "Wir nehmen jeden Fernseher kostenlos zurück", sagt Thomas Mühlherr, Prokurist der Entsorgungsfirma Kraus & Sohn. Sie betreibt den Wertstoffhof in Schney, der für den gesamten Landkreis zuständig ist - zumindest, was Elektrogeräte anbetrifft. Auch das schreibt das Gesetz vor.
Jede Stadt und jeder Landkreis muss pro Jahr und Einwohner 4,7 Kilogramm Elektroschrott einsammeln, für den Landkreis Lichtenfels sind das rund 320 Tonnen Elektroschrott. Das ist europaweit so geregelt. Grundlage ist das Gewicht der neu verkauften Geräte. Soviel muss auch an alten eingesammelt werden.

Mühlherr liegt im Limit. "Wir sammeln ungefähr fünf Kilo pro Jahr und Einwohner, getrennt nach Fernsehern und EDV-Geräten, Kühlgeräten, Großgeräten wie Herd oder Spülmaschine, Leuchtstoffröhren und Elektrokleingeräten wie elektrische Zahnbürsten."

Wer die Großgeräte nicht selbst nach Schney fahren will oder kann, kann sie kostenlos abholen lassen. Die zuständige Behörde ist das Landratsamt, die sowohl die Firma Kraus & Sohn beauftragt als auch die Termine für die Abholung koordiniert (Telefon 09571 18-383).

Die europäische Bürokratie fängt dann erst an. Wenn ein Container mit alten Fernsehern voll ist, ist der Hersteller für die Entsorgung zuständig, der gerade selbst gut Neugeräte verkauft.

Die Zuteilung regelt eine Stiftung. So werden die rund 50 Container voller Altgeräte, die in einem Jahr anfallen, oft von unterschiedlichen Auftraggebern abgeholt. Und der Hersteller entscheidet dann, wo "seine" Ladung recyclet werden soll.