Christian Mrosek (CSU) müsste demnächst eine Ehrennadel bekommen. Seit 30 Jahren ist er in der Partei. Vielleicht bekommt er noch nicht die goldene, aber die silberne. 1983 hat er eine Einladung zu einer Mitgliederversammlung bekommen, ist hingegangen - und dabeigeblieben. "Das war sehr interessant, was ich da alles über Redwitz erfahren habe - was ich sonst nirgends gehört habe", sagt Mrosek heute über seinen ersten Kontakt mit der Politik.

Seit 1990 sitzt er im Gemeinderat, seit 2002 ist er Bürgermeister in Redwitz. Und: Er möchte es gerne bleiben. "Ich bin bereit. Doch es entscheidet sich bei der Nominierungsversammlung - und die war noch nicht."
Die Anmeldewochen für die Kinderkrippen sind hingegen schon vorbei. Und sie zeigen dem Bürgermeister: "Wir brauchen dringend mehr Krippen-Plätze für Kinder unter drei Jahren. Bis zum Beginn des neuen Kindergartenjahres im August möchten wir fertig sein. Dann soll es zwei weitere Gruppen mit jeweils zwölf Plätzen geben."
Redwitz hätte dann vier Kindergarten- und drei Kinderkrippengruppen, in Mannsgereuth kommt eine weitere Kindergartengruppe hinzu. "Es freut mich, dass die Gruppen voll sind. Wenn Kinder da sind, ist Nachwuchs da. Und Nachwuchs bedeutet Zukunft", sagt Mrosek.
Das ist auch gut für die Schule in Redwitz. In der Grundschule bleiben so die Klassen zweizügig erhalten, in der Mittelschule einzügig.

Mit seinem Glasfasernetz ist die Gemeinde bereits in der Zukunft angelangt: "Wir waren die ersten im Landkreis, die flächendeckend mit VDSL 2 in jedem Ortsteil waren." Das, sagt Mrosek, sei nicht nur für die Privatleute toll, sondern gerade für die Unternehmen extrem wichtig. Wenn er irgendwann einmal nicht mehr Bürgermeister in Redwitz sein sollte und seinen Enkeln erzählt, was er damals geschaffen hat: dieses Glasfasernetz wäre mit Sicherheit dabei.

Bislang sitzen im Gemeinderat 15 Männer und eine Frau. "Ich wünsche mir mehr Frauen auf den Listen. Die können sehr einfallsreich sein. Mehr Frauen im Gemeinderat: Da wären wir nicht böse." Den jugendlichen Nachwuchs sieht er über die Parteiorganisationen heranwachsen. "Die veranstalten ihre Feste, sprechen mit den Gemeinderäten und nehmen dann auch ihre Mitspracherechte wahr", sagt Mrosek. Doch wer sich in der Politik einsetzt, muss auch ein wenig Zeit und vor allem Geduld mitbringen. "Man kann viel erreichen, aber nicht immer in einem, zwei oder auch drei Jahren."

Bis zur Wahl am 16.März 2014 möchte er aber bereits mit der Ortsmitte weiter sein. "Wir erstellen gerade die Rahmenplanung. Das Ziel ist, unsere Ortsmitte wieder zu beleben. Dafür müssen wir sehen, wie wir den Ortskern realistisch und finanzierbar gestalten können." Der Gemeinderat favorisiert das Gutmann-Haus als Bürgertreff. Auch das Haus des "Schützenwirts" soll in die Planungen mit einbezogen und von der Gemeinde gekauft werden. Die Umgestaltung wird in jedem Fall den neuen Gemeinderat weiter beschäftigen. Wer gewählt wird braucht nicht nur die Stimmen der Wähler, sondern er muss zuerat den Wahlkampf überstehen. Für einen kleinen Ort wie Redwitz sei ein Wahlkampf, in dem auch persönliche Angriffe zum Sieg verhelfen sollen, fehl am Platz, sagt Mrosek. "Bislang haben wir in Redwitz immer einen guten und kameradschaftlichen Weg gewählt."