Der Plan für das finstere, laute Loch inmitten der Stadt steht. Die Unterführung in der Coburger Straße bekommt eine Verkleidung aus Bamberger Sandstein. In die Wände werden großformatige Lichtbänder eingebaut und die bisherigen Eisenbahnmotive wieder aufgedruckt. Die Ausgestaltung kostet 280 000 Euro, rund die Hälfte davon gibt es als Zuschuss von der Regierung von Oberfranken.
Für Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) war es wichtig, dass in der Sitzung am Mittwoch überhaupt eine Entscheidung fällt, damit er den Zeitplan einhalten kann, und die Coburger Straße bis November fertig ist. Hügerich, der erst seit Mai im Amt ist, kann damit zusammen mit dem Stadtrat einen Strich unter eine lange Diskussion ziehen. Bis zum Schluss gingen die Meinungen im Stadtrat auseinander.


Wo bleibt das Geflecht?

Fünf Räte waren gegen den Bamberger Sandstein mit den Leuchtkästen und sie hatten auch gute Gründe dafür. Emmi Zeulner (CSU), Frank Rubner (JB), Bernhard Christoph und Mathias Söllner (beide Grüne) sowie Helmar Zipp (SPD) stimmten gegen den Entwurf. Ihnen war er nicht mutig genug, das Korbstadtthema "Geflecht" kam ihnen zu kurz. Christoph saß selbst in der Jury, die den besten Vorschlag auswählte: "Das, was wir jetzt beschließen, hätte niemals den ersten Preis gewonnen", sagte er. Sandsteinplatten an den Wänden sind für ihn kein Alleinstellungsmerkmal, "da kommt jeder drauf."
Auch der Kostenunterschied, um den es insbesondere während des Wahlkampfes ging, war Thema. Ursprünglich kostete das Aluminiumgeflecht 300 000 Euro. In der Sitzung am Mittwoch wurde eine Kostenschätzung aus dem Februar bekannt, die bislang nicht an die Stadträte weitergeleitet wurde. Darin summiert sich die Gewinnervariante auf 445 000 Euro, denn die Beleuchtung und andere Arbeiten waren bei den 300 000 Euro noch nicht dabei. Jetzt gibt die Stadt also so viel Geld aus, wie die Räte dachten, dass die teure Variante kostet und sparen dennoch rund 150 000 Euro.
Die bisherigen Vorschläge des Architekten Gunter Fischer waren beim Stadtrat durchgefallen. Mit dem jetzigen Vorschlag kann er allerdings auch gut leben: "Die alten Bilder zeigen sich in einem neuen Gewand. Das ist eine sehr konservative Lösung, die gut zu Lichtenfels passt. Die Sandstein-Variante fügt sich gut in das System ein."
Für Winfred Bogdahn (SPD) ist jetzt die richtige Lösung gefunden. "Ich kenne nur ein, zwei Leute, denen der erste Vorschlag gefallen hat. Diese ist nun günstiger, passt zu Lichtenfels und wir bleiben im Zeitplan." Einer davon war vielleicht Stefan Hofmann (Freie Wähler): "Ich war ein Freund des Entwurfes. Er war zukunftsweisend."
Mit dem Stadtratsbeschluss können die Arbeiten nun zügig weiter gehen. Am 11. und 12. August soll bereits die erste Hälfte der Coburger Straße mit einem hellen Material asphaltiert werden. "Mit etwas Glück schaffen wir es, in einem Rutsch bis zur Einmündung der Badgasse", sagte Stadtbaumeister Jürgen Graßinger.