Braucht die Stadt eine kleine Landesgartenschau? Seit 2016 gibt es in der Verwaltung solche Überlegungen. Eine Delegation aus Lichtenfels besuchte kürzlich die Stadt Pfaffenhofen, um dort die aktuelle Gartenschau anzusehen und sich über die Modalitäten zu informieren. Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD), Kreisfachberater Michael Stromer sowie Stadträte und Mitarbeiter der Stadtverwaltung ließen sich vom Pfaffenhofener Bürgermeister Thomas Herker (SPD) erklären, welche Vorteile die Gartenschau für seine Kommune hat.

Der JB-Stadtratsfraktionsvorsitzende Philipp Molendo hatte kürzlich eine solche kleine Gartenschau im Stadtrat per Antrag ins Spiel gebracht. Er begründet diese Idee so: "Unser Ziel ist es, Lichtenfels langfristig und nachhaltig weiter attraktiv zu gestalten." So seien die Jungen Bürger auf die Idee mit der Landesgartenschau gekommen. "Lichtenfels lebt von seiner Vielfalt und Kleinteiligkeit, und da kann eine gut konzipierte dezentrale Landesgartenschau, die sich an den verschiedenen Spots im Kerngebiet und den angrenzenden Ortsteilen von Oberwallenstadt über die Innenstadt bis Seubelsdorf erstrecken, einen guten Impuls setzen.”


Lebensqualität verbessern

Durch die richtige Auswahl von Orten und Themen könne für die Lichtenfelser Einwohner und für die Gäste der Stadt nachhaltig die Lebensqualität verbessert werden, fährt er fort. Philipp Molendo: "Jetzt gilt es, im Stadtrat für die Idee zu werben, erste konkrete Möglichkeiten auszuloten und dann die Mitbürger einzubeziehen ob und wie wir zusammen weiter vorgehen sollen."

Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) ist angetan von den Impulsen, die von einer solchen Gartenschau ausgehen können. Im Rathaus werde die Frage diskutiert, wie die Stadtentwicklung vorangebracht werden könnte. Es gelte, dem demographischen Wandel gerecht zu werden, Räume für die Freizeitgestaltung zu schaffen und die Lebensqualität zu erhöhen.


Anregungen aus Pfaffenhofen

Das, was die Lichtenfelser Delegation in Pfaffenhofen sah, habe viele Anregungen gebracht. In Pfaffenhofen dauerte es von der Bewerbung bis zum Zuschlag für die Gartenschau rund acht Jahre. Lege man diesen Maßstab an, könnte Lichtenfels frühestens 2025 bis 2027 mit einer solchen Schau rechnen. Nun müsse gemeinsam mit den Lichtenfelser Bürgern geklärt werden: "Was ist zukunftsträchtig, was nachhaltig, was macht Sinn?" Denn so ein Projekt könne nur mit den Bürgern und den Vereinen funktionieren, die es mit Leben erfüllen, so Hügerich.


Denkbare Flächen

Wo in Lichtenfels Orte sind, die für mehrere kleinräumige Gartenschau-Areale geeignet wären, haben die Jungen Bürger in ihrem Antrag vorgeschlagen: Am Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs, am Ortswiesensee zwischen Oberwallenstadt und Flussbad sowie im Bereich des Bergschlosses mit Einbeziehung der Innenstadt.
Kreisgartenfachberater Michael Stromer, der sich ebenfalls in Pfaffenhofen informierte, befürwortet eine Bewerbung der Stadt. Natürlich müsse so eine Entscheidung gut überlegt sein und vorbereitet werden. Von einer solchen Gartenschau sei jedoch ein städtebaulicher Entwicklungsschub zu erwarten, der langfristige Wirkung für die Stadt bringe, sagte der Fachberater.